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Deutlich mehr deutsche Gäste

So steht es um Salzburgs Städtetourismus nach „Corona-Delle“

Touristen Salzburg Mirabellgarten
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Touristische Hotspots wie die Getreidegasse oder der Mirabellgarten waren auch in diesem Sommer voll, von einem „Overtourism“ war allerdings nichts zu bemerken.

Der touristische Sommer ist vorbei und neben den klassischen Urlaubsregionen in den Bergen und an den Seen jubelt auch der Städtetourismus. „Im Juli haben wir mit 330.000 Übernachtungen schon wieder 87 Prozent des Vor-Corona-Niveaus erreicht“, sagt Bert Brugger, Salzburgs scheidender Chef der Stadt-Tourismus-Gesellschaft.

Salzburg – Der August, für den es noch keine Zahlen gibt, sei gefühlsmäßig ähnlich gut gelaufen wie der Juli: „Wir werden rund 90 Prozent von 2019 erreichen“. Für die Zukunft glaubt Brugger, dass der Städtetourismus die hohen Energiepreise und die Inflation aber vermutlich weniger spüren werde als der Wintertourismus. Stark zugelegt haben in den Stadthotels vor allem Urlauber aus Österreich selbst und naturgemäß aus Deutschland.

„Einen Teil der deutschen Gäste haben wir auch den Passionsspielen in Oberammergau zu verdanken“. So habe sich im Juli die Zahl der deutschen Gäste um satte 40 Prozent gesteigert. „Der Grund ist auch, dass viele Urlauber wieder erdgebunden reisen wollen, also mit dem eigenen Auto.“ So kommen in der Stadt Salzburg rund 75 Prozent der deutschen Gäste mit dem eigenen Wagen an, rund 15 Prozent mit dem Flugzeug und gerade einmal 10 Prozent mit der Bahn.

Asiatischer Markt fehlt

Die Getreidegasse, der Mirabellgarten und andere touristische Hotspots waren den ganzen Sommer über voll, aber nicht überrannt wie früher. Vor allem große Reisegruppen aus Asien und Bustouristen kamen kaum, was Einheimische aber als wohltuend bewerteten. Von einem „Overtourism“ war nichts zu spüren. „Es fehlt uns noch der asiatische Raum“, bestätigt auch Brugger. Auch wenn Gäste aus Thailand, Singapur und Indonesien, sowie aus dem arabischen Raum wieder vermehrt in Salzburg eincheckten, würden doch große Märkte wie China und Japan fehlen. „Diese Länder sind wegen Corona noch vorsichtig. Staatsangehörige müssen bei der Rückkehr in ihre Heimat zum Teil immer noch in Quarantäne“. Der asiatische Markt wachse zwar wieder, aber auf einem sehr niedrigen Niveau. 

„Einkommen der Gäste wird sinken“

Die hohen Energiepreise und die Inflation treiben den Winterhotels und Bergbahnen schon jetzt Schweißperlen auf die Stirn. Sie hoffen auf das Luxussegment und Stammgäste. Auch der Städtetourismus hat mit hohen Energiepreisen zu kämpfen „und mit der Tatsache, dass das frei verfügbare Einkommen unserer Gäste schmäler werden wird“, so Brugger. Das Einkommen der Städtetouristen wird also sinken, „aber auch bisher haben wir gesehen, dass man auf den Urlaub nicht verzichten will, die Frage wird dann sein: ‚Welchen Urlaub will ich mir leisten?‘ und ‚Wie oft?‘“. Brugger vermutet auch, dass Gäste möglicherweise mehr in günstigeren Hotels buchen.

Bert Brugger übergibt die Stadt-Tourismus-Gesellschaft am 1. Oktober an seine Nachfolgerin, die in Bad Reichenhall aufgewachsen ist.

Tatsächlich werden in der Stadt nach wie vor neue Hotels eröffnet, wie in diesem Sommer gegenüber des Kongresshauses in einem ehemaligen Sparkassen-Gebäude und am Hauptbahnhof in der ehemaligen Zentrale der Tauernkraftwerke. Auch neue Häuser werden gebaut, derzeit zum Beispiel in Taxham in der Nähe des Europarks und in der Vogelweiderstraße, jeweils mit dem erlaubten Zimmermaximum von 120 Zimmern. Auch auf dem Gelände des ehemaligen Cineplexx-Kinos am Hauptbahnhof könnte ein weiteres Hotel oder Hostel entstehen. 

Asiatische Mittelschicht wächst

Über die Zukunft des Städtetourismus insgesamt macht sich Brugger keine Sorgen, nicht nur, weil er Ende September nach 22 Jahren an der Spitze des Stadt-Tourismus in Pension geht. „Asiaten und Araber geben viel mehr Geld im Urlaub aus, und in China wächst weiterhin eine Mittelschicht von geschätzt 400 Millionen Menschen heran, und die wollen reisen wie unsere Mittelschicht auch“. Auch die vor Corona kritisierten, mit dem Bus kommenden Tagestouristen nimmt Brugger in Schutz. „Auch sie lassen Geld in der Stadt und übernachten ja irgendwo, wenn nicht in der Stadt, dann halt zum Beispiel am Wolfgangsee oder in Zell am See“. 

Der gebürtige Pinzgauer Bert Brugger (64) wird am 1. Oktober die Leitung der städtischen Tourismusgesellschaft TSG an die in Bad Reichenhall aufgewachsene Christine Schönhuber übergeben. Die 43-Jährige war bisher Marketing-Chefin des Bundeslandes Baden-Württemberg.

hud

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