Vater einer Schülerin war in Tansania

Drei „Familien-Cluster“ des Südafrika Virus – Volksschule Liefering nach vier offenen Tagen wieder geschlossen

In drei voneinander unabhängigen Fällen wurde in Salzburg jetzt das mutierte Corona-Virus festgestellt, betroffen sind insgesamt sechs Personen.
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In drei voneinander unabhängigen Fällen wurde in Salzburg jetzt das mutierte Corona-Virus festgestellt, betroffen sind insgesamt sechs Personen.

Die Volksschule Liefering I nahe der Grenze zu Bayern hat nach nur drei offenen Schultagen wieder auf Home-Schooling umstellen müssen. Der Grund ist eine neuerliche Corona-Infektion mit der gefährlicheren Südafrika-Mutation.

Salzburg - Ein Unternehmensberater kehrte von einer Eröffnung eines Kinderheimes in Tansania zurück, vor dem Abflug absolvierte er nach eigener Aussagen einen PCR-Test mit negativem Ergebnis, trotzdem begab er sich zu Hause angekommen vorschriftsmäßig in Heimquarantäne. Dort steckte er allerdings nichts ahnend seine Frau und seine Tochter an, am Dienstag wollte er sich am fünften Tag der Quarantäne freitesten, wurde dabei der allerdings positiv getestet, bereits am Mittwoch wurde die Südafrika-Mutation nachgewiesen.

Die mittlerweile ebenfalls positiv getestete Tochter besuchte am Montag, dem ersten Tag der Schulöffnung in Salzburg nach dem dritten Lockdown, wieder die Volksschule im alten Teil von Liefering, der seit Montag vorgeschriebene „Nasenbohrer-Test“ bei Schülern schlug bei dem Mädchen offensichtlich nicht an. Jetzt hat die Gesundheitsbehörde der Stadt die gesamte Schule wieder geschlossen, die 220 Kinder werden ihre Lehrer bis Ende Februar wieder nur über Video-Chats sehen, auch eine Notbetreuung an der Schule sei nicht möglich, schrieb die Direktorin der Schule am Donnerstag den Eltern. 

„Richten Sie den Kindern bitte aus, dass sie in den letzten vier Tagen großartig waren und dass wir uns schon wieder sehr auf den Neustart freuen“, so die Direktorin in einem Brief an die Eltern der 220 Schüler. 

Sechs Infizierte mit Südafrika-Mutation

Der Fall in Liefering ist der dritte, bekannte „Familien-Cluster“ von Südafrika-Mutationen in Salzburg. Der erste ist bei einem 15-jährigen Jungen aufgetaucht, dessen Vater aus Südafrika zurückgekehrt war, Vater und Sohn waren am Ende positiv auf die Mutation getestet, die Familie sei in strenger Isolation heißt es aus der städtischen Gesundheitsbehörde. Im zweiten Fall wurde das mutierte Virus aus dem besonders gefährdeten Tiroler Bezirk Schwaz – zwischen Kufstein und Innsbruck – eingeschleppt, die Frau aus einer Salzburger Gemeinde am Wolfgangsee war bei ihren Eltern in Schwaz und hat sich dort offensichtlich angesteckt.

Wegen ihr startete die Behörde auch einen öffentlichen Aufruf an Kunden des Hofers-Diskonters und von Fressnapf in Bad Ischl, da die Patienten am ersten Tag ihrer Rückkehr dort beim Einkaufen war. 

Das Einhalten der Heimquarantäne in den sechs bekannten Fällen wird von der Polizei im Auftrag der Gesundheitsbehörden überwacht, „das heißt wir rufen entweder am Festnetz an oder Beamten kommen im Rahmen ihrer Streifentätigkeit vorbei und klingeln einmal am Tag“, so Hans Wolfgruber von der Polizei Salzburg. Eine intensivere Kontrolle gebe es nur dann „wenn die Personen in Quarantäne danach verlangen würden“, sprich sich nicht kooperativ zeigen würden. 

hud

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