Deutsche Bundespolizei wusste von nichts

Wilde Verfolgungsjagd von Salzburg bis zur Grenze Walserberg - Polizeiauto Totalschaden

Die Deutsche Bundespolizei wusste nicht, dass ein flüchtiger Autofahrer in ihre Richtung unterwegs ist, die Salzburger Polizei sagt, sie hätten das Aufbauen der Sperre auf österreichischer Seite sehen können.
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Die Deutsche Bundespolizei wusste nicht, dass ein flüchtiger Autofahrer in ihre Richtung unterwegs ist, die Salzburger Polizei sagt, sie hätten das Aufbauen der Sperre auf österreichischer Seite sehen können.

Am Donnerstag (25. März) kam es an der Grenze bei Salzburg zu einer Verfolgungsjagd. Ein Polizeiauto verunfallte und endete als Totalschaden. Die deutsche Bundespolizei wusste hingegen nichts davon.

Salzburg, Bad Reichenhall-Schwarzbach - Dass die oft beschworene, gute Zusammenarbeit der Polizeibehörden über die Grenzen hinweg in der Praxis oft anders aussieht, zeigt folgendes, aktuelles Beispiel: Ein 43-jähiger Oberösterreicher raste Donnerstagvormittag (25. März) auf der Westautobahn in Richtung Walserberg, seine Absichten sind unbekannt, drei österreichische Polizeistreifen verfolgen ihn. Eine Polizeisperre wenige hundert Meter vor der Landesgrenze – und damit vor der Kontrollstelle der Deutschen Bundespolizei – kann ihn stoppen. Dass man die Kollegen der Deutschen Bundespolizei informiert, sie um Hilfe bittet oder zumindest warnt, falls der Lenker die Sperre durchbrechen kann, auf diese Idee kommt niemand. 

Um 9.13 Uhr alarmiert ein Passant die Polizei, dass am Europark im Stadtteil Taxham ein Fahrer aus einem vorbeifahrenden Autos leere Flaschen wirft. Die Polizei schickt Streifenwagen los, der Wagen des 43-jährigen Mannes aus dem Bezirk Braunau wird schnell entdeckt, anhalten will der Lenker allerdings nicht. Es beginnt eine wilde Verfolgungsjagd im dichtbewohnten Stadtteil Taxham. Der Mann flüchtet schließlich beim EM-Stadion auf die Westautobahn in Richtung Walserberg. Bei der Verfolgungsjagd landet ein Polizeiwagen im Graben, Totalschaden, verletzt wird niemand. 

Als klar wird dass der Oberösterreicher in Richtung Walserberg fahren könnte, baut die Polizei am Walserberg – auf Höhe des Rasthauses – um 9.21 Uhr eine Sperre auf, an dieser Sperre kann der 43-Jährige dann um 9.25 Uhr tatsächlich „ausgebremst und angehalten werden“, so eine Polizeisprecherin. Der 43-Jährige wird festgenommen und auf Anordnung der Staatsanwaltschaft in die Justizanstalt Puch eingeliefert. 

Bundespolizei hatte keine Ahnung

Die Deutsche Bundespolizei will den Vorfall erst nicht kommentieren, man habe ein sehr gutes Verhältnis mit der Salzburger Polizei, ob und wann man informiert worden sei, wolle man aus „Einsatztaktischen Gründen“ nicht veröffentlichen. Erst auf weitere Nachfragen bei der Landespolizeidirektion Salzburg stellt sich heraus, dass die Deutsche Bundespolizei mit ihren Einheiten auf der anderen Seite des Walserbergs nicht informiert wurde, denn „laut Auskunft der Leitstelle erfolgte eine zusätzliche Verständigung nicht“. Man gehe davon aber aus, dass die Deutsche Bundespolizei den Aufbau der Sperre auf österreichischer Seite gesehen habe und damit informiert gewesen sei. 

Die deutsche Bundespolizei hätte durch ein Stoppen der Grenzkontrollen einen künstlichen Stau erzeugen und damit den Flüchtlingen automatisch zum Anhalten zwingen können, darauf wollte man sich bei der Salzburger Polizei offensichtlich nicht verlassen, sondern dem Braunauer noch auf eigenem Staatsgebiet habhaft werden. 

hud

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