Feier in Salzburg mit Böller und Bier

Wirbel wegen Gastro-Öffnung ohne "Babyelefant", dafür mit Münchner Bier

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Salzburg - Das Öffnen der Gastronomie nach dem Shutdown hat die Stadtregierung gestern mit der Schützengarde, drei Salutschüssen und einem Bieranstich gefeiert. Leider wurde dabei auf die derzeit geltenden Abstandsregeln scheinbar vergessen, denn auf zahlreichen Fotos der Stadtverwaltung sind unter anderen die beiden Vizebürgermeister in bierfröhlicher Laune, aber ohne Mindestabstand zu sehen.

Entsetzt auf die Fotos reagierte als Erster NEOS-Gemeinderat Lukas Rößlhuber, “seit Wochen predigt die Bundesregierung aber auch die Stadtregierung, dass immer ein Babyelefant Abstand zu anderen Menschen zu halten ist”, so Rößluber und fragt spöttisch weiter “ihren Babyelefanten haben die drei aber offenbar im Schloss Mirabell vergessen”. In Österreich wurde der Bevölkerung wochenlang der Ein-Meter-Abstand in Radiospots mit dem Bild eines Babyelefanten verdeutlicht. 

Die Fotos vom Freitagvormittag zeigten eindeutig, dass mit Ausnahme des Bürgermeisters niemand den Mindestabstand eingehalten hat. Damit führe die Stadtspitze die monatelange Aufklärungsarbeit zum Abstandhalten ad absurdum. „Bürgermeister Harry Preuner, sowie die Vizebürgermeister Barbara Unterkofler und Bernhard Auinger handelten offenbar nach dem Grundsatz: “Alle Salzburger sind gleich, aber manche gleicher. Damit sind sie keine Vorbilder für die Menschen in unserer Stadt“.

Die NEOS Salzburg erwägen nun eine Anzeige wegen eines möglichen Verstoßes gegen die erlassenen Verordnungen. „Das Recht gilt für alle, egal ob sie gleich oder gleicher sind. Was für die Menschen in der Stadt Salzburg gilt, gilt auch für diejenigen, die sie regieren.“ Die Optik der Feier sei jedenfalls fatal, so Rößlhuber. Während viele Unternehmer in der Stadt Salzburg unter schwierigsten Bedingungen und in Sorge um ihre Existenz ihre Geschäfte und Lokale öffneten, "ließen sich Preuner, Auinger, Unterkofler mit Böllern und Bier abfeiern". Dies noch dazu mit Bier aus München, wo doch die Devise ausgegeben wurde, die heimische Wirtschaft zu fördern. 

In einer Anfrage an den Bürgermeister will Rößlhuber nun Details zu der Feier wissen, etwa ob diese von den Behörden genehmigt war. Eine weitere Frage wäre, warum die Bilder vom Anstoßen unter offensichtlicher Unterschreitung des Mindestabstandes, die medial dokumentiert sind, von der Internetseite der Stadt wieder entfernt wurden.

hud

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