Schmittenbahnen Zell am See

Jetzt braucht's schon Navi für XXL-Skigebiete

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Freuen sich über 400 gemeinsame Pistenkilometer anbieten zu können, v.l. Norbert Karlsböck, Kaprun, Isabella Dschnulnigg aus Saalbach und Erich Egger aus Zell am See.
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Salzburg - Drei Regionen bieten 400 Pistenkilometer und 121 Seilbahnen und Lifte - Kitzsteinhorn seit 12. Oktober im Betrieb – Alpin Saisonkarte für knapp 700 Euro.

Das Skifahren ist zwar noch analog, also echtes Leben, die Digitalisierung rundherum schreitet aber voran. So bieten drei Skiregionen im Pinzgau ab Dezember eine digitale Navigation für die Handys an, damit die Skifahrer im großen Skigebiet auch wieder nach Hause finden. „Der Griff zum Handy ist schon sehr verbreitet, auch beim Skifahren“, trotzdem sieht Karl Egger von den Schmittenbahnen in Zell am See auch Grenzen, „also für digitale Signale und Hinweise in den Skibrillen habe ich wenig Verständnis“, beim Skifahren brauche man schon eine gewisse Aufmerksamkeit, „und Skifahren soll schon in der realen Welt bleiben, auch wenn digital unterstützt“.

Künstlich weiße Skipisten im Oktober sind nicht nötig

Künstlich weiße Skipisten jetzt mitten im Oktober bei 20 Grad Plus wie zwischen Mittersill und Kitzbühel missfällt Egger ebenfalls, „Schnee aus dem Depot zu holen nur damit ich Mitte Oktober einen Skibetrieb beginnen kann lehnen wir in Zell am See ab“. Die letzten Jahre habe die Schmitten keine Probleme gehabt auf kühle Temperaturen und den Start der Beschneiung zu warten, zudem gibt es ja mit dem Kitzsteinhorn ohnehin ein Gletscherskigebiet in der unmittelbaren Nachbarschaft, das Mitte Oktober seinen Winterbetrieb aufnimmt. Die Grünen im Salzburger Landtag regen eine zeitliche Begrenzung der Wintersaison an, „man muss nicht jeder Nachfrage immer ein Angebot folgen lassen“, so Landtagsabgeordneter Josef Scheinast. Soweit will Egger nicht gehen, „wir müssen kein schlechtes Gewissen haben, zum Beispiel wird der Strom für unsere Schneekanonen zu 100 Prozent ökologisch erzeugt“. Die Schmitten beginne mit der Wintersaison wenn es eben möglich sei, „und bis dahin kann man bei uns wandern, Radfahren, Skifahren auf dem Kitzsteinhorn und, für hart Gesottene, auch noch Schwimmen im Zeller See, bei 15 Grad“.

Ein weißes Band mit Depotschnee bei 20 Grad Plus gibt es auf der Schmitten in Zell am See nicht, man wartet auf echten Schnee oder entsprechend tiefe Temperaturen, um die Schneekanonen in Betrieb zu nehmen.

Zusammenschluss von drei Regionen

Fünf Wintersportorte im Pinzgau und Fieberbrunn in Tirol haben sich nun zu einer Ski-Region zusammengeschlossen und bieten damit knapp über 400 Pistenkilometer, sowie 121 Seilbahnen und Lifte an. „So was ähnliches hat es 1976 schon gegeben“, zudem würden rund 40.000 Menschen in der gesamten Region vom Wintersport leben, „wir sind also trotz der Größe keine Retorten-Region“.

Tageskarten für eine Minderheit

Die Preise für die Tageskarten wurden von 55 Euro auf 56,50 Euro erhöht, „diese Preise interessieren ja die Journalisten immer am meisten, beim tatsächlichen Verkauf sind es schon weniger als zehn Prozent“, so Egger. Eine Saisonkarte für die drei Regionen kostet 695 Euro, im Vorverkauf 590 Euro. Was am Flughafen schon üblich ist funktioniert an den Skiliften noch nicht, „aber unser Partner Ski-Data arbeitet schon daran, dass in Zukunft bei jedem Drehkreuz das Handy zücken genügt“.

Dass die Größe des Pistengebiets alleine entscheidend ist glaubt Karlsböck nicht, „denn 408 Kilometer sind ohnehin nicht an einem Tag zu schaffen, aber es lassen sich viele Geschichten erzählen, die Gottgegebene Naturvariabilität macht uns einzigartig, das lässt sich nicht nachbauen“.

hud

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