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Streit um warmes Wasser für Schüler

Salzburger Bürgermeister erklärt Fall zur Chefsache

Martina Berthold ist nur noch wenige Tage Stadträtin, dann wechselt sie in die Landesregierung, dort ist der Umgang
der ÖVP mit dem Koalitionspartner Grüne ein konzilianterer.
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Martina Berthold ist nur noch wenige Tage Stadträtin, dann wechselt sie in die Landesregierung, dort ist der Umgang der ÖVP mit dem Koalitionspartner Grüne ein konzilianterer.

Das musste zu einem „Aufstand“ führen: Energiesparen ja, aber Kindern in Schulen und Kindergärten das warme Wasser abdrehen, das geht nun wirklich nicht. Für bundesweites Aufsehen (in Österreich) hatte der Vorschlag von Baustadträtin Martina Berthold (Grüne) gesorgt, man könne doch in den städtischen Schulen das warme Wasser einsparen.

Salzburg - Wieder einmal würde bei den Kleinsten gespart, die keine Lobby hätten, wurden vor allem von besorgten Eltern in sozialen Medien und in Leserbriefen moniert. Jetzt wurde es dem Bürgermeister zu bunt, er erklärte das Energiesparen kurzerhand zu Chefsache und entschied sofort, dass in den Schulen auf alle Fälle nicht am warmen Wasser gespart wird. 

Der schwarze Bürgermeister Preuner und die grüne Baustadträtin Berthold, eine friktionsfreie Zusammenarbeit zeigte sich hier noch nie, und auch in ihren letzten Tagen als Baustadträtin – sie wechselt als Schellhorn-Nachfolgerin in die Landesregierung – kann es Preuner nicht lassen, seiner Baustadträtin öffentlich eine Abfuhr zu erteilen. Was war geschehen: die Bundesregierung verlangt auch von Kommunen, dass sie Energie einsparen, elf Prozent sollen es sein. Also kam von Berthold am Samstag die Idee, in öffentlichen Gebäuden das warme Wasser einzusparen, also auch in Kindergärten und Schulen. „Es war immer offen so kommuniziert, dass die einzelnen Dienststellen entscheiden, wo sie weiterhin warmes Wasser benötigen. Die Bauabteilung ist nur für die technische Abwicklung verantwortlich“, so Berthold. 

„Warum schon vorher sparen?“

Ein Sturm der Entrüstung brach los, auch von Bertholds Kollegen in der Stadtregierung, die Mitte September die Idee noch abgenickt hatten. Als erster meldete sich der Vizebürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ) zu Wort, er könne sich kein Duschen mit kaltem Wasser in den Schulen vorstellen, die Schulen selbst hätten aber gemeint, dass nur kaltes Wasser bei den Waschbecken möglich sei, aber eben nicht beim Duschen. Ein Vizebürgermeister, der den Sinn von Energiesparen nicht versteht, ist wohl auch einzigartig, „wir haben Notfallpläne bei Energieknappheit, warum wir das jetzt schon brauchen, muss mir wer erklären“, so Auinger in den Salzburger Nachrichten am Samstag. 

Preuner tadelt Berthold

Nachdem über „Kaltes Wasser an Salzburgs Schulen“ schon bundesweit berichtet wurde, zog der Bürgermeister nur drei Tage nach dem Bekanntwerden am Montag die Reißleine: „Bürgermeister Preuner nimmt den Energiesparkurs statt Stadträtin Berthold nun selbst in die Hand“ ließ er über seinen Pressesprecher verkünden. Die Stadt werde natürlich die Bundesvorgabe der elfprozentigen Einsparung umsetzen, „aber wir werden sicherlich nicht das Warmwasser zum Nachteil der Kinder und des Personals abdrehen“. Er habe Berthold beauftragt, andere Einsparpotentiale auf den Tisch zu legen. Diese spielt den Ball zurück, sie sei im Bauressort nur für die technische Umsetzung verantwortlich, Einsparpotentiale finden müssten schon die Ressorts – und damit auch der Bürgermeister selbst, „ich warte auf seine Vorschläge“, so Berthold. 

hud

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