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Schweinegrippe-Impfung für alle kostet zwei Milliarden

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Eine erste Impfwelle gegen die Schweinegrippe steht bevor.

Berlin - Eine Schweinegrippe-Impfung der gesamten Bevölkerung Deutschlands würde laut Gesundheitsministerium rund zwei Milliarden Euro kosten. Die Krankenkassen sollen die Impfaktion bezahlen.

Noch nicht geklärt ist nach den Worten des Sprechers des Gesundheitsministeriums, Klaus Vater, wie den Kassen die Kosten erstattet werden. Bis wann dies geschieht, konnte er zunächst nicht sagen. Laut Vater gibt eine Vorverständigung, dass die Allgemeinen Ortskrankenkassen eine koordinierende Funktion bei der Impfung haben sollen.

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Die Ortskrankenkassen reagierten irritiert auf die Ankündigung. Von einer herausgehobenen Stellung wisse man noch nichts. “Die AOK wird wie jede Krankenkasse die Rolle übernehmen, die das BMG in der Rechtsverordnung den Kassen zuweist. Nicht mehr und nicht weniger“, sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Jürgen Graalmann, der “Frankfurter Rundschau“ (Samstagausgabe). Auch andere Krankenkassen und ihre Verbände gaben auf FR-Anfrage zu verstehen, sie seien von der Vorfestlegung des Gesundheitsministeriums kalt erwischt worden.

Keine Anzeichen einer Pandemie

Trotz der geplanten großen Impfaktion sieht die Bundesregierung bislang keine Anzeichen für eine Pandemie. “Das Impfen ist eine Vorsorgemaßnahme“, sagte Vater. Niemand könne sagen, welche Entwicklung die Grippe in den nächsten Wochen nehme. Geplant ist, dass ab Herbst zunächst rund 25 Millionen besonders gefährdete Personen geimpft werden.

Die Kosten für die Beschaffung von 50 Millionen Dosen, mit denen diese Gruppe je zwei Mal geimpft werden kann, würden einige 100 Millionen Euro betragen, sagte Vater. Die “Bild“-Zeitung berichtete von 600 Millionen Euro. Die Durchführung der Impfaktion liege in Verantwortung der Städte und Gemeinden. Laut Bundesinnenministerium sind allein für 100.000 Bedienstete innerhalb der Bundesregierung 200.000 Dosen vorgesehen. Nicht enthalten seien dabei die Angehörigen des Verteidigungsministeriums und der Bundeswehr.

WHO will keine Zahlen mehr nennen

Ein Serum gegen den neuartigen Erreger H1N1 soll laut Experten im Herbst zur Verfügung stehen. Anspruch auf Impfschutz haben laut einer Verordnung unter anderem chronisch Kranke, Fettsüchtige, Schwangere und Beschäftigte im Gesundheitswesen. In Deutschland gibt es bislang mehr als 700 bekannte Fälle, aber keine Toten. Für eine weltweite Grippe-Epidemie, genannt Pandemie, verläuft die Grippe vom Typ H1N1 mild. Allerdings gab es schon Pandemien, bei denen die zweite Welle viel heftiger ausfiel als die erste.

Derweil teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit, künftig keine Zahlen zu individuellen Schweinegrippe-Erkrankungen und Todesfällen mehr zu veröffentlichen. Das Erstellen solcher Statistiken sei zu aufwendig für die betroffenen Länder, erklärte die WHO zur Begründung. Man werde aber die Entwicklung der Seuche weiterhin genauestens verfolgen. Und statt Krankenstatistiken zu erstellen, sollten die Länder vor allem überprüfen, ob sich das H1N1-Virus irgendwie verändert haben könnte. Bislang hatte die WHO fast 95.000 Schweinegrippe-Infektionen und 429 Todesfälle weltweit registriert. Diese Zahlen gelten jedoch als überholt.

AP

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