Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

+++ Eilmeldung +++

Reanimation erfolglos

Schlittenfahrer verunglückt tödlich an der Kampenwand

Schlittenfahrer verunglückt tödlich an der Kampenwand

Hitzige Schwulen-Debatte bei Schützenvereinen

+
Dirk Winter (re.) hat als schwuler Schützenkönig eine Debatte ausgelöst.

Münster - Homosexuelle haben in Deutschland in wenigen Jahrzehnten sehr viel erreicht. Doch sind sie wirklich überall willkommen? Ein schwuler Schützenkönig in Münster hat eine scharfe Debatte entfacht.

Man erkennt ihn an den Pfeilen in seiner Brust: Sankt Sebastianus ist unter den Heiligen der katholischen Kirche eine eher ungewöhnliche Figur. Traditionell rufen ihn jene Gläubigen an, die es im Alltag schwer haben. In der Zeit der mittelalterlichen Pest wurde er zum Patron der Schützen, deren Bruderschaften damals noch die Toten wegschafften und die Plünderer verjagten. Er ist außerdem Beschützer der Polizisten, Soldaten und der Sterbenden. Auch fromme schwule Menschen haben Sebastian in den vergangenen Jahrzehnten als Schutzheiligen entdeckt.

Katholiken, Schützen und Schwule - in diesem Spannungsfeld ist nun ein wahrer Glaubenskrieg entbrannt: Konservative Schützen wollen verhindern, dass ein bekennend schwuler Schütze bei ihrem wichtigsten deutschen Wettbewerb mitmacht.

Lesen Sie zu diesem Thema:

Schwulem Schützenkönig droht die Disqualifikation

Schützenkönig macht Freund zur Königin - Ärger

Es geht um Dirk Winter , einen freundlichen Getränkehändler aus Münster. Der 44-Jährige hat im Vorort Kinderhaus im Juni den Vogel abgeschossen. Dirk Winter ist schwul, daraus macht er kein Geheimnis. Wer glaubt, ein homosexueller König sei in deutschen Schützenvereinen nicht denkbar, der irrt. Allein in Nordrhein-Westfalen gab es schon mindestens zwei. Der aktuelle Eklat begann erst, als Dirk Winter eine Schützenkönigin bestimmen musste. “Ich wollte eigentlich erst jemand anderen fragen“, hat er kürzlich noch gesagt. Dann hätten ihn Freunde im Verein ermutigt: “Mach doch den Olli zur Königin.“ Oliver ist seit 15 Jahren sein Partner. Viele Schützen stimmten zu. Immerhin wirbt Kinderhaus mit dem Slogan “Weltoffen seit 1333“.

Aber damit ging der Ärger los. Der Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften (BHDS) hatte vielleicht auch unterschätzt, wie gut Winter schießen kann. Denn erst ging es nur um das Protokoll, ob Winter und sein Freund in einer Reihe marschieren dürfen. Jetzt rückt eine andere Frage in den Vordergrund. Winter hat sich am vergangenen Wochenende für den wichtigsten Wettbewerb der deutschen Schützen qualifiziert: Das Bundeskönigsschießen im ostwestfälischen Harsewinkel Mitte September. Es ist sozusagen der krönende Abschluss der sommerlichen Festumzüge durch Deutschlands Dörfer und Vorstädte.

Die Dachorganisation weist den Vorwurf der Schwulenfeindlichkeit von sich. Sie überlegt dennoch, Winter zu disqualifizieren. Denn der habe vor dem erfolgreichen Schuss gegen Regeln verstoßen. “Er hatte vorher in einem Fragebogen unterschrieben, dass er sich christlichen Werten verpflichtet fühlt und nach dem Motto “Für Glaube, Sitte und Heimat“ lebt“, sagt BHDS-Sprecher Rolf Nieborg. Der schwule König müsse respektieren, wofür ein Schützenverein stehe. Nämlich für ein Weltbild, in dem die Familie große Bedeutung habe. “Das ist doch wie beim lateinamerikanischen Tanz.“ Dazu gehörten auch Mann und Frau.

Die irrsten wahren Geschichten der Welt

In Saudi-Arabien verklagte eine junge Frau ihren Mann, weil sie nach drei Jahren Ehe noch Jungfrau war. Der Anwalt des Mannes verwies auf die Impotenz seines Mandanten. Er wolle die Frau nur gegen Rückzahlung der 40.000 Rial (7.818 Euro) Brautgeld freigeben. Die Frau verlangte finanzielle Entschädigung für die drei Jahre ohne Sex. © dpa
In Sydney sprang ein Känguru versehentlich durch ein Fenster in das Schlafzimmer des ausgewanderten Schweizer Kochs Beat Ettlin und landete in dessen Ehebett. Verwirrt hüpfte das Tier durch das ganze Haus. Ettlin konnte es schließlich in den Schwitzkasten nehmen und hinausjagen. Das Känguru verschwand in einem nahen Tierschutzpark. © dpa
In Neuseeland kam ein 21-jähriger Mann beim Versuch, einen Tresor zu knacken, ins Schwitzen. Als er deshalb seine Maske abnahm, filmte ihn eine versteckte Kamera. Die Polizei veröffentlichte die Fotos auf Facebook, der Räuber wurde am nächsten Tag gefasst. © dpa
Eine Diebin, die in einem Designer-Shop in Florida sechs Geldbörsen mit insgesamt 1.200 Dollar gestohlen hatte, stolperte auf der Flucht vor dem Kaufhausdetektiv vor dem heranrollenden Wagen ihres Komplizen, geriet unter die Räder, kam wieder auf die Beine, sprang auf die Kühlerhaube, rutschte ab und wurde abermals überrollt. Beim dritten Versuch schaffte sie es ins Auto und entkam. © dpa
Weil sie gepiercte Katzen zum Verkauf angeboten hatte, wurde Holly Crawford aus Pennsylvania von Tierschützern angezeigt. Sie hatte den Katzen Piercings an Ohren, Hals und Schweif verpasst und sie im Internet für hunderte Dollars als „Gothic Kitten“ angepriesen. © dpa
Die 13-jährige Reina aus New York verschickte in einem Monat 14.528 Kurznachrichten von ihrem Handy - also im Durchschnitt alle zwei Minuten eine. Ihr Vater bekam eine 440 Seiten lange Rechnung. Kosten fielen keine an. Der Handyvertrag beinhaltete unlimitierten SMS-Versand. © dpa
Eine US-Airline lieferte einer Tierhandlung in Philadelphia einen Sarg samt Leiche. Das Geschäft hatte ein Aquarium mit tropischen Fischen bestellt. Die Witwe des Verstorbenen nahm es mit Humor: Ihr Mann sei immer schon ein Spaßvogel gewesen. © dpa
Forscher lösten das Geheimnis um mysteriöse Kreise in tasmanischen Kornfeldern: Kängurus hatten Mohnsamen gefressen und waren im Drogenrausch im Kreis gehüpft. Die Mohnbauern Tasmaniens liefern etwa die Hälfte des weltweiten Bedarfs für medizinisches Opium. © dpa
Ein 54-jähriger Japaner gab sich bei einer Pharmazie-Prüfung als sein 20-jähriger Sohn aus. Der Medikamenten-Großhändler fürchtete, sein Sohn würde den Test nicht bestehen. Der Schwindel flog auf, weil der Japaner im Prüfungsstress sein eigenes Geburtsdatum angab. © dpa
In England löste ein Pony mit ungewöhnlich kurzen Beinen mehrmals falschen Alarm aus. Autofahrer, die das Tier grasen sahen, glaubten, es stecke im Morast fest und riefen Rettung und Feuerwehr. In nur einer Woche fielen so Kosten in Höhe von 8.000 Pfund an. © dpa
Eine 152 Zentimeter große und 125 Kilo schwere Amerikanerin mit einem Tumor im Rücken wurde vom Spital in Kansas City für einen Magnetresonanztest in den Zoo geschickt. Für das Gerät im Krankenhaus sei sie zu schwer und zu breit, hieß es. „Ich wusste, dass ich dick bin“, sagte sie, „aber doch nicht so dick wie ein Elefant!“ © dpa
An der Universität Leeds warfen Putzfrauen wertvolles wissenschaftliches Material in den Müll. Es handelte sich um Exkremente einer seltenen Eidechsenart. Der Wissenschaftler verklagte den Putzdienst. Das Missgeschick kostete ihn sieben Jahre Forschungsarbeit. © dpa
In der Nähe der indischen Stadt Bijapur verschlang ein Büffel ein Handy samt Etui, das einem Bauern aus der Tasche gefallen war. Der Mann fand es im Büffelkot. Es war noch intakt. Sieben Anrufe waren eingegangen. © dpa
In Australien belästigte der siebenjährige Emu Edward, ein riesiger Laufvogel, seine Besitzerin sexuell. Wenn sie die Hühner fütterte, wollte er sie in sein Nest drängen. Sie musste sich mit Palmwedeln wehren. Über einen Radiosender suchte sie deshalb ein Emu-Weibchen. © dpa
In England stopfte ein 20-jähriger Mann die sechs Monate alte Katze seiner Freundin in eine Marihuana-Pfeife aus Plexiglas. Wegen Tierquälerei angezeigt erklärte er, gelesen zu haben, dass Haschisch Haustiere beruhigen würde. Tatsächlich habe sich die Katze danach geputzt und artig hingelegt. © dpa
In Wien musste eine 58-jährige Schweizerin in Untersuchungshaft, weil sie im Bezirk Hernalls zwölf Jahre lang den Pfarrer sexuell bedrängt haben soll. Nach Ansicht der Frau sei der Priester die Reinkarnation von Jesus Christus. © dpa
Eine Fledermaus krallte sich am Außentank eines amerikanischen Spaceshuttles fest. Versuche, sie vor dem Start zu vertreiben, schlugen fehl. Ob sie den Trip überlebt hat, ist unklar. Später aufgenommene Bilder von der Außenhülle des Shuttles zeigten keine Spur mehr von ihr. © dpa
Im Nordosten des Schweizer Kantons Thurgau stieß die Polizei bei einem Test des Satellitenkarten-Programms Google Earth auf eine Marihuana-Plantage. 16 Menschen wurden verhaftet und 1,1 Tonnen Marihuana beschlagnahmt. © dpa
Als in Leipzig ein 25-jähriger Stahlarbeiter über die Hitze klagte, steckte ihm sein Kollege aus Spaß einen Hochdruck-Luftschlauch ins Gesäß. Durch die Druckluft platzte dem Mann der Darm. Er lag tagelang auf der Intensivstation. © dpa
Polizisten weckten einen von gärenden Wildkirschen in seinem Bauch beschwipsten Dachs, der mitten auf der Straße seinen Rausch ausschlief. Zuerst weigerte er sich, seinen Platz zu verlassen. Erst als ihn die Beamten mit einem Besen stießen, trollte er sich auf eine Wiese, wo er weiter schlief. © dpa
Eine 73-jährige Klagenfurterin wurde zu 360 Euro Geldstrafe wegen Stalkings verurteilt, nachdem ihr Sohn sie angezeigt hatte. Sie habe ihn zweieinhalb Jahre lang bis zu 49 Mal am Tag angerufen. Die Mutter war entrüstet: Sie habe nur reden wollen, sagte sie und enterbte ihn. © dpa
In den USA verklagte ein 49 Jahre alter Chirurg seine Frau nach der Trennung: Er wollte seine Niere zurück, die er ihr gespendet hatte. Trotz dieses Liebesbeweises habe sie ihn betrogen. Weil das Organ kein zweites Mal transplantiert werden konnte, verlangte er als Gegenwert 1,5 Millionen Dollar. © dpa
Die neuseeländische Brückenechse Henry wurde mit 111 Jahren zum ersten Mal Vater. Zuvor war ihr ein Genitaltumor entfernt worden. © dpa

So ein Vergleich wirkt irgendwie befremdlich. Deutschlands Lesben- und Schwulenverband läuft natürlich Sturm, wirft dem Dachverband und den christlichen Würdenträgern im Vorstand “Scheinheiligkeit und Realitätsverleugnung“ vor. Von “homophober Einstellung“ spricht die Staatssekretärin in Nordrhein-Westfalens Emanzipationsministerium, Marlis Bredehorst, sogar. Bundesweit löst der Streit Empörung aus.

Zugleich fällt auf, dass beide Konfliktparteien heftigen Zuspruch bekommen. Nicht wenige Menschen äußern Vorbehalte gegen das schwule Königspaar. Ein Leser schreibt zum Beispiel auf dem Online-Auftritt der Zeitung “Die Welt“: “Sie können den Menschen nicht vorschreiben, was sie gut finden sollen.“ Auf der Webseite der “Süddeutschen Zeitung“ notiert ein Leser: “Muss man seine Gleichgeschlechtlichkeit nun wirklich in jedem Lebensbereich durchziehen?“ Auf “queer.de“ halten Andere dagegen: “Da wird jemand durch sportliche Leistungen Meister und die katholische Kirche bestimmt einfach mal so, dass er sich selbst verleugnen soll.“ Aus einem Sommerloch-Thema könnte eine Grundsatzfrage werden.

Wer in der ganzen Debatte inzwischen am wenigsten sagt, ist Dirk Winter selbst. Der 44-Jähriger mag sich auf Anfrage zunächst nicht mehr äußern. “Ich will erst abwarten, ob man mich disqualifiziert.“

dpa

Kommentare