Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Weltweit einzigartige Entdeckung

Sensationsfund in Schweden - Schwesterschiff der „Vasa“ entdeckt

Blick auf das Schiff "Vasa" im Vasa-Museum.
+
Blick auf das Schiff „Vasa“ im Vasa-Museum.

Vor Stockholm liegen gleich mehrere Schiffswracks am Meeresboden. Spezialisten haben nun ein mächtiges Kriegsschiff aus dem 17. Jahrhundert entdeckt. Seine Geschichte hat mit einem anderen Schiff zu tun, das heute den Kern eines weltbekannten Museums bildet.

Stockholm (dpa) - Meeresarchäologen haben im Schärengarten von Stockholm ein untergegangenes Kriegsschiff aus dem 17. Jahrhundert entdeckt. Es handelt sich um das Wrack der «Äpplet» (Der Apfel), dem Schwesterschiff der «Vasa», wie das Wrackmuseum «Vrak» am Montag bekanntgab. Unter anderem technische Details und Holzproben hätten bestätigt, dass man tatsächlich das 1659 versenkte Schiff gefunden habe. Dies sei eine weltweit einzigartige Entdeckung.

In einer Meerenge nahe der Insel Vaxholm östlich von Stockholm hatten Archäologen des Museums in Zusammenarbeit mit der schwedischen Marine immer wieder nach Wracks Ausschau gehalten. Ende 2021 wurde dort dann ein mächtiges Schiffswrack entdeckt. Teile der Wände waren zwar auf den Meeresgrund gefallen, doch der Rumpf war ansonsten erhalten geblieben. Die eingestürzten Seiten des Wracks wiesen Luken auf zwei unterschiedlichen Ebenen auf - und die Wissenschaftler folgerten, dass es sich um ein Kriegsschiff mit zwei Kanonendecks handeln müsse.

Meeresarchäologen: „Unser Puls ist gestiegen, als wir gesehen haben, wie ähnlich das Wrack der Vasa war“

«Unser Puls ist gestiegen, als wir gesehen haben, wie ähnlich das Wrack der „Vasa“ war», sagte der beteiligte Meeresarchäologe Jim Hansson laut Museumsmitteilung. «Die Hoffnung, eines der Schwesterschiffe der „Vasa“ zu finden, ist in uns entfacht worden.»

Nun ist der Name Vasa untrennbar mit der Geschichte Stockholms verbunden. Eine Kriegsgaleone mit dem Namen der schwedischen Königsdynastie Vasa (deutsch auch: Wasa) war 1628 bereits bei der Jungfernfahrt kurz nach dem Auslaufen gesunken. Mitte des 20. Jahrhunderts wurde sie im Stockholmer Hafenbecken - fast vollständig erhalten - wiederentdeckt. Ausgestellt ist sie seit 1990 im weltbekannten Vasa-Museum auf der Stockholmer Insel Djurgården.

Und die «Äpplet»? 1625 hatte der damalige schwedische König Gustav II. Adolf den Bau von vier Kriegsschiffen angeordnet, darunter zwei große und zwei etwas kleinere. Das eine der beiden großen Schiffe war die «Vasa» - das andere die «Äpplet», die ein Jahr nach ihrem Schwesterschiff zu Wasser gelassen wurde. Im Gegensatz zur «Vasa» hielt sie sich jahrelang über Wasser, was auch damit zu tun hatte, dass Schiffbauer Hein Jacobsson aus Konstruktionsmängeln der «Vasa» gelernt hatte und die «Äpplet» etwas breiter baute. Schweden konnte so auch im Dreißigjährigen Krieg gegen Deutschland auf sie zählen.

Experten sind aus dem Häuschen: „Fantastischerweise haben wir das Vasa-Schwesterschiff gefunden“

Nach dem Krieg entschlossen sich die Schweden jedoch dazu, die «Äpplet» zu versenken. Sie wurde Teil einer Unterwasserbarriere, mit der Feinde daran gehindert werden sollten, Stockholm auf dem Seeweg zu erreichen. Seitdem liegt sie am Grund des Schärengartens, wo nach Angaben des Wrackmuseums bei mehreren Tauchgängen in diesem Frühjahr unter anderem Holzproben genommen wurden. Es stellte sich heraus, dass das Eichholz für den Schiffsbau 1627 in derselben Region gefällt worden war wie das Holz für die «Vasa» einige Jahre vorher.

«Die Dimensionen, Konstruktionsdetails, Holzproben und Archivmaterial haben allesamt in dieselbe Richtung gedeutet», so Patrik Höglund, ein weiterer Meeresarchäologe des Museums. «Fantastischerweise haben wir das „Vasa“-Schwesterschiff „Äpplet“ gefunden.» Anders als die «Vasa» soll sie aber wohl am Meeresboden verbleiben. Ihr gehe es dort unten am besten, sagte Hansson der Nachrichtenagentur TT. (Steffen Trumpf, dpa)

Kommentare