Größte Blume der Welt 

Stinkende Schönheit: Seltene Titanwurz in Salzburg ist erblüht

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Links: So sieht die Salzburger Titanwurz aktuell aus. Rechts: Eine blühende Titanwurz (Symbolbild)
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Salzburg - Im Botanischen Garten der Naturwissenschaftlichen Fakultät in Salzburg steht die Titanenwurz nun in voller Blüte. Es handelt sich dabei um eine der spektakulärsten Pflanzen der Welt. Blüht die Pflanze, sondert sie einen fauligen Aasgeruch ab.

Update, 6.45 Uhr: Titanwurz ist erblüht - verlängerte Öffnungszeiten

Die größte Blume der Welt ist im Botanischen Garten in Salzburg nun nach langem Warten endlich erblüht. Am Dienstagnachmittag war es soweit. "Die Titanenwurz wächst etwas in die Breite, und immer noch in die Höhe", hieß es noch Dienstagfrüh aus dem Botanischen Garten. Bereits in den letzten Tagen habe sich das Wachstum aber stetig verlangsamt, was ein Zeichen für die kurz bevorstehende Blüte angesehen wurde.

Die Titanenwurz gibt besonders am ersten Blühtag bzw. der ersten Blühnacht einen intensiven Aasgeruch ab. Im Laufe des dritten Tages ist das botanische Schauspiel vorüber: Der Blütenstand beginnt zu welken und der Kolben knickt um.

Am Dienstag hatte der Botanische Garten spontan bis Mitternacht geöffnet, am Mitttwoch öffnet er von 6 bis 22 Uhr und am Donnerstag von 8 bis 15 Uhr.

HIER können Sie die Blüte LIVE verfolgen.

Vorbericht

Die Pflanze besteht aus einer mächtigen Knolle, die regelmäßig ein einziges, riesiges Laubblatt bildet, das in seiner Gestalt an einen kleinen Baum mit schirmförmiger Krone erinnert. Der lange Blattstiel besitzt weiße Flecken, um Flechtenbewuchs vorzutäuschen. Ist die Knolle groß genug, wird ein stark übelriechender Blütenstand gebildet, der als die größte Blume der Welt gilt. Die Titanenwurz ist in botanischen Gärten selten, da die riesige Knolle ausgesprochen empfindlich ist und leicht von Fadenwürmern (Nematoden) befallen wird. Weltweit haben seit der Entdeckung ca. 130 Pflanzen geblüht.

Hochspannung im Botanischen Garten

Der Botanische Garten der Universität Salzburg erhielt die Knolle als Geschenk aus dem Palmengarten Frankfurt. Sie stammt aus Meristemgewebe von einer Pflanze aus Sumatra aus dem Jahr 1992. 2006 wurde die Knolle von in vitro-Kultur in Erdkultur verpflanzt. Im November 2012 wog die Knolle 4,38 kg, im April 2016 bereits 12,8 kg. Am 4. Juni 2016 hatte sie ihre erste Blüte, der Blütenstand war 1,86 m hoch. Im April 2019 wog die Knolle 40 kg. 

Seit dem 21. Mai 2019 steht die Knolle hier in Salzburg und die Wissenschaftler warten jetzt gespannt auf die Blüte. Die Wissenschaftler rechnen nun jeden Tag damit, dass die Blüte aufgeht. Aufgrund des bewölkten Sonntags habe sich der Prozess jedoch verzögert.

Live-Übertragung von der Titanwurz

Ein Zeitraffer ab 6. Juni über das Wachstum ist in einem flickr-Album zu sehen.

Wer die größte Blume der Welt sehen will, sollte an die Naturwissenschaftliche Fakultät in Salzburg-Freisaal kommen. Dort kann die Pflanze bereits jetzt im Fassadengewächshaus neben der Mensa werktags von 6 bis 22 bestaunt werden. Am Tag des Aufblühens wird die NAWI unabhängig vom Wochentag öffentlich zugänglich sein.

Die Titanwurz

Die von der indonesischen Insel Sumatra stammende Titanwurz (Amorphophallus titanum) kann bis zu drei Meter hoch werden. Während der Blüte sondert sie den intensiven Geruch ab, um Insekten für die Bestäubung anzulocken.

Entdeckt wurde das Tropengewächs 1878 vom Botaniker Odoardo Beccari. Um die Blüte zu produzieren, braucht die Regenwaldpflanze viel Energie. Die Titanwurz besteht aus einer riesigen unterirdischen Knolle, die regelmäßig ein einziges, großes Blatt bildet. Um einen gelb-grünen Blütenstab kräuselt sich das braun-violette Blütenblatt, das einem Plissee-Rock ähnelt.

mh/Pressemitteilung Uni Salzburg

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