Dieser Anblick entsetzt ganz Europa

Totes Flüchtlingskind: Schleuser offenbar gefasst

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+

Bodrum (Türkei) - Man will wegsehen, aber genau das wäre die falsche Reaktion, wenn der Tod dieses kleinen syrischen Jungen nicht völlig umsonst gewesen sein soll. Vier mutmaßliche Schleuser wurden nun verhaftet.

Update 15.55 Uhr: Mutmaßliche Schleuser gefasst

Die türkische Polizei habe vier aus Syrien stammende Verdächtige in Bodrum gefasst, meldete die Nachrichtenagentur Dogan am Donnerstag. Von der türkischen Hafenstadt waren zwei Boote gestartet, die am Mittwoch auf dem Weg nach Griechenland im Mittelmeer kenterten. Dabei starben vermutlich zwölf Menschen, unter ihnen auch der etwa dreijährige Aylan.

Die vier Festgenommenen würden verdächtigt, für den Tod der zwölf Menschen verantwortlich zu sein, berichtete Dogan. Sie sollten noch am Donnerstag vor Gericht erscheinen. Bei den mutmaßlichen Schleusern handelt es sich den Angaben zufolge um vier Syrer im Alter zwischen 30 und 41 Jahren.

AFP

Vorbericht: Dieser Anblick entsetzt ganz Europa

Ein syrischer Junge liegt tot am Strand in der Türkei, sein Gesicht liegt im Sand - er ist im Mittelmeer ertrunken auf der Flucht nach Europa. Der Junge aus der syrisch-kurdischen Stadt Kobane wurde nahe einer Touristenhochburg bei Bodrum gefunden. Medienberichten zufolge handelt es sich um den dreijährigen Aylan aus Syrien. Auch seine Mutter und sein Bruder Galip (5) haben die Überfahrt nicht überlebet, als ihr Schiff auf dem Weg von der türkischen Küste nach Griechenland sank.

"Ein Foto, um die Welt zum Schweigen zu bringen"

Fotos dieser Tragödie sind seit Mittwochabend überall in den Medien zu sehen, halten der Menschheit einen Spiegel vor, zeigen das historische Versagen der zivilisierten Welt in der Syrien-Frage.

"Ein Foto, um die Welt zum Schweigen zu bringen", schreibt die italienische Zeitung 'La Repubblica'. "Der Untergang Europas", kommentierte die spanische Zeitung 'El Periodico'. "Was, wenn nicht dieses Bild eines an den Strand gespülten syrischen Kindes, wird die europäische Haltung gegenüber Flüchtlingen ändern?", fragte die britische Zeitung 'The Independent'.

Die Fotos gehen viral

Auf Twitter und auf Facebook wurden die Fotos von Aylan unter dem türkischem Hashtag #KiyiyaVuranInsanlik tausendfach geteilt. Auf Deutsch heißt das: "Die fortgespülte Menschlichkeit.

Auf Twitter werden auch andere Bilder veröffentlicht, die den Jungen vor dem Unglück zeigen sollen. Wie dieses hier (links im Bild):

Mehrere Zeitungen, darunter in Deutschland die BILD, widmen dem Foto des toten Aylan ihre Titelseite, teilweise in Form einer Traueranzeige. Hier 'The Independent':

Spenden für die syrischen Flüchtlingskinder

Wenn Sie für die Flüchtlingskinder aus Syrien spenden wollen, ist das beispielsweise über dieses Projekt der Kindernothilfe möglich. Auch die Aktion Deutschland Hilft bittet um Spenden für syrische Flüchtlinge, ebenso auch die Ärzte ohne Grenzen.

mg

Zurück zur Übersicht: Welt-News

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser