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Terror und Chaos in Afghanistan

Luftwaffe ist für Evakuierung auf Flughafen Kabul gelandet

Bundeswehr bereitet Evakuierung von Deutschen in Afghanistan vor
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Themenbild: Transportflugzeuge vom Typ Airbus A400M der Luftwaffe, hier zu sehen auf dem Fliegerhorst Wunstorf in der Region Hannover. 

Kabul - Die Taliban haben Kabul erobert und posieren schon im Präsidentenpalast. In der Nacht auf Montag hat die Evakuierung deutscher Staatsbürger begonnen. Alle wichtigen Neuigkeiten zum Geschehen in Afghanistan im News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Nach Abzug westlicher Streitkräfte erobern Taliban Afghanistan zurück
  • Taliban erobern Präsidentenpalast in Kabul und verkünden „Sieg“
  • Bundeswehrtransporter am Montagmorgen nach Afghanistan gestartet
  • Erste Deutsche mit US-Flugzeug ausgeflogen

Update, 22.27 Uhr - Luftwaffe ist für Evakuierung auf Flughafen Kabul gelandet

Die Luftwaffe ist unter schwierigen Bedingungen auf dem Flughafen der afghanischen Hauptstadt Kabul gelandet. Ein Transportflugzeug vom Typ A400M setzte zur Evakuierung deutscher Staatsbürger auf der zeitweise wegen chaotischer Zustände gesperrten Rollbahn auf, wie die Deutsche Presse-Agentur am Montagabend aus Sicherheitskreisen erfuhr.

Update, 19.59 Uhr - Merkel: Entwicklung in Afghanistan ist „überaus bitter“

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den internationalen Einsatz in Afghanistan als Enttäuschung bewertet. Jenseits der Bekämpfung des Terrorismus sei alles „nicht so geglückt und nicht so geschafft worden, wie wir uns das vorgenommen haben“, sagte die CDU-Politikerin am Montag in Berlin. „Das ist eine Erkenntnis, die ist bitter.“

Es seien „keine erfolgreichen Bemühungen“ gewesen. Daraus müsse man Lehren ziehen „und seine Ziele auch kleiner fassen“ bei solchen Einsätzen. Die Taliban hätten das ganze Land erneut unter ihre Kontrolle gebracht. „Das ist eine überaus bittere Entwicklung“, sagte Merkel.  

„Bitter, dramatisch und furchtbar ist diese Entwicklung natürlich für die Menschen in Afghanistan.“ Bitter sei die Entwicklung aber auch für Deutschland. Merkel erinnerte an die vielen Soldaten der westlichen Verbündeten, die den Einsatz in Afghanistan mit dem Leben bezahlt haben, darunter 59 deutsche Soldaten.

Die Regierung sei nach dem Abzug der internationalen Truppen davon ausgegangen, dass es mehr Zeit gebe, um Lösungen für die afghanischen Ortskräfte zu finden. Die Dinge hätten sich jedoch beschleunigt, die afghanische Armee habe „aus welchen Gründen auch immer“ kaum oder keinen Widerstand gegen die Taliban geleistet. „Da haben wir eine falsche Einschätzung gehabt. Und das ist nicht eine falsche deutsche Einschätzung, sondern die ist weit verbreitet“, sagte Merkel. Sie schließe sich dieser Bewertung von Außenminister Heiko Maas (SPD) an.

Update, 19.11 Uhr - Kanzlerin Merkel äußert sich zur Lage in Afghanistan

Kanzlerin Angela Merkel ist in den Abendstunden vor die Presse getreten und äußert sich zur Lage in Afghanistan:

Update, 17.20 Uhr - UN-Chef fordert Taliban zu „äußerster Zurückhaltung“ auf

UN-Generalsekretär António Guterres hat die militant-islamistischen Taliban nach ihrer Machtübernahme in Afghanistan zu „äußerster Zurückhaltung“ aufgefordert, um so Leben zu schützen. Humanitäre Hilfe müsse weiter möglich sein, und alle Menschen, die das Land verlassen wollten, müssten dies tun können, forderte Guterres am Montag bei einer Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats in New York. Die Weltgemeinschaft rief der UN-Chef dazu auf, afghanische Flüchtlinge aufzunehmen und Abschiebungen nach Afghanistan auszusetzen.

Die Vereinten Nationen hätten nach wie vor Niederlassungen und Mitarbeiter an mehreren Orten in Afghanistan, die nun unter der Kontrolle der Taliban stünden. „Mit Erleichterung kann ich berichten, dass unser Personal und unsere Einrichtungen bisher größtenteils respektiert worden sind.“ Die weitere Präsenz der UN in dem Land werde von der Entwicklung der Sicherheitslage abhängig gemacht.

Die US-Botschafterin Linda Thomas-Greenfield rief die Taliban ebenfalls dazu auf, Zivilisten zu schützen, humanitäre Organisationen weiter ihre Arbeit machen und alle Ausreisewilligen aus dem Land zu lassen. Die Sitzung des Rates war von Indien organisiert worden, das derzeit die Präsidentschaft inne hat. Unter anderem Estland und Norwegen hatten die Einberufung des Treffens zuvor gefordert.

Update, 16.19 Uhr - Laschet lehnt Zusage Deutschlands für Aufnahme afghanischer Flüchtlinge ab

Der CDU/CSU-Kanzlerkandidat Armin Laschet lehnt eine Zusage Deutschlands für die Aufnahme afghanischer Flüchtlinge ab, die nach der Machtübernahme der Taliban erwartet werden. „Ich glaube, dass wir jetzt nicht das Signal aussenden sollten, dass Deutschland alle, die jetzt in Not sind, quasi aufnehmen kann“, sagte der CDU-Vorsitzende am Montag in Berlin nach Beratungen von Präsidium und Bundesvorstand seiner Partei. „Die Konzentration muss darauf gerichtet sein, vor Ort, jetzt diesmal rechtzeitig - anders als 2015 - humanitäre Hilfe zu leisten.“

Laschet betonte mit Blick auf den damaligen Flüchtlingsstrom nach Deutschland: „Wir dürfen die Fehler von 2015 nicht wiederholen.“ Diese hätten begonnen mit dem mangelnden humanitären Schutz in den Flüchtlingscamps des UN-Flüchtlingskommissars. Nötig sei jetzt eine „humanitäre Kraftanstrengung“. 2015 waren Hunderttausende Migranten weitgehend unkontrolliert nach Deutschland eingereist.

Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hatte am Wochenende die Aufnahme von Kontingenten afghanischer Flüchtlinge in Europa, den USA und Kanada gefordert - jedoch keine Zahlen genannt.

Laschet nannte die Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban in Afghanistan eine „politische und humanitäre Katastrophe“. Mit Blick auf den 20-jährigen westlichen Militäreinsatz in dem Land ergänzte er: „Es ist das größte Debakel, das die Nato seit ihrer Gründung erleidet.“ Man stehe vor einem „Epochenwechsel“.

Der NRW-Ministerpräsident ließ auch Kritik an der Bundesregierung anklingen, indem er deren Evakuierungsaktion für deutsche Staatsangehörige und afghanische Ortskräfte als „längst überfällig“ bezeichnete.

Update, 14.42 Uhr - Innenministerium: Evakuierte Afghanen dürfen einreisen

Menschen, die angesichts der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan evakuiert werden, sollen nach dem Willen der Bundesregierung auch nach Deutschland weiterreisen dürfen. Das versicherte eine Sprecherin von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) am Montag in Berlin. Seehofer hatte am Freitag erklärt, Visa könnten auch erst nach der Einreise nach Deutschland erteilt werden. Auf Nachfrage, warum diese Ankündigung nicht eher erfolgt sei, sagte sie, Seehofer habe in den vergangenen Wochen immer wieder deutlich gemacht, dass er alles für die Ausreise von Ortskräften tun werde.

Die Bundeswehr setzt Maschinen vom Typ A400M ein, um Menschen außer Landes zu bringen. Sie sollen in den nächsten Tagen zentraler Bestandteil einer „Luftbrücke“ sein, über die neben den Botschaftsmitarbeitern auch andere deutsche Staatsbürger sowie Ortskräfte, die für die Bundeswehr oder Bundesministerien in Afghanistan gearbeitet haben oder noch arbeiten, nach Deutschland kommen. Die Flugzeuge bringen Betroffene aus Afghanistan zunächst nach Taschkent im Nachbarland Usbekistan, von dort geht es mit zivilen Maschinen weiter nach Deutschland.

Rückholaktion aus Kabul.

Unser Ziel ist es, möglichst schnell und möglichst viele zu Schützende nach Deutschland zu bringen“, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts wollte keine Prognosen abgeben, wie lange eine solche Operation dauern könne. „So lange es möglich sein wird, solange die Umstände es irgendwie erlauben, werden wir alles daran setzen, diesen Menschen zu helfen.“ Er sagte auch, man sei im Kontakt mit internationalen Hilfsorganisationen und den Vereinten Nationen, um die Hilfe zur Versorgung afghanischer Flüchtlinge in den Nachbarländern Iran und Pakistan schnell substanziell ausbauen zu können.

Update, 13.48 Uhr - Taliban haben überall in Kabul Posten bezogen

Die militant-islamistischen Taliban haben nach ihrer faktischen Machtübernahme in Afghanistan am Montag überall in der Hauptstadt Kabul Polizeistationen und andere Behördengebäude besetzt. Das sagten Bewohner der Stadt am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Auch fuhren bewaffnete Kämpfer in Militär- und Polizeiautos sowie anderen Regierungsfahrzeugen durch die Stadt. Gleichzeitig errichteten sie weitere, eigene Kontrollpunkte in manchen Straßen, wie Bewohner weiter berichteten.

Aus dem Gesundheitsministerium hieß es in einer Erklärung vom Montag, der amtierende Gesundheitsminister Wahid Madschroh habe sich mit der Gesundheitskommission der Taliban getroffen. Demnach bedankten sich beide Seiten für die Gesundheitsdienstleistungen in dem jeweils von der anderen Seite kontrolliertem Gebiet. Der von den Taliban vorgesehene Gesundheitsminister habe alle Mitarbeiter des Gesundheitsbereiches - Männer wie Frauen - dazu aufgerufen, ihre Aufgaben im gesamten Land wieder aufzunehmen.

Update, 13.09 Uhr - EU-Außenminister beraten bei Sonderkonferenz über Afghanistan

Die Außenminister der EU-Länder kommen angesichts der faktischen Machtübernahme der Taliban in Afghanistan am Dienstagnachmittag zu einer außerordentlichen Videokonferenz zusammen. Das kündigte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell am Montag auf Twitter an. Die Ministerinnen und Ministerinnen sollen demnach eine erste Bewertung der Lage vornehmen. „Afghanistan steht an einem Scheideweg“, schrieb Borrell zudem. Die Sicherheit und das Wohlergehen der Afghaninnen und Afghanen sowie die internationale Sicherheit stünden auf dem Spiel.

Update, 12.54 Uhr - Verteidigungsausschuss plant Sondersitzung am Mittwoch

Nach der faktischen Machtübernahme der islamistischen Taliban in Afghanistan soll sich sich der Verteidigungsausschuss des Bundestags noch diese Woche zu einer Sondersitzung treffen. Die Obleute des Gremiums seien sich einig, dass dies vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen und des Evakuierungseinsatzes der Bundeswehr zeitnah notwendig sei, heißt es in einem Schreiben des Vorsitzenden Wolfgang Hellmich (SPD) an Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU), das der Deutschen Presse-Agentur vorlag. Als Termin für die Sitzung komme dieser Mittwochmittag (13 Uhr) in Betracht, hieß es.

Ebenfalls für Mittwoch ist nach dpa-Informationen bereits am Vormittag (11.30 Uhr) eine Sitzung des Auswärtigen Ausschusses geplant. Außenminister Heiko Maas (SPD) berief angesichts der noch unübersichtlichen Lage nach dem Einmarsch der extremistischen Aufständischen für diesen Montagnachmittag ein weiteres Mal den Krisenstab der Bundesregierung ein. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) sagte für diese Woche alle Termine wegen der Lage in Afghanistan ab.

Update, 12.19 Uhr - Videos sollen von Militärflugzeug fallende Menschen zeigen

In der afghanischen Hauptstadt Kabul sorgen in sozialen Medien geteilte Videos für Entsetzen, die zeigen sollen, wie Menschen aus beträchtlicher Höhe von einem Militärflugzeug fallen. Es wurde gemutmaßt, dass die Menschen sich im Bereich der Flugzeugräder der Militärmaschine versteckt hatten. Diese Angaben konnten bislang nicht unabhängig verifiziert werden.

Ein Mann, der in der Nähe des Flughafens lebt, schrieb der Deutschen Presse-Agentur auf Facebook, auf einem benachbarten Dach sei eine dieser Personen gelandet. Es habe gekracht, als habe es eine Explosion gegeben, schrieb der Mann. Er teilte Bilder und Videos der Leiche und sagte noch drei weitere Männer seien in der Nachbarschaft gefunden worden.

Update, 11.50 Uhr - Früherer Nato-Chef lehnt neuen Militäreinsatz in Afghanistan ab

Der frühere britische Nato-Generalsekretär George Robertson hat einen neuen Militäreinsatz mit britischer Beteiligung in Afghanistan abgelehnt. „Wir können dort nicht militärisch reingehen - das ist vorbei, das ist beendet“, sagte Robertson am Montag dem Sender BBC. Der Abzug der Truppen aus dem Bürgerkriegsland sei „viel zu schnell“ gewesen, fügte der britische Labour-Politiker hinzu. Hätte man sich stärker an der Lage vor Ort orientiert und die Kräfte Schritt für Schritt abgezogen, „hätte diese Katastrophe vielleicht verhindert werden können“.

Die militant-islamistischen Taliban hatten in den vergangenen Tagen in Afghanistan in rasantem Tempo eine Stadt nach der anderen eingenommen. Am Sonntag drangen sie auch in die Hauptstadt Kabul ein und brachten den Präsidentenpalast unter ihre Kontrolle. Man müsse nun seine Lektionen lernen und die eigene Verteidigung widerstandsfähiger machen, warnte Robertson. „Und wir müssen aufpassen, was die internationalen Auswirkungen dieses Scheiterns sein werden - sie werden nicht gut sein.“

Update, 11.07 Uhr - Merkel äußert sich erstmals zu Afghanistan

Im CDU-Präsidium hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel erstmals zum Fall Afghanistans geäußert. „Wir erleben bittere Stunden“, sagte die Kanzlerin laut „Bild“-Zeitung in der Sitzung. „Jetzt müssen wir uns auf die Rettung konzentrieren.“
Die Kanzlerin betonte, die Entscheidung, aus Afghanistan abzuziehen, sei am Ende von den Amerikanern getroffen worden. Das habe auch „innenpolitische Gründe“ gehabt. Sie wies ausdrücklich auch auf die Tatsache hin, dass die Sicherung des Flughafens in Kabul nur mit Unterstützung von US-Truppen möglich sei.

Dadurch werde deutlich, was man könne und was nicht, sagte Merkel nach diesen Informationen offenbar auch mit Blick auf die Möglichkeiten der Bundeswehr. Angesichts der drohenden Flüchtlingsbewegungen machte die Kanzlerin klar, wie wichtig es sei, die Nachbarländer Afghanistans sowie die gesamte Region zu unterstützen. Inwieweit Menschen Afghanistan verlassen könnten, werde aber abhängig von den Taliban sein, ergänzte sie demnach.

Update, 10.51 Uhr - Russischer Botschafter will am Dienstag Taliban-Vertreter treffen

Der russische Botschafter will sich am Dienstag mit einem Vertreter der radikalislamischen Taliban in Kabul treffen. Wie der russische Afghanistan-Gesandte Samir Kabulow am Montag dem Radiosender Echo Moskau sagte, steht der Botschafter Dmitri Schirnow in Kontakt mit der Taliban-Führung und wird am Dienstag „mit dem Sicherheitskoordinator der Taliban“ zusammentreffen. Demnach hänge eine mögliche Anerkennung einer Taliban-Regierung durch Russland von deren „Verhalten“ ab

Die Taliban hatten am Sonntag nach einem Eroberungsfeldzug durch Afghanistan die Hauptstadt Kabul erreicht. Die afghanische Regierung erklärte sich zur Machtübergabe bereit, Präsident Aschraf Ghani floh ins Ausland. In einer Facebook-Botschaft gestand er die Niederlage gegen die Taliban ein.

Update, 10.18 Uhr - Dritte Bundeswehr-Maschine gestartet

Nachdem bei Sonnenaufgang am Montagmorgen die erste Bundeswehrmaschine vom Fliegerhorst in Wunstorf (Niedersachen) gestartet ist, sind laut Bild-Informationen inzwischen zwei weitere Flieger vom Typ Airbus A400M abgehoben. Mit den Maschinen sollen Deutsche vor den Taliban gerettet werden.

Update, 9.56 Uhr - Laschet verlangt breit angelegte Luftbrücke aus Afghanistan

CDU-Chef Armin Laschet hat eine breit angelegte Luftbrücke der Bundeswehr verlangt, die neben Deutschen und Ortskräften etwa auch Frauenrechtlerinnen aus Afghanistan holt. Es sei wichtig, dass die Bundeswehr ihre Luftbrücke so lange wie möglich aufrecht erhalte, sagte der Unions-Kanzlerkandidat am Montag beim Eintreffen zu Beratungen der CDU-Spitzengremien in Berlin.

„Diese Luftbrücke darf sich nicht nur beziehen auf Ortskräfte, nicht nur auf deutsche Staatsangehörige, die noch in Afghanistan sind, sondern muss auch aktive Frauen-, Menschenrechtlerinnen, Aktivistinnen, Bürgermeisterinnen und andere umfassen. Das muss im Mandat mit vermerkt sein“, sagte Laschet. Das Kabinett will an diesem Mittwoch ein Mandat für den Hilfseinsatz der Bundeswehr beschließen.

Update, 9.23 Uhr - Laut Bericht: Drei Tote am Flughafen in Kabul

Am Flughafen in Kabul gibt es offenbar drei Tote. Das berichtet das „Wall Street Journal“. Sie seien vor dem Terminal des „Hamid Karzai International Airports“ gestorben. Das US-Militär hatte zuvor mehrere Warnschüsse abgegeben, um Tausende Afghanen davon abzuhalten, das Rollfeld zu stürmen. Ob dabei Menschen gestorben sind, ist unklar. Laut der Nachrichtenagentur Reuters sind es sogar fünf Tote.

Update, 8.52 Uhr - Mehr als 65 Länder dringen auf Ausreisemöglichkeiten aus Afghanistan

25 EU-Länder sowie mehr als 40 weitere Staaten dringen auf weiterhin offene Grenzen und Ausreisemöglichkeiten in Afghanistan. „Afghanen und internationale Bürger, die das Land verlassen wollen, müssen dies tun dürfen; Straßen, Flughäfen und Grenzübergänge müssen offen bleiben“, heißt es in einem am Montagmorgen vom EU-Außenvertreter Josep Borrell veröffentlichten Statement, das den Angaben zufolge auch mit Deutschland abgestimmt ist. Zudem heißt es, dass diejenigen, die in Afghanistan Macht- und Autoritätspositionen innehätten, die Verantwortung für den Schutz von Menschenleben trügen und rechenschaftspflichtig seien. Zudem müssten sie Sicherheit und eine zivile Ordnung sofort wiederherstellen.

Update, 8.24 Uhr - Alle kommerziellen Flüge am Flughafen Kabul gestrichen

Am Flughafen Kabul wurden alle kommerziellen Flüge gestrichen. Dort herrsche zu großes Chaos, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet. Unzählige Afghanen versuchten am Montagmorgen verzweifelt, noch einen Flug zu erwischen und der Taliban-Hölle zu entkommen. Als sie ein Rollfeld stürmen wollten, mussten amerikanische Soldaten Warnschüsse abfeuern.
Bereits am Sonntag wurde der private Flugverkehr vorübergehend eingestellt, jetzt steht er endgültig still.

Update, 7.35 Uhr - US-Soldaten feuern auf Kabuler Flughafen Schüsse ab

US-Soldaten haben am Flughafen von Kabul Schüsse in die Luft abgegeben, um eine riesige Menschenmenge auf dem Rollfeld unter Kontrolle zu bringen. „Ich habe sehr viel Angst. Sie feuern viele Schüsse in die Luft“, sagte ein Zeuge der Nachrichtenagentur AFP am Montag. Nach der Einnahme von Kabul durch die radikalislamischen Taliban haben sich Tausende Afghanen in der Hoffnung auf eine Möglichkeit zur Flucht am Flughafen versammelt
Man wolle mit den Schüssen Afghanen davon abhalten, das Rollfeld zu stürmen, um an Bord von Militärflugzeugen zu gelangen, sagt ein US-Vertreter. Die militärischen Flüge seinen nur für Diplomaten, Botschaftspersonal und einheimische Ortskräfte der Botschaft gedacht.

Update, 7.06 Uhr - Bundeswehrtransporter nach Afghanistan gestartet

Die Bundeswehr ist zur Evakuierung deutscher Staatsbürger und afghanischer Ortskräfte mit einem ersten Transportflugzeug nach Afghanistan aufgebrochen. Am niedersächsischen Fliegerhorst in Wunstorf startete am Montagmorgen eine Maschine des Typs A400M nach Kabul.

Ein Transportflugzeug vom Typ Airbus A400M der Luftwaffe hebt am frühen Morgen auf dem Fliegerhorst Wunstorf in der Region Hannover ab.

Update, 6.55 Uhr - Taliban: Ausländische Militärs müssen Afghanistan verlassen

Alle ausländischen Streitkräfte müssten Afghanistan verlassen, bevor mit dem Umbau der Regierung begonnen werde, fordert ein Taliban-Führer, der namentlich nicht genannt werden will. Das sagte er der Nachrichtenagentur Reuters am Telefon.
Es sei aber noch zu früh, um zu sagen, wie man die Regierung übernehmen werde. Er fügte hinzu, die Taliban-Kämpfer in Kabul seien gewarnt worden, Zivilisten nicht zu verängstigen. Zudem solle den Bürgern erlaubt werden, ihre normalen Tagesaktivitäten wieder aufzunehmen.

Update, 6.16 Uhr - Pentagon: Mehrere hundert Zivilisten aus Afghanistan ausgeflogen

Die US-Streitkräfte haben nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums die Flugverkehrskontrolle auf dem Flughafen von Kabul übernommen. Dabei würden sie von afghanischen Helfern unterstützt, erklärte der Sprecher des Ministeriums, John Kirby, am Sonntagabend (Ortszeit). Der kommerzielle Flugverkehr laufe weiter, auch wenn es zwischendurch zu Unterbrechungen und Verzögerungen gekommen sei. Mehrere hundert Botschaftsmitarbeiter und private US-Bürger wurden dem Ministerium zufolge bisher aus Afghanistan ausgeflogen.

Den Angaben nach sind zusätzlich zu den 1000 Soldaten, die sich bereits in Kabul befanden, zwei Infanteriebataillone sowie weitere Kräfte mit etwa 2000 Soldaten vor Ort. Die Truppenstärke soll in den kommenden 48 Stunden auf 6000 aufgestockt werden. „Wir konzentrieren uns weiterhin auf die uns zugewiesene Aufgabe: den sicheren Abzug des zivilen Personals aus der US-Botschaft und aus dem Land zu erleichtern und den Betrieb am Flughafen zu schützen“, teilte Kirby mit.

Der Sender CNN berichtete, dass die Evakuierung der US-Botschaft abgeschlossen sei. Auch die US-amerikanische Flagge auf dem Gelände sei eingeholt worden. Anderen Medien zufolge ist fast das gesamte Personal zum Flughafen gebracht worden. Eine offizielle Bestätigung gab es dafür allerdings nicht. Der afghanisch-australische Unternehmer Saad Mohseni veröffentlichte ein Video auf Twitter, das dichte Menschenmassen am Flughafen von Kabul zeigt. „Keine Sicherheitskräfte. Keine.“, schreibt er dazu.

Evakuierung deutscher Staatsbürger aus Kabul hat begonnen

Die Evakuierung deutscher Staatsbürger aus der afghanischen Hauptstadt Kabul hat begonnen. In der Nacht zu Montag landeten nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) 40 Mitarbeiter der deutschen Botschaft mit einem US-Flugzeug in Doha im Golfemirat Katar. An Bord der Maschine waren auch vier Angehörige der Schweizer Vertretung in Afghanistan.

Die militant-islamistischen Taliban hatten in den vergangenen Tagen in einem rasanten Tempo eine Stadt nach der anderen teilweise kampflos eingenommen, waren am Sonntag auch in die Hauptstadt Kabul eingedrungen und haben bereits den Präsidentenpalast in ihrer Kontrolle. rosenheim24.de hatte bereits am Sonntag darüber berichtet.

Die Bundesregierung hatte angesichts der dramatischen Lage am Freitag entschieden, das Botschaftspersonal auf ein Minimum zu reduzieren. Am Sonntag wurden alle Mitarbeiter zum Flughafen gebracht, der von tausenden US-Soldaten abgesichert wird.

Der erste Evakuierungsflug wurde mit einer US-Maschine absolviert, da die Bundeswehr erst in der Nacht zu Montag Transportmaschinen vom Typ A400M vom niedersächsischen Wunstorf aus nach Kabul losschicken wollte. Sie sollen in den nächsten Tagen zentraler Bestandteil einer „Luftbrücke“ sein, über die neben den Botschaftsmitarbeitern auch andere deutsche Staatsbürger sowie Ortskräfte, die für die Bundeswehr oder Bundesministerien in Afghanistan gearbeitet haben oder noch arbeiten, nach Deutschland gebracht werden sollen.

*Weitere Informationen folgen!*

mw/mh/dpa

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