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News-Ticker zum Chaos und Terror in Afghanistan

Dritte Evakuierungsmaschine mit 139 Menschen in Kabul gestartet

Konflikt in Afghanistan - Flugfeld in Wunstorf
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Unter schwierigen Bedingungen landen Transportflugzeuge der Bundeswehr auf dem Flughafen in Kabul.

Kabul/Afghanistan - Die Lage in der afghanischen Hauptstadt Kabul ist chaotisch. Die Bundeswehr hofft, Bundesbürger und Ortskräfte ausfliegen zu können. Eine andere Herausforderung: die wohl große Zahl der Flüchtlinge. Alle wichtigen Neuigkeiten zum Geschehen in Afghanistan im News-Ticker:

Update, 22.16 Uhr - Dritte Evakuierungsmaschine mit 139 Menschen in Kabul gestartet    

In der afghanischen Hauptstadt Kabul ist am Dienstagabend eine dritte Maschine zur Evakuierung von Deutschen und Ortskräften gestartet. An Bord seien 139 Menschen, teilte Außenminister Heiko Maas (SPD) im „heute journal“ des ZDF mit. Eine weitere Maschine stehe bereit. 

Update, 18.25 Uhr - Erste Evakuierte aus Kabul zurück in Deutschland   

Die ersten Mitarbeiter der deutschen Botschaft in Kabul sind nach ihrer Evakuierung aus Afghanistan zurück in Deutschland. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur landeten sie am Dienstagnachmittag mit einer Linienmaschine auf dem Berliner Hauptstadtflughafen in Schönefeld.

Update, 16.44 Uhr - Deutschland ließ wohl tausende Liter Bier und Wein ausfliegen - Ortskräfte mussten bleiben

Die Machtübernahme durch die Taliban führt zu extremen Zuständen der Ortskräfte in Kabul. Angst, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit breiten sich aus. Wie Bundeswehr-Hauptmann Marcus Grotian am Montagabend im ZDF-„heute journal“ erklärte, sitzen Hunderte Ortskräfte „in der Todesfalle“.

Die Bundesregierung steht ohnehin wegen der späten und chaotischen Evakuierungsoperation massiv in der Kritik. Außenminister Heiko Maas (SPD) wird zum Beispiel vorgeworfen, frühzeitige Warnungen der deutschen Botschaft in Kabul in Bezug auf den Vormarsch der radikalislamischen Taliban ignoriert zu haben. 

Afghanische Ortskräfte hätten sich zudem mindestens acht bis zehn Wochen lang in Kabul aufgehalten, in der Hoffnung, dort einen Weg in die Freiheit zu finden. Doch diesen wurde offenbar nicht geholfen. Just in dieser Lage rückt ein rückblickend brisantes Detail rund um den Abzug deutscher Truppen aus Afghanistan ins Blickfeld.

Der Spiegel berichtete Anfang Juni von einem außergewöhnlichen logistischen Plan: Nach Informationen des Nachrichtenmagazins sollten enorme Mengen an Bier und kistenweise Wein und Sekt nach Deutschland zurückgeflogen werden. Auch konkrete Zahlen wurden genannt: Von 65.000 Dosen Bier und Radler sowie 340 Flaschen Wein und Sekt war die Rede.

Von Soldaten in Afghanistan hieß es damals, so der Spiegel, dass der Rücktransport entschieden sei. Eine fachgerechte Vernichtung dürfte in Afghanistan kaum möglich sein. Wenngleich keine Vollzugsmeldung publik wurde, scheint es so, als habe Deutschland Transportkapazitäten für Bier und Wein organisiert - afghanische Ortskräfte, die im Sinne der Entwicklungshilfe arbeiteten, wurden zurückgelassen.

Update, 16.02 Uhr - Zweite Evakuierungsmaschine mit 125 Menschen in Taschkent gelandet

Die zweite Evakuierungsmaschine der Bundeswehr mit 125 Menschen aus Afghanistan an Bord ist am Dienstagnachmittag in Taschkent im Nachbarland Usbekistan gelandet. Das sagte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr der Deutschen Presse-Agentur.

Wie bild.de berichtet, soll während des Flugs eine Dreijährige kollabiert sein. Fallschirmjäger sollen sofort eingegriffen und das Kind versorgt haben. Dem Mädchen soll es wieder gut gehen.

Laut übereinstimmenden Medienberichten soll am Dienstag noch ein weiteres Rettungsflugzeug der Bundeswehr nach Kabul fliegen. Bestätigt wurde dies allerdings noch nicht.

Update, 14.57 Uhr - Erste bayerische Städte zur Aufnahme von Afghanen bereit

Erste bayerische Städte haben sich am Dienstag zur Aufnahme von Flüchtlingen aus Afghanistan bereiterklärt, nachdem dort die militant-islamistischen Taliban de facto die Macht übernommen haben. „Die Lage in Afghanistan ist dramatisch. Erschütternde Bilder von Rettung suchenden Menschen am Flughafen Kabul zeigen das ganze Ausmaß der dort herrschenden Verzweiflung und Not“, betonte Münchens 3. Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD).

München könne jederzeit 260 Menschen unbürokratisch aufnehmen und habe dies bereits der Bundesregierung signalisiert, betonte sie. Darüber hinaus habe sie sich bei Außenminister Heiko Maas (SPD) für ein Einzelschicksal stark gemacht - eine Münchnerin, die im Gegensatz zu ihrem Ehemann und ihren drei Kindern keinen deutschen Pass hat, sei bisher nicht auf der Liste der Auszufliegenden.

Auch die Universitätsstadt Erlangen hat die Aufnahme von Menschen aus Afghanistan angeboten. Die Stadt könne kurzfristig zehn Familien aufnehmen, sagte Oberbürgermeister Florian Janik (SPD). Erlangen ist wie München Mitglied im Städtebündnis „Sichere Häfen“. Dem Bündnis, das sich als Wertegemeinschaft zur Aufnahme in Not befindlicher Geflüchteter versteht, gehören bundesweit 100 Kommunen an, darunter neben München und Erlangen auch die bayerischen Städte, Nürnberg, Schwabach, Regensburg, Straubing, Würzburg und Aschaffenburg.

Update, 14.12 Uhr - Zweiter Rettungsflieger mit 120 Menschen wieder gestartet

Nach Informationen der „Bild-Zeitung“ ist der zweite Rettungsflieger der Bundeswehr in Kabul wieder gestartet. Demnach sind circa 120 Menschen an Bord der Maschine. Unter den Passagieren sollen sich neben vorwiegend deutschen Staatsbürgern auch Bürger von NATO-Mitgliedsstaaten befinden.

Für den zweiten Evakuierungs-Flug hat die Luftwaffe offenbar Sonderflugregeln erlassen, um möglichst viele Menschen aus dem Land zu holen. Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) sagte dazu: „Wir nehmen alles mit, was vom Platz her in unsere Flugzeuge passt.“  Im ersten Anlauf gelang es der Bundeswehr lediglich sieben Menschen aus Afghanistan auszufliegen.

Die Luftwaffe der USA evakuierte vor einigen Stunden 640 afghanische Zivilistinnen und Zivilisten aus Kabul – und zwar in nur einem Flugzeug. Wie der anonyme Verteidigungsoffizier aus den USA erklärte, stürmte eine Vielzahl von Afghaninnen und Afghanen in ihrer Verzweiflung durch die halb geöffnete Laderampe des Flugzeug vom Typ C-17 Globemaster 3, einer riesigen Frachtmaschine der Air Force der USA, und verschaffte sich so Zutritt zum Laderaum des Fliegers. Die Menschen wurden nach Katar ausgeflogen.

Laut mehreren Berichten ist es für Einheimische derzeit sehr schwer, an den Kabuler Flughafen zu gelangen. So schrieb ein ehemaliger afghanischer Helfer der Bundeswehr einem deutschen Soldaten, der lange in Afghanistan stationiert war, die Taliban kontrollierten alle Zugänge zum Flughafen und würden die Leute durchsuchen. „Das ist lebensbedrohend für uns alle“, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters den Afghanen.

Update, 13.43 Uhr - Zweiter Rettungsflieger in Kabul gelandet

Die zweite Bundeswehrmaschine für die Evakuierungsaktion in Afghanistan ist auf dem Flughafen in Kabul gelandet. Das sagte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) am Dienstag in Berlin. „Wir nehmen alles mit, was vom Platz her in unsere Flugzeuge passt“, sagte Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) in Berlin. Dies betreffe deutsche Staatsbürger, gefährdete Afghanen und Staatsbürger verbündeter Nationen. 

Update, 13.18 Uhr - Steinmeier: Sind für Tragödie in Afghanistan mitverantwortlich

Die Machtübernahme der Taliban in Afghanistan wird nach Einschätzung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier langfristige weltpolitische Folgen haben. „Wir erleben in diesen Tagen eine menschliche Tragödie, für die wir Mitverantwortung tragen, und eine politische Zäsur, die uns erschüttert und die Welt verändern wird“, sagte das Staatsoberhaupt am Dienstag in Berlin.

Deutschland müsse jetzt alles daransetzen, die eigenen Landsleute und die Afghanen, die ihnen jahrelang zur Seite gestanden hätten, in Sicherheit zu bringen. „Darüber hinaus müssen wir gemeinsam mit unseren Verbündeten nach Möglichkeiten suchen, auch denjenigen zu helfen, die in Afghanistan jetzt von Gewalt oder Tod bedroht sind, darunter viele mutige Frauen.“ Steinmeier betonte: „Die Bilder der Verzweiflung am Flughafen von Kabul sind beschämend für den politischen Westen. Umso mehr müssen wir jetzt zu denen stehen, denen wir durch ihre Arbeit und Unterstützung für ihren Einsatz verpflichtet sind.“

Update, 12.41 Uhr - Bundesregierung setzt Entwicklungshilfe für Afghanistan aus

Nach der faktischen Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban in Afghanistan hat die Bundesregierung die staatliche Entwicklungshilfe für das Land ausgesetzt. Das sagte Entwicklungsminister Gerd Müller am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Alle deutschen und internationalen Mitarbeiter der für die staatliche Entwicklungshilfe zuständigen Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) hätten sicher das Land verlassen. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, Ortskräfte der deutschen Entwicklungszusammenarbeit und mit uns kooperierender Hilfsorganisationen, die dies wollen, sicher aus Afghanistan zu bringen“, ergänzte Müller.

Afghanistan war bisher die Nummer eins unter den Empfängerländern deutscher Entwicklungshilfe. Für dieses Jahr waren 250 Millionen Euro veranschlagt. Davon ist aber noch kein Euro ausgezahlt worden. Daneben flossen bisher Gelder aus anderen Ressorts an Afhanistan, zum Beispiel für humanitäre Hilfe oder Polizeiausbildung. Insgesamt hatte Deutschland für dieses Jahr 430 Millionen Euro zugesagt.

Update, 12.15 Uhr - Nächster Rettungsflieger gestartet

Der nächste A400M der Bundeswehr ist in Usbekistan gen Kabul gestartet, berichtet die „Bild“-Zeitung. Der Flieger soll gegen 15 Uhr Ortszeit (13.30 MEZ) in Kabul landen, informiert Spiegel-Korrespondent Matthias Gebauer auf Twitter. Bis dahin sollen so viele der rund 80 deutschen Staatsbürger wie möglich zum Militär-Flughafen gelotst werden. „Immer mehr Checkpoints der Taliban machen die Sache nicht einfacher“, so Gebauer weiter.

Update, 11.28 Uhr - Zweite Evakuierungs-Maschine der Bundeswehr soll bald starten

Die zweite Evakuierungs-Maschine der Bundeswehr soll noch am Dienstagvormittag vom usbekischen Taschkent aus Richtung Kabul starten. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Militärkreisen. Der erste Evakuierungsflieger vom Typ A400M war am Montagabend unter dramatischen Umständen in der afghanischen Hauptstadt gelandet. Wegen der gefährlichen Lage am Flughafen konnte er nur sieben Menschen ausfliegen: Fünf Deutsche, eine Person aus einem anderen europäischen Land und eine afghanische Ortskraft.

Die Lage am Flughafen Kabul hat sich nach Angaben von Außenminister Heiko Maas stabilisiert. „Die Bundeswehr sichert nun den Zugang“, twittert Maas am Dienstagvormittag. „Weitere Evakuierungsflüge erwarten wir im Laufe des Tages. Die Botschaft hat daher eine erste Gruppe zu Evakuierender kontaktiert, um ihren Abflug zu ermöglichen.“ Ziel sei der Aufbau einer stabilen Luftbrücke, um so deutsche Staatsangehörige, Ortskräfte und andere zu schützende Personen sicher nach Deutschland zu bringen. 

Update, 11.02 Uhr - Gerade noch im Urlaub: Britische Regierung in der Kritik

Der britische Premier Boris Johnson sowie Außenminister Dominic Raab sind wegen ihrer Urlaubsreisen während der Zuspitzung der Lage in Afghanistan in die Kritik geraten. Der britische Generalmajor Charlie Herbert, der zwischen 2007 und 2018 mehrfach in Afghanistan im Einsatz gewesen ist, sagte dem „Guardian“: „Es ist fast unmöglich zu glauben, dass der Premierminister am Samstag in den Urlaub gefahren ist, er sollte sich schämen. Das ist eine Pflichtverletzung außergewöhnlichen Ausmaßes.“

Johnson war am Samstag nach Somerset im Südwesten Englands aufgebrochen, allerdings bereits am Sonntag wieder zurückgekehrt. Außenminister Dominic Raab, der die Woche auf Zypern verbracht und Medienberichten zufolge am Wochenende noch am Strand gesichtet worden war, kehrte ebenfalls am Sonntagabend nach London zurück. Am Mittwoch sollen beide Kammern des britischen Parlaments trotz Sommerpause zu Sondersitzungen zusammenkommen.

Update, 10.24 Uhr - Demonstrationen geplant für Rettung von Menschen aus Afghanistan

Nach der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan wollen Hilfsinitiativen am Dienstag für eine schnelle Rettung bedrohter Menschen demonstrieren. Angemeldet ist eine Demonstration mit 500 Teilnehmern um 17 Uhr vor dem Reichstagsgebäude in Berlin, wie eine Sprecherin der Initiative Seebrücke sagte. Auch in Potsdam, Köln und Bochum soll demonstriert werden. Bereits am Montag gab es kleinere Kundgebungen.

Seebrücke, eine Initiative, die sich für Seenotrettung und die dauerhafte Aufnahme von Flüchtlingen einsetzt, teilte mit: „Wir fordern die Bundesregierung auf, umgehend so viele Menschen wie möglich aus Afghanistan zu evakuieren. Die Evakuierung darf nicht nur einigen wenigen vorbehalten bleiben.“ Gerettet werden müssten auch Ortskräfte, Partner der Bundesregierung, Aktivisten, Frauenrechtlerinnen und Journalisten.

Update, 9.41 Uhr - Bericht: Zweite Rettungsaktion in Kabul verzögert sich

Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, soll sich die zweite Rettungsaktion für Deutsche auf dem Flughafen in Kabul verzögern. Nach dem Bericht soll nun um 11.30 Uhr deutscher Zeit ein Flieger aus der usbekischen Hauptstadt Taschkent starten. Ursprünglich war von einer Landung in Kabul um 10 Uhr die Rede. Wie es heißt, will die Bundeswehr eine Wiederholung der schwierigen Rettungsaktion von Montag unbedingt vermeiden

Update, 9.16 Uhr - Fünf Deutsche unter den sieben Geretteten auf Bundeswehr-Flug

Am Montagabend wurden nur sieben Personen mit einer Bundeswehr-Maschine aus Kabul gerettet und ausgeflogen. Nach Informationen von „Bild“ und „Spiegel“ an Bord: Fünf Deutsche (zwei mit doppelter Staatsbürgerschaft), ein Niederländer und eine Ortskraft. Weitere Passagiere waren nicht an Bord, erfuhr „Bild“ aus Regierungskreisen.

Gegen 10 Uhr soll der nächste A400M der Bundeswehr landen, schrieb Spiegelkorrespondent Matthias Gebauer am Montagmorgen auf Twitter. „Heute sollen die rund 80 in Kabul abgesetzten Fallschirmjäger versuchen, mehr Deutsche an Sammelpunkte in der Stadt und von dort zum militärischen Teil des Flughafens zu dirigieren“, so Gebauer weiter.

Update, 8.44 Uhr - Ministerin: Erster Flug nach Kabul nach schwieriger Landung erfolgt

Nach der faktischen Machtübernahme der Taliban in Afghanistan ist nach Angaben von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer der erste Flug der Bundeswehr dorthin unter äußerst schwierigen Umständen erfolgt. „Wir haben eine sehr unübersichtliche, gefährliche, komplexe Situation am Flughafen, vor allen Dingen durch die Menschenmengen“, sagte die CDU-Politikerin am Dienstagmorgen im ARD-“Morgenmagazin“.

„Wir haben es gestern geschafft, in einer wirklich halsbrecherischen Landung unsere Maschine zu Boden zu bringen. Wir haben vor allen Dingen Soldaten dorthin gebracht, die jetzt absichern, damit die Leute, die wir rausfliegen wollen, auch überhaupt die Möglichkeit haben, zum Flugzeug zu kommen. Das war gestern der Hauptauftrag“, so die Ministerin.

„Wir hatten nur ganz wenig Zeit, und deswegen haben wir nur die mitgenommen, die jetzt wirklich auch vor Ort waren, und die konnten gestern wegen der chaotischen Situation noch nicht in einer größeren Zahl am Flughafen sein“, sagte Kramp-Karrenbauer. Auf die in einem Medienbericht genannte Zahl von sieben Personen von der offiziellen Ausflugsliste an Bord der Maschine ging sie nicht explizit ein.

Update, 8.05 Uhr - Nächste Bundeswehr-Maschine wartet auf Freigabe für Kabul-Flug

Eine Maschine der Bundeswehr warte derzeit auf die Freigabe der Amerikaner, um nach Kabul fliegen zu können, sagt Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer in der ARD. Sie hoffe, dass in den kommenden Tagen eine Luftbrücke aufgebaut werden könne. Die Lage am Flughafen Kabul sei aber sehr unübersichtlich.

Update, 7.25 Uhr - Rund 640 Afghanen zwängen sich in eine einzige US-Maschine

Ein Flugzeug der US-Luftwaffe hat einem Medienbericht zufolge mit einem einzigen Flug rund 640 afghanische Zivilisten in Sicherheit gebracht. Die Internetseite „Defense One“ veröffentlichte am Montag ein Foto des vollgepackten Innenraums der Transportmaschine vom Typ C-17, in dem die Afghanen auf dem Boden sitzen – der vor lauter Menschen nicht mehr zu sehen ist. Das Bild ging inzwischen viral.

„Defense One“ berichtete, panische Afghanen hätten sich in Kabul über die halboffene Rampe ins Flugzeug gezogen. Die Besatzung habe sich entschieden zu fliegen, statt die Menschen wieder von Bord zu zwingen. Aus Sicherheitskreisen habe es geheißen, nach der Landung in Katar seien 640 Zivilisten aus der Maschine ausgestiegen. Nach Angaben des Herstellers Boeing ist die riesige Frachtmaschine eigentlich für bis zu 134 Passagiere ausgelegt. Das US-Verteidigungsministerium bestätigte den Bericht zunächst nicht.

Update, 6.43 Uhr - Wer ist Schuld am Desaster in Afghanistan? Biden verteidigt sich

Trotz der faktischen Machtübernahme der Taliban in Afghanistan hat US-Präsident Joe Biden seinen Entschluss zum Abzug der US-Truppen aus dem Land gegen wachsende Kritik verteidigt. „Ich stehe voll und ganz hinter meiner Entscheidung“, sagte Biden am Montag (Ortszeit) im Weißen Haus. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) räumten dagegen ein, die internationale Gemeinschaft habe die Lage in Afghanistan falsch eingeschätzt und ihre Ziele bei dem Einsatz nicht erreicht.

Biden wiederum betonte, die jüngsten Entwicklungen hätten ihn in seiner Entscheidung nur bestärkt. Den Taliban drohte er zugleich mit Vergeltung, falls sie US-Kräfte oder -Ziele angreifen sollten. Bei Handlungen, die amerikanisches Personal oder deren Mission gefährden würde, müssten die Taliban mit einer „raschen und starken“ militärischen Reaktion der USA rechnen, sagte Biden. „Wir werden unsere Leute mit vernichtender Gewalt verteidigen, falls nötig.“

Der US-Präsident erhob schwere Vorwürfe gegen die entmachtete politische Führung und die Streitkräfte des Landes. „Die politischen Anführer Afghanistans haben aufgegeben und sind aus dem Land geflohen“, sagte er. „Das afghanische Militär ist zusammengebrochen, manchmal ohne zu versuchen zu kämpfen.“ Die jüngsten Ereignisse hätten bekräftigt, dass die Abzugsentscheidung richtig sei. „Amerikanische Truppen können und sollten nicht in einem Krieg kämpfen und in einem Krieg sterben, den die afghanischen Streitkräfte nicht bereit sind, für sich selbst zu führen.“ Biden räumte aber ein, die USA hätten das Tempo des Taliban-Vormarsches unterschätzt: „Dies hat sich schneller entwickelt, als wir erwartet hatten.“

Erster deutscher Rettungsflieger in Kabul gestartet - aber nur sieben Passagiere an Bord

Nach stundenlanger Verzögerung und Warteschleifen in der Luft konnte der A400M in der Nacht zu Dienstag (17. August) dort landen. Die Maschine setzte Fallschirmjäger ab, die die Rettungsaktion absichern sollen, nahm auszufliegende Menschen an Bord und startete schnell wieder (News-Ticker Montag, 16. August). Laut einem Bericht der Bild-Zeitung zufolge saßen jedoch nur sieben Menschen (!) von der offiziellen Ausflugsliste im Rettungsflieger. Weitere Passagiere waren nicht an Bord, offenbar hatte es die Botschaft nicht mehr rechtzeitig geschafft, weitere Menschen zum Flughafen zu bringen. Bild beruft sich in dem Bericht auf „Regierungskreise“. „Mit zu Schützenden ist die Maschine nun auf dem Weg nach Taschkent“, teilte das Verteidigungsministerium auf Twitter mit.

Die Maschine vom Typ A400M war zuvor fünf Stunden lang über dem Flughafen gekreist, der wegen chaotischer Zustände auf dem Rollfeld vorübergehend gesperrt war. Das Benzin hätte nicht mehr lange gereicht, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur (dpa) in Sicherheitskreisen. Es blieb nur noch ein Zeitfenster von wenigen Minuten, bevor die Maschine zum Auftanken nach Taschkent hätte zurückkehren müssen. Zuvor hatte bereits eine andere Transportmaschine der Bundeswehr den Anflug auf Kabul abbrechen müssen.

Die beiden Flugzeuge sollen deutsche Staatsbürger und afghanische Ortskräfte, die früher für die Bundeswehr oder Bundesministerien gearbeitet haben oder noch arbeiten, zunächst nach Usbekistan bringen. Vom dortigen Drehkreuz Taschkent soll es dann mit Chartermaschinen weiter nach Deutschland gehen. Die beiden A400M waren am Morgen vom niedersächsischen Wunstorf Richtung Kabul gestartet und in Baku in Aserbaidschan zwischengelandet. Die in Kabul abgesetzten Fallschirmjäger der Division Schnelle Kräfte sollen nun US-Soldaten dabei unterstützen, auf dem Flughafen wieder Ordnung herzustellen und einen sicheren Ablauf der Evakuierung zu ermöglichen.

*Weitere Informationen folgen!*

mw/mh/dpa

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