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Viele Tourengeher in den Tiroler und Salzburger Bergen

Zahlreiche Lawinenabgänge und Unfälle in den Alpen - sieben Tote in Frankreich

Viele Skitourengeher waren am Samstag (8. Mai) in den Bergen unterwegs. Trotz der recht guten Bedingungen kam es zu zahlreichen Lawinenabgängen und Unfällen.

Tirol/Salzburg - Das schöne Wetter lockte am Samstag (8. Mai) wieder zahlreiche Bergsportbegeisterte hoch hinauf in die Alpen, um die Sonnenstrahlen und den Schnee auszunutzen. Auch der Lawinenwarndienst Österreich meldete für Samstag eigentlich „nur“ eine mäßige Lawinengefahr. Trotz alledem kam es zu zahlreichen Lawinenabgängen und Unfällen mit mehreren Verletzten. In Frankreich sind sogar durch Lawinenabgänge sieben Menschen gestorben. 

Lawinenunfall in Vent, Ötztaler Alpen - Weißkugelgruppe

Mittags gegen 11.35 Uhr war ein 57-jähriger Skitourengeher aus Italien in der Weißkugelgruppe in den Ötztaler Alpen unterwegs. Er fuhr unterhalb des Skidepots der Weißkugel in die Ostflanke des Berges ein. Zuvor waren bereits mehrere Personen an dieser Stelle abgefahren, sodass sich dort bereits Spuren befanden. Auch der Sohn des Mannes war hier bereits abgefahren. Jedoch löste sich im Zuge der Abfahrt eine Lawine und riss den Italiener rund 150 Meter mit in die Tiefe. Der Skifahrer wurde teilweise durch die Schneemassen verschüttet und blieb an der Lawinenoberfläche liegen. Aufgrund seiner Verletzungen unbestimmten Grades wurde der Mann nach der Erstversorgung mit dem Notarzthubschrauber C5 ins Krankenhaus nach Meran geflogen. 

Lawinenabgang in St. Leonhard im Pitztal - Watzesspitze

Eine 33-jährige Deutsche und eine 35-jährige Österreicherin übernachteten bereits von Freitag (7. Mai) auf Samstag im Winterraum der Kaunergrathütte. Am Samstagvormittag gegen 11.15 Uhr waren die beiden Frauen mit den Tourenskiern in Richtung Watzesspitze (3532 Meter) unterwegs. Auf einer Höhe von 3330 Metern errichteten die Alpinistinnen ein Skidepot und gingen von dort aus mit Steigeisen durch eine etwa 40 Grad steile Rinne weiter aufwärts Richtung Gipfel.

Während ihres Aufstiegs löste sich jedoch plötzlich ein Schneebrett mit circa 20 Metern Breite oberhalb der Frauen und riss beide rund 100 Meter durch teils felsdurchsetztes Gelände mit in die Tiefe. Die Bergsteigerinnen hatten dabei noch Glück und wurden nur oberflächlich verschüttet. Sie konnten noch selbst einen Notruf absetzen. Der Notarzthubschrauber Christophorus 1 brachte sie schließlich mit Verletzungen unbestimmten Grades in das Krankenhaus in Zams. 

Schneewechtenabbruch und Lawine in Obertauern - Glöcknerin

Am Vormittag war eine Gruppe von Skitourengehern von Obertauern ausgehend unterwegs zur Glöcknerin. Mit dabei war auch die Hündin einer 26-jährigen Pongauerin. Gegen 11 Uhr lief das Tier etwas zu weit auf eine Schneewechte hinaus. Diese konnte das plötzliche Gewicht nicht mehr tragen, woraufhin die Wechte samt Hund abbrach. Das Tier stürzte die Südflanke der Glöcknerin durch teilweise felsdurchsetztes und sehr steiles Gelände in Richtung Brettleiten/Lantschfeld ab.

Die Absturzstelle des Hundes unterhalb der Glöcknerin.

Aus dem Abbruch der meterhohen Wechte entwickelte sich auch noch eine Lawine, die etwa 800 Meter weit ins Tal schoss. Nach der Hündin wurde anschließend per Suchflug geortet. Sie konnte schließlich rund 600 Höhenmeter unter der Absturzstelle, teilweise von den Schneemassen verschüttet, gesichtet werden. Gemeinsam mit der Besitzerin, einem 20 Meter langen Bergeseil und einem speziellen Hundebergegeschirr konnte das Tier schließlich aus den Schneemassen befreit werden. Die Hündin zog sich trotz des Absturzes keine lebensgefährlichen Verletzungen zu und wird derzeit tierärztlich betreut. 

Skiunfall in Sölden

Ebenfalls am Vormittag, gegen 10.20 Uhr kam es zu einem Skiunfall in Sölden. Schuld war dieses Mal jedoch keine Lawine. Ein 40-jähriger Österreicher war wohl zuvor mit seinen Tourenskiern aufgestiegen und fuhr die mittlerweile für den Publikumslauf gesperrte Abfahrt vom Giggijoch in Sölden talwärts. Bei der Abfahrt übersah der Mann jedoch eine apere Stelle und stürzte. Dabei verletzte sich der Bergsportler schwer im Rückenbereich. Der 40-Jährige wurde nach der Erstversorgung umgehend mit dem Nothubschrauber Martin 2 ins Krankenhaus nach Innsbruck geflogen.

Sieben Tote in Frankreich

Bei zwei Lawinenunglücken in den französischen Alpen sind insgesamt mindestens sieben Menschen getötet worden. In der Nähe des Ortes Valloire in Savoyen erfasste eine Lawine zwei Gruppen von Wanderern. Vier Menschen starben, wie die örtliche Präfektur am Samstag berichtete. Retter setzten am Unfallort unweit des vor allem von der Tour de France berühmten Galibier-Passes auch zwei Hubschrauber und Suchhunde ein, um Opfern zu helfen.

In der Nähe des fast 3800 Meter hohen Berges Mont Pourri südöstlich von Bourg-Saint-Maurice wurden ebenfalls Wanderer von einer Lawine überrascht, drei Menschen kamen ums Leben. Der Präfekt Pascal Bolot forderte die Menschen in der Region zu höchster Vorsicht auf - auch am Sonntag drohten Lawinen. Behörden hatten bereits mehrfach vor der Gefahr in der Gebirgsregion gewarnt. In der zurückliegenden Woche waren bereits mehrere Menschen bei Lawinenunglücken in den französischen Alpen ums Leben gekommen.

ce/Landespolizeidirektion Salzburg/Landespolizeidirektion Tirol

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/BERGRETTUNG OBERTAUERN/APA | Unbekannt

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