Tote bei Al-Kaida-Sturm auf Geheimdienstzentrale

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Schwarzer Rauch stieg über der Zentrale des Geheimdienstes in Aden auf.

Sanaa - Schwer bewaffnete Extremisten haben die Geheimdienst-Zentrale in der südlichen Hafenstadt Aden gestürmt, elf Menschen getötet und mehreren Gefangenen zur Flucht verholfen.

Wie Augenzeugen berichteten, schossen sie sich bei dem spektakulären Überfall am Samstag den Weg mit Panzerfäusten, Handgranaten und Schnellfeuergewehren frei. Dem brutalen Angriff fielen nicht nur sieben Sicherheitsbeamte, unter ihnen Wachtposten, zwei weibliche Beamtinnen und ein Amtsarzt zum Opfer, sondern auch drei Frauen und ein sieben Jahre alter Junge in umliegenden Wohnhäusern. Die mutmaßlichen Al-Kaida-Terroristen konnten entkommen.

Ziel des Überfalls war der Hochsicherheitstrakt der Abteilung für Politische Sicherheit des regionalen Geheimdienstes. Dort werden mutmaßliche Al-Kaida- Terroristen und Anhänger der südjemenitischen Separatisten-Bewegung festgehalten. Eine nicht näher genannte Zahl von Gefangenen konnte fliehen, wie das Internet-Portal “yemenpost.net“ unter Berufung auf Augenzeugen berichtete. Die Behörden bestätigten das zunächst nicht.

Der Oberste Sicherheitsrat des Landes sprach in einer ersten Stellungnahme von einer “niederträchtigen Tat“, die die “Handschrift der Al-Kaida“ trage. Die Verantwortlichen würden verfolgt und vor Gericht gestellt werden.

Für die Terrorbekämpfung im Jemen bedeutete die Aktion einen ernsthaften Rückschlag. “Wir wurden getroffen, wo wir es am wenigsten erwartet hätten“, räumte der jemenitische Informationsminister Hassan al-Lausi ein. “Es handelt sich um eine schwere Eskalation seitens dieser terroristischen Elemente“, sagte er dem Fernsehsender Al-Arabija.

Die Regierung in Sanaa hatte zuletzt den militärischen Druck auf den im Jemen aktiven regionalen Ableger der Al-Kaida verstärkt. Auch einige der meistgesuchten Terroristen des Nachbarlandes Saudi-Arabien sind bei der Gruppe untergetaucht. Auch der US-Geheimdienst CIA hatte seine Anstrengungen in dem südarabischen Land verstärkt, nachdem im Dezember bekanntgeworden war, dass ein vereitelter Anschlag in einem Flugzeug nach Detroit im Jemen geplant worden war.

Freischärler der südjemenitischen Separatisten-Bewegung erschossen am Sonntag in der südlichen Provinzhauptstadt Dhalea zwei Armeeoffiziere. Sie gerieten mit ihrem Fahrzeug in einen Hinterhalt, wie das Verteidigungsministerium in Sanaa mitteilte. Zwei weitere Soldaten in dem Wagen blieben unverletzt. Sie erwiderten das Feuer, töteten zwei Angreifer und verletzten einen dritten. Dhalea und die gleichnamige Provinz gelten als Hochburg der Separatisten-Bewegung, die die Abtrennung des Südens vom Norden des Landes anstrebt. Der heutige Jemen war 1990 aus der Vereinigung von Nord- und Südjemen entstanden.

dpa

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