29 Tote bei Unruhen in Bangkok

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Bei den Unruhen in Bangkok sind insgesamt 29 Menschen ums Leben gekommen.

Bangkok - Die Regierungsgegner in Bangkok widersetzen sich hartnäckig dem Militär. Das stellte den Aufständischen ein neues Ultimatum.

Mit Guerillamethoden wie im Bürgerkrieg haben Regierungsgegner am Wochenende in Bangkok versucht, sich dem Zugriff der Armee zu widersetzen. Tausende Soldaten umzingelten das Geschäftsviertel der thailändischen Hauptstadt, in dem sich die oppositionellen “Rothemden“ seit Wochen verbarrikadiert haben. Doch gelang es militanten Aktivisten immer wieder, die Sperren zu umgehen und neue Brandherde zu schüren. Die Regierung stellte ihnen am Sonntag ein neues Ultimatum: Abzug bis Montagnachmittag. Was dann passieren sollte, blieb unklar. Unterdessen stieg die Zahl der Todesopfer der blutigen Auseinandersetzungen auf 29.

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Wie die Zeitung “Bangkok Post“ unter Berufung auf Krankenhaus- Angaben berichtete, kamen am Sonntag zwei Menschen bei Straßenkämpfen ums Leben. Am Vortag seien es acht gewesen. Den Angaben zufolge wurden bei den Unruhen seit Donnerstag mehr als 220 Menschen verletzt, darunter auch vier Journalisten. Am Samstag erreichten die Kämpfe auch die unmittelbare Nähe der deutschen Botschaft. Das Militär blockierte die Sathorn-Straße vor dem Gebäude. Die Botschaft beschloss daraufhin, den Publikumsverkehr einzustellen. Ein sicherer Zugang sei nicht mehr gewährleistet, sagte Botschafter Hanns Schumacher der dpa. Ein konsularischer Notdienst für Deutsche, die in Schwierigkeiten geraten, werde in den Räumen der französischen Botschaft außerhalb der Gefahrenzone angeboten.

Rauchsäulen über Geschäftsviertel

Über den abgeriegelten Viertel standen am Sonntagnachmittag hohe Rauchsäulen. Die Armee warnte, dass in dem Areal scharf geschossen werde. Immer wieder waren Gewehrsalven zu hören. Tausende Soldaten kauerten in Hauseingängen und hinter Hecken, mit Maschinengewehren im Anschlag. Aus den Reihen der Demonstranten flogen Molotowcocktails und Brandbomben in Richtung Sicherheitskräfte Augenzeugen berichteten, dass viele Frauen und Kinder, die seit Wochen unter den Demonstranten kampiert hatten, die Zone verließen. “In der Innenstadt sitzt ein harter Kern aus 1000 bis 2000 gewaltbereiten Rothemden“, sagte der Botschafter dem audio-Dienst der dpa. Die Regierung habe versucht, mit Fingerspitzengefühl und Zurückhaltung zu agieren. “Das übliche von den Medien verbreitete Bild, der arme Bauer kämpft gegen die Unterdrücker aus Bangkok, das stimmt hier einfach nicht“, sagte er.

Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva brandmarkte die militanten Aktivisten als Terroristen. Das Militär habe keine andere Wahl als hart durchzugreifen, sagte er. Er sehe keine Chance mehr für eine friedliche Lösung. Abhisit kündigte zwei arbeitsfreie Tage in Bangkok an. Die 400 Schulen blieben geschlossen, ebenso der öffentliche Verkehr. Eine zunächst angekündigte Ausgangssperre wurde nicht umgesetzt. “Die Situation ist noch unter Kontrolle“, sagte der stellvertretende Armee-Stabschef Aksara Kerdpol. Die seit Mitte März in Bangkok demonstrierenden Rothemden verlangen die Auflösung des Parlaments. Sie sind überwiegend Anhänger des 2006 gestürzten Regierungschefs Thaksin Shinawatra, der sie aus dem Exil kräftig anfeuert. Ein Angebot von Abhisit für Neuwahlen im November war vergangene Woche in greifbarer Nähe, doch erhob das Oppositionsbündnis UDD dann neue Forderungen. Es ging dem Vernehmen nach darum, den Anführern der Proteste Untersuchungshaft zu ersparen.

dpa

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