"Absturz über Freilassing hätte eine andere Dimension"

Tote und Verletzte bei Notfall-Übung am Salzburger Flughafen

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Salzburg - Am Freitag, 24.Mai, fand am Salzburger Flughafen eine große Einsatzübung statt. 

Die Sperre des Airports wegen der Pistensanierung nutzte der Flughafen am Freitagmittag für eine großangelegte Notfallübung. Das Übungsszenario war der Abbruch eines Starts, das Flugzeug kommt dabei von der Piste ab und spießt dabei mit den Flügeln auch noch ein Fahrzeug des Airports auf. 

Bettina Oestreich beobachtete im Auftrag der Deutschen Fluglärmkommission die Abläufe genau und fragte sich, ob bei einem Absturz auf deutschem Gebiet die Alarmierung auch so schnell funktioniere. 

Der Betriebsleiter des Flughafens, Michael Günther, meinte, die Staatsgrenze sei die natürliche Grenze, die Feuerwehr des Airports würde aber selbstverständlich auf Anforderung zu Hilfe eilen.

Große Einsatzübung am Salzburg Airport

Die genaue Übungsannahme war, dass ein Embraer Jet der Fluggesellschaft Austrian Airlines beim Startvorgang von der Startbahn abgekommen ist und dabei mit einem Flughafen Boden-Fahrzeug kollidierte. Dabei wurden Teile der Tragfläche weggerissen und das Triebwerk fing Feuer. An Bord der Maschine waren 40 Passagiere und vier Crew-Mitglieder. 

Es gab es Tote und zahlreiche Verletzte. „In der Übung wurden sämtliche System- und Kommunikationsabläufe zwischen den Schnittstellen der einzelnen Organisationen geprobt um für den Ernstfall bestens gerüstet zu sein“, so Einsatzleiter Michael Günther. Der Salzburger Flughafen berief sein Krisenmanagement Team ein, das im Hintergrund sämtliche Abläufe koordinierte und nach außen kommunizierte.

Schnelles Eintreffen der Rettungskräfte

Einen sehr guten Ablauf der Übung attestierte Einsatzleiter Michael Günther bereits nach einer Stunde, „die Alarmierung, die Verständigung der Einsatzkräfte und deren Zufahrt, das alles hat einfach sehr gut funktioniert“. Für Außenstehende würde sich oft ein chaotisches Bild darstellen, aber die Einteilung der Kräfte habe bei der Übung sehr gut funktioniert. 

Die Feuerwehr des Flughafens sei selbstverständlich schnell vor Ort, innerhalb von drei Minuten, die wenige Kilometer entfernte Berufsfeuerwehr ebenso, die Rettungswagen vom Stadtteil Schallmoos könnten allerdings schon länger brauchen, wenn die Stadt verstaut ist. „Gott sei Dank gibt es eine Autobahn und mehrere Wege zum Flughafen-

Und in Bayern? Gibt es Pläne?

Wenn eine Flugzeugkatstrophe auf bayerischem Staatsgebiet stattfinden würde wäre in erster Linie der Bayerische Katastrophenschutz zuständig, also das Landratsamt als Koordinationsstelle. „Was mich heute interessiert hätte ist, wenn das auf bayerischer Seite passiert wäre, gibt es Kommunikationspläne und konkrete Ansprechpartner, weil ein Absturz über bewohntem Gebiet in Freilassing wäre doch noch einmal eine andere Dimension als die Übungsannahme“, so Oestreich. Ihre Fragen bekam sie als Beobachterin nicht beantwortet.

Der Einsatzleiter antwortete auf Nachfrage, dass bei einem Absturz zwischen dem Flughafen und der österreichischen Seite der Saalach der Einsatz der Airport-Feuerwehr behördlich festgelegt sei, „irgendwann ist dann aber eine Berufsfeuerwehr oder eine Freiwillige Feuerwehr schneller vor Ort“. 

Wenn es einen Absturz auf bayerischem Gebiet geben sollte sei es das Einsatzgebiet der deutschen Behörden, „da liegt dann einfach eine Staatsgrenze zwischen uns“. Natürlich sei man bereit auszufahren und Hilfe anzubieten.

Michael Hudelist

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