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„Härte eines gerechten Krieges“ sei „gerechte Bestrafung“

„Eliten-Bande muss liquidiert werden“: Russen-Regisseur ruft zu Vernichtung der Ukraine auf

Eine ältere Frau geht mit ihren Hunden an einem durch einen russischen Luftangriff beschädigten Wohnhaus vorbei.
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Eine ältere Frau geht mit ihren Hunden an einem durch einen russischen Luftangriff beschädigten Wohnhaus vorbei.

Die Kreml-treue Nachrichtenagentur RIA sorgt derzeit für Aufsehen. In einem Beitrag des russischen Regisseurs Timofei Sergeitsev wird offen zur Vernichtung der Ukraine aufgerufen. In erschreckender Art und Weise.

„Was soll Russland mit der Ukraine machen?“ Dieser Frage widmet sich ein Text, der am Montag (4. April) von der staatlichen russischen Nachrichtenagentur RIA veröffentlicht wurde. Der Verfasser des Beitrags: Der Filmproduzent Timofei Sergeitsev. Sein 2012 erschienener Film „The empty home“ wurde als kirgisischer Beitrag für den Oscar für die beste Fremdsprache bei den 85. Oscar-Verleihungen ausgewählt.

Sergeitsev vertritt in seinen Zeilen die radikale Ansicht, die Ukraine habe sich seit 1989 zu einem „nationalsozialistischen“ Staat entwickelt. „Der Gestalter, die Quelle und der Förderer des ukrainischen Nazismus“ sei demnach der Westen – die Ukraine ein Werkzeug um Russland zu zerstören. „Die Entnazifizierung gehört zu einer Reihe von Maßnahmen, die auf die nazifizierte Masse der Bevölkerung abzielen, die formal gesehen nicht direkt als Kriegsverbrecher bestraft werden kann“, heißt es weiter.

Propaganda-Regisseur spricht von „Völkermord am russischen Volk“

Mit dem „Erleiden der unvermeidlichen Härte eines gerechten Krieges“ sei die „gerechte Bestrafung“ der „Komplizen des Nationalsozialismus“ möglich, schreibt Sergeitsev in erschreckend martialischen Worten. Weiter seien nach Ansicht des Regisseurs sowohl die ukrainische Armee als auch die „Milizen der Territorialverteidigung“ am „Völkermord am russischen Volk schuldig“. Neben der Spitze sei zudem auch ein erheblicher Teil der Massen schuldig.

„Die Eliten-Bande muss liquidiert werden, ihre Umerziehung ist unmöglich. Der gesellschaftliche ‚Sumpf‘, der sie aktiv und passiv unterstützt, muss die Härten des Krieges durchmachen und die Erfahrung als historische Lektion und Sühne verdauen“, so Sergeitsevs beinahe wahnhafte Worte mit Blick auf die Regierung rund um Präsident Wolodymyr Selenskyj.

Wirre Vergleiche zum deutschen Nationalsozialismus

Sergeitsev vergleicht außerdem die Ukraine mit dem deutschen Nationalsozialismus in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Es gebe zwar keine große Nazi-Partei, keinen Führer, keine vollwertigen Rassengesetze, sondern nur ihre verkürzte Version in Form von Repressionen gegen die russische Sprache. „All dies macht den ukrainischen Nationalsozialismus jedoch nicht zu einer ,leichten Version‘ des deutschen Nationalsozialismus“, folgert er in seiner Schmähschrift.

Sergeitsev: „Entnazifizierung wird De-Ukrainisierung sein“

„Die Entnazifizierung wird zwangsläufig auch eine De-Ukrainisierung sein“, legt der Regisseur nach und fordert: „Der Name ,Ukraine‘ kann offenbar nicht als Titel einer vollständig entnazifizierten staatlichen Einheit in einem vom NS-Regime befreiten Gebiet beibehalten werden“. Und weiter: „Natürlich wird es einige Zeit dauern, bis sich die Menschen von dem Schock der Feindseligkeiten erholt haben und von Russlands langfristigen Absichten überzeugt sind – dass ,sie nicht im Stich gelassen werden‘“, untermauert der Regisseur die Ansichten des Kreml; der westliche Leser fühlt sich dagegen beim Lesen dieser Zeilen eher wie im falschen Film.

aic