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Vereinte Nationen

UN: Zahl der Migranten im Mittelmeer aus Libyen stark erhöht

Migranten
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In Libyen sind Migranten Menschenrechtlern zufolge häufig Gewalt, Erpressung und Zwangsarbeit ausgesetzt.

Mit schrottreifen Booten fahren Flüchtende aus Libyen oft nicht Europa, sondern dem Tod entgegen. Wenn sie abgefangen werden, drohen ihnen Gewalt und Gefängnis. Ihre Zahl hat sich 2021 drastisch erhöht.

New York/Tripolis - Die Zahl der Migranten aus Libyen, die über das Mittelmeer Europa erreichen wollten, hat sich nach Angaben der Vereinten Nationen im vergangenen Jahr stark erhöht.

„Bis zum 14. Dezember hatte die libysche Küstenwache 30.990 Migranten und Flüchtlinge abgefangen und nach Libyen zurückgebracht, fast dreimal so viele wie im Jahr 2020 (12.000 Menschen)“, geht aus einem internen Bericht von UN-Generalsekretär António Guterres an den Sicherheitsrat hervor. Mehr als 1300 Menschen seien bei der gefährlichen Überfahrt mit oft schrottreifen Booten getötet worden.

Transitland Libyen

Auch hier stieg die Zahl nach Daten der Internationalen Organisation für Migration (IOM) im Vergleich zum Vorjahr deutlich an. Die IOM listet für 2021 über 1500 Tote oder Vermisste auf der sogenannten zentralen Mittelmeer-Route, die allerdings auch Überfahrten aus Tunesien mit einbezieht. Im Jahr 2020 waren es weniger als 1000, zu Hochzeiten 2016 mehr als 4500. Das Bürgerkriegsland Libyen hat sich in den vergangenen Jahren zum wichtigsten Transitland für Migrantinnen und Migranten entwickelt, die über das Mittelmeer nach Europa kommen wollen.

Nach dem Bericht von UN-Chef Guterres wurden diejenigen, die auf dem Meer von der libyschen Küstenwache abgefangen und zurück nach Libyen gebracht wurden, teilweise Opfer willkürlicher Inhaftierungen. Insgesamt säßen in dem nordafrikanischen Land Tausende Menschen - nicht nur Migranten - in Gefängnissen, die nicht in offiziellen Listen zu Insassen auftauchten.

Guterres „zutiefst besorgt“

Sie würden unter „illegalen und oft unmenschlichen Bedingungen“ in von Milizen kontrollierten Gebäuden gehalten oder seien in „geheimen Einrichtungen“ untergebracht. „Ich bin nach wie vor zutiefst besorgt über die anhaltenden Menschenrechtsverletzungen von Migranten, Flüchtlingen und Asylsuchenden in Libyen“, schrieb Guterres an die Mitglieder des Sicherheitsrats.

Migranten sind nach Angaben von Menschenrechtlern in Libyen immer wieder Gewalt, Erpressung und Zwangsarbeit ausgesetzt. Laut UN gibt es glaubwürdige Informationen, dass etwa 30 nigerianische Frauen und Kinder in vergangenen Jahr sexuell missbraucht und verkauft wurden. Zudem seien libysche Behörden im Oktober angeblich aus Sicherheitsgründen gegen mehr als 5000 Migrantinnen und Migranten vorgegangen, darunter mindestens 1000 Frauen und Kinder. Dabei seien Familien getrennt, ein Migrant getötet und andere verletzt worden. dpa

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