Unfassbare Familientragödie in Polling/Braunau

Mutter erwürgt und in Bad geschleift - Sohn (28) legt Geständnis ab

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Braunau/Malching - Nach einem Streit hat ein 28-Jähriger Montagvormittag in Polling (Bezirk Braunau) in Oberösterreich offenbar im Bad seine 64-jährige Mutter erwürgt. Der Verdächtige flüchtete zunächst und legte zwischenzeitlich ein Geständnis ab.

Update, 11.51 Uhr: Tathergang geklärt

In den Nachmittagsstunden des Montags wurde der tatverdächtige, 28-jährige Mann von den Beamten der Passauer Kriminalpolizei zum Sachverhalt vernommen. Er legte ein umfassendes Geständnis ab. Demnach hatte der 28-Jährige, der in Nürnberg wohnt und Informatik studiert, seine Mutter im Innviertel besucht. Am Montag kam es zwischen den beiden zu einer Auseinandersetzung. Der Sohn fürchtete, er werde im Haus eingesperrt. Deswegen schlug er mit einer Glasflasche auf den Hinterkopf der 64-Jährigen, dann erwürgte er sie.

Dann schleifte er die Leiche in das Bad und zog sie aus, um so einen tödlichen Sturz bei der Körperpflege vorzutäuschen. Das Motiv für die Tat dürfte in der psychischen Erkrankung des Beschuldigten gelegen sein. Das Ergebnis der Obduktion deckt sich eindeutig mit den Schilderungen des Beschuldigten. Das vom Täter verwendete Fluchtfahrzeug konnte nach der Spurensicherung wieder dem Besitzer übergeben werden. 

In den nächsten Tagen wird entschieden, ob der Beschuldigte nach Österreich überstellt wird. Sollte der 28-Jährige an Österreich übergeben werden, wird die Rieder Staatsanwaltschaft ein psychisches Gutachten in Auftrag geben. Es soll eine Geisteskrankheit und die Schuldfähigkeit prüfen. Danach werde laut APA entschieden, ob ein Strafverfahren eingeleitet oder ein Antrag auf Einweisung gestellt wird.

Vorbericht

Am Montag, den 19. Februar 2018 gegen 10 Uhr, wurde die Polizei verständigt, dass in Polling eine 64-Jährige von ihrem 28-jährigen Sohn im Badezimmer im Haus des Opfers getötet wurde. Nach der Tat flüchtete der 28-Jährige mit einem Auto vom Tatort in unbekannte Richtung. Der verständigte Notarzt konnte nur mehr der Tod der 64-Jährigen feststellen. 

Aufgrund der sofort eingeleiteten und auch das bayerische Grenzgebiet umfassenden Fahndung konnte der Verdächtige um 11 Uhr in Bayern, im Gemeindegebiet von Malching, von den deutschen Polizeibehörden vorläufig festgenommen werden. Er war mit dem Auto des Bruders geflüchtet. Laut dessen Angaben dürfte der Mann psychische Probleme gehabt haben, sagte Alois Ebner, Sprecher der Staatsanwaltschaft Ried gegenüber salzburg24.at mit. 

Älterer Sohn findet Leiche der Mutter

Offenbar erhielt der Bruder am Montagvormittag einen Anruf seines jüngeren Bruders, der die Nacht im Haus der verwitweten Mutter in Polling verbracht hatte. Offenbar sei "etwas Schlimmes passiert". Daraufhin setzte sich der Angerufene sofort hinter das Steuer und fuhr zum Haus der Mutter, die Österreicherin ist. Im Bad fand er ihren reglosen Körper und alarmierte Rettung und Polizei. Währenddessen habe sich der Tatverdächtige den Autoschlüssel geschnappt und sei geflüchtet.

Seitens der Staatsanwaltschaft Ried im Innkreis wurde Europäischer Haftbefehl erlassen und die Obduktion der Leiche angeordnet. Am Hals des Opfers sowie am Kinn wurden laut dem Staatsanwaltschaftssprecher Hautverfärbungen festgestellt, die auf ein Erwürgen hindeuten, so salzburg24.at weiter.

Tatverdächtiger deutscher Staatsbürger

Zurzeit wird der Beschuldigte von den deutschen Polizeibehörden einvernommen. Ob der Festgenommene überhaupt nach Österreich ausgeliefert werde, sei laut dem Bericht noch nicht klar, da der Mann, ebenso wie sein verstorbener Vater, deutscher Staatsbürger ist. 

Das Tatmotiv ist bisher noch unklar. Laut Zeugenaussage des Familienangehörigen soll der 28-Jährige psychisch angeschlagen sein.

mh/Pressemitteilung Landespolizeidirektion Oberösterreich

Rubriklistenbild: © dpa

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