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Erleichterungen in Italien, Griechenland, Österreich und Spanien

Urlaub ohne Quarantäne: Lockerungen für die beliebtesten Ziele - Warnung für Impflinge

Eine Familie liegt unter einem Sonnenschirm am fast leeren Strand von Magaluf auf Mallorca. Eine Corona-freie Mittelmeerinsel für unbeschwerte Urlaubstage im Sommer: Mit diesem Angebot wollen Hotels, Restaurants und Politiker aus vielen südeuropäischen Ländern endlich wieder Touristen an ihre Strände und Hotelbars locken.
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Eine Familie liegt unter einem Sonnenschirm am fast leeren Strand von Magaluf auf Mallorca. Eine Corona-freie Mittelmeerinsel für unbeschwerte Urlaubstage im Sommer: Mit diesem Angebot wollen Hotels, Restaurants und Politiker aus vielen südeuropäischen Ländern endlich wieder Touristen an ihre Strände und Hotelbars locken.

Die Corona-Infektionszahlen in Europa sinken, die Vorfreude auf den Sommerurlaub steigt. Der Weg ans Mittelmeer kann zwar noch holprig sein, die Corona-Beschränkungen fallen aber nach und nach. Bürger, die bereits einen zweiten Impftermin haben, sollten aber bei der Urlaubsplanung genau aufpassen.

Angesichts sinkender Corona-Infektionszahlen in ganz Europa hat die Bundesregierung eine wesentliche Hürde für den Sommerurlaub im Ausland aus dem Weg geräumt: Mit einer seit Donnerstag geltenden Verordnung hat sie die generelle Quarantänepflicht bei Einreise aus mehr als 100 Ländern aufgehoben. Darunter sind einige der beliebtesten Urlaubsländer der Deutschen wie Spanien, Italien, Griechenland, Österreich oder die Schweiz. Wer von dort nach Deutschland einreist, kann sich durch einen negativen Corona-Test von der Quarantäne befreien. Für Flugreisende ist dieser Test ohnehin obligatorisch.

Für Genesene und vollständig gegen Corona Geimpfte gehen die Lockerungen sogar noch weiter. Sie müssen nur noch in Quarantäne, wenn sie aus einem Gebiet mit neuen Virusvarianten kommen. Das gilt derzeit für zehn Länder außerhalb Europas, darunter Indien, Brasilien und Südafrika. Geimpfte und Genesene, die aus den etwa 190 anderen Ländern dieser Welt nach Deutschland kommen, müssen sich auch nicht mehr vor oder nach der Einreise auf Corona testen lassen.

Bei der Verordnung handelt es sich um die weitestgehende Lockerung der Einreisebestimmungen seit Beginn der Ausbreitung von Corona in Deutschland Anfang vergangenen Jahres. Das Kabinett beschloss die Neuregelungen, die auch die Regelungen einzelner Bundesländer vereinheitlichen soll, bereits am Mittwoch.

Vier Gebiete, vier unterschiedliche Regelungen

Die Bundesregierung unterscheidet zwischen vier Ländergruppen der Urlaubsdestinationen:

  • VIRUSVARIANTENGEBIETE: Wer aus diesen zehn Ländern in Asien, Südamerika und Afrika nach Deutschland einreist, muss für 14 Tage in Quarantäne. Hier gibt es weiterhin keine Ausnahme: Selbst Geimpfte und Genesene müssen sich selbst isolieren
  • HOCHINZIDENZGEBIETE: In diese Kategorie sind 44 Länder mit mehr als 200 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen (Sieben-Tage-Inzidenz) eingestuft, darunter auch einige beliebte Urlaubsländer wie die Türkei, Frankreich, Kroatien, Slowenien, Zypern, Ägypten, Tunesien und die Malediven. Hier gilt noch eine Quarantänepflicht von zehn Tagen, von der man sich nach fünf Tagen mit einem negativen Test befreien kann.
  • RISIKOGEBIETE: Das sind Länder, in denen die Sieben-Tage-Inzidenz über 50 liegt. Derzeit sind 102 Länder weltweit ganz oder teilweise so eingestuft, darunter 18 der 26 EU-Mitgliedstaaten außer Deutschland. Wer aus einem dieser Länder kommt muss nur noch in Quarantäne, wenn er oder sie weder geimpft, noch genesen ist und sich auch nicht auf Corona testen lassen will.
  • „RISIKOFREIE“ GEBIETE: Es gibt nur wenige Länder, die in keine der drei Corona-Kategorien eingestuft sind, ihre Zahl nimmt aber zu. In Europa zählt Großbritannien schon dazu sowie Malta, Albanien oder Island. In anderen europäischen Ländern sind es einzelne Regionen wie zum Beispiel die beliebteste Urlaubsinsel der Deutschen: Mallorca. Auch für diese Länder und Regionen gilt noch die Testpflicht für nicht geimpfte Flugreisende, sonst aber keine Einschränkung mehr.

Auswärtige Amt rät weiterhin von touristischen Reisen ab

Die neue Einreiseverordnung hat nichts daran geändert, dass das Auswärtige Amt weiterhin vor touristischen Reisen in Risikogebiete im Ausland warnt. Und selbst für die „risikofreien“ Gebiete rät es immer noch von Reisen ab.

Wann sich das ändert, ließ Außenminister Heiko Maas (SPD) bei seinem Besuch in Italien - dem zweitbeliebtesten Urlaubsland der Deutschen - am Dienstag und Mittwoch offen. Er gab sich aber „sehr, sehr zuversichtlich“, dass deutsche Touristen im Sommer in Italien und anderen europäischen Ländern Urlaub machen können.

Wie sieht es in den beliebtesten Urlaubsländern aus?

Dazu tragen auch die Lockerungen in den klassischen Urlaubsländern der Deutschen bei:

  • Italien will die Quarantäne für Einreisende aus anderen EU-Ländern an diesem Samstag aufheben. Dann ist ein quarantänefreier Urlaub in der Toskana, in Südtirol oder an der italienischen Riviera für deutsche Touristen wieder möglich.
  • Ebenfalls am Samstag fällt in Griechenland der offizielle Startschuss für die Tourismus-Saison. Es besteht zwar eine Testpflicht bei Einreise, aber keine Quarantänepflicht mehr.
  • Die Einreise nach Spanien ist jetzt schon aus allen EU-Staaten möglich - ohne Quarantäne und nicht nur nach Mallorca.
  • Österreich öffnet pünktlich zum Pfingstwochenende am 19. Mai Gastronomie und Hotels. Touristen aus Deutschland können dann ohne Quarantäne einreisen.

Urlaubsplanungen der Bürger sorgen für Unmut in den Impfzentren

Doch die Urlaubsplanungen der Bürger sorgen bereits für Unmut in den Impfzentren. Weil der zweite Impftermin daheim sich mit einer geplanten Reise beißt, wollen viele ihren Termin verschieben - doch die Behörden spielen da nicht mit. Die Städte und Landkreise kündigen an, dass sie es nicht akzeptieren werden, wenn jemand einfach nicht zu der Zweitimpfung erscheine.

Dies kann für die Betroffenen dann auch weitreichende Folgen haben: Nach Angaben des bayerischen Gesundheitsministeriums in München muss sogar damit gerechnet werden, dass diejenigen keinen neuen Termin für die zweite Impfungen bekommen.

In den kommenden Monaten könnte das Problem noch größer werden, als es derzeit ist. Denn bei vielen Bürgern dürfte der Termin für die Zweitimpfung im Sommer auf die Ferienzeit fallen. Auch deswegen könnte es dann vermehrt zu Wünschen zur Terminverschiebung kommen. Gleichzeitig fragen derzeit viele nach schnelleren Terminen, um dann als Doppelgeimpfte am Urlaubsort oder auch in der Heimat in den Genuss der jüngst beschlossenen Erleichterungen wie Shoppen ohne Tests zu kommen.

Doch die Stadt München erteilt solch einem Ansinnen eine klare Absage: Aufgrund der Empfehlungen sei es bei Impfungen mit Astrazeneca „geboten, den Abstand von neun Wochen zwischen der ersten und der zweiten Impfstoffdosis nicht zu unterschreiten, um die Effektivität der Impfung nicht zu beeinträchtigen“, betont Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek (SPD). In Hauspraxen kann dieser Abstand jedoch variieren.

Zu diesem Thema: Astrazeneca für Jedermann und vor allem früher - Was Impfwillige wissen müssen

Das Problem wird seit einigen Wochen offensichtlich größer, denn mehrere Kommunen haben bereits darauf hingewiesen, dass die Termine im Regelfall strikt einzuhalten seien und nur in wenigen Ausnahmefällen verschoben würden. „Jeder Impfwillige wird gebeten, bereits bei der Vereinbarung der Erstimpfung zu prüfen, ob er den Termin der Zweitimpfung wahrnehmen kann“, teilte das Augsburger Landratsamt mit.

Nachfragen zur Verschiebung häufen sich

Im Impf-Callcenter in Erlangen häuften sich inzwischen „wie in ganz Bayern“ die Nachfragen zur Verschiebung des Termins der Zweitimpfung, berichtet die mittelfränkische Stadt. Eine solche Verschiebung sei aber „aus guten Gründen im Terminvergabeportal nicht vorgesehen und grundsätzlich auch telefonisch nicht möglich“, macht die Verwaltung klar.

Die Behörden akzeptieren nur wenige Gründe, wenn Menschen einen anderen zweiten Impftermin möchten. Dazu zählen neben einer akuten Erkrankung, die durch ein ärztliches Attest nachgewiesen werden muss, auch dringende persönliche Gründe wie ein Todesfall in der engsten Familie. „Keine dringenden Gründe sind hingegen Urlaubsreisen oder Ähnliches“, macht die Kreisverwaltung in Augsburg klar. Auch berufliche Termine seien „keine nachvollziehbaren Gründe für eine Verschiebung“, ergänzt die Stadt München.

Urlaub der Impfung untergeordnet

„Urlaubs- und Freizeitpläne sind der Impfung unterzuordnen“, betont der Ministeriumssprecher. Besonders bitter kann es für jemanden werden, der etwa für einen Ferientrip einen festgelegten Impftermin sausen lassen will. „Die Impfzentren wurden darauf hingewiesen, Impflingen, die aus solchen Gründen den Termin verschieben wollen, keinen Ersatztermin anzubieten“, sagt der Sprecher des Gesundheitsministeriums.

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