"Nackte Athena" sorgt für Aufsehen

Splitternackte Demonstrantin stoppt US-Polizei

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Portland - Auf unerwarteten Widerstand stieß am Wochenende der Einsatz militarisierter US-Bundespolizisten in Portland. 

Erneut ist es am Wochenende in Portland im US-Staat Oregon zu Anti-Rassismus-Demonstrationen gekommen. Dabei kam es zu unschönen Szenen: So gingen bewaffnete Sicherheitskräfte mit Tränengas gegen Demonstranten vor. Der Einsatz selbst wurde laut "Krone" gegen Willen der Stadt und des Bundesstaates durchgeführt. 

Allerdings sind die militarisierten Bundespolizisten auf unerwartetem Widerstand gestoßen. Eine nur mit einer schwarzen Gesichtsmaske bekleidete Frau stellte sich den Beamten in den Weg. 

Die Frau vollführte verschiedene ballet- und yogaartige Posen, und setzte sich dann mit gespreizten Beinen auf eine Kreuzung. Protestierende versuchten, die Frau zu schützen - doch die schlug das Angebot aus. 

Die Polizisten wussten zunächst nicht, wie sie reagieren sollten. Videos zeigen, wie sie Tränengas in Richtung der Frau schossen. Doch die blieb einfach sitzen. Nach zehn Minuten zogen die Polizisten dann ab. 

Die Los Angeles Times beschrieb die Situation als "ein surreales Bild menschlicher Verletzlichkeit angesichts einer Übermacht". 

Von US-Journalisten wurde die Unbekannte auf den Namen "nackte Athena" getauft. In sozialen Medien wird sie als "Ikone der Protestbewegung" gefeiert. 

Massive Kritik an Einsatz

Die demokratische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, übte in einer am Samstagabend verbreiteten Erklärung indes massive Kritik am Einsatz. "Im Vormonat hat die Regierung Tränengas gegen friedliche Demonstranten in (der Hauptstadt) Washington eingesetzt, jetzt zeigen Videos, wie Protestierende in Portland in nicht gekennzeichneten Fahrzeugen entführt werden", schrieb sie in der Erklärung, die auch der Abgeordnete Earl Blumenauer aus Portland unterzeichnete.

Die Proteste in Portland begannen vor knapp zwei Monaten nach der Tötung des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz im Bundesstaat Minnesota. Zum Teil kam es dabei in Portland auch zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der örtlichen Polizei. Trumps Regierung hatte zum Höhepunkt der friedlichen Floyd-Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt auch in der Bundeshauptstadt Washington Kräfte des Bundes eingesetzt - und dafür heftige Kritik von den Demokraten geerntet.

(red./dpa)

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