Kurioser Prozess in den USA

Wegen Wiederbelebung: Mörder klagt gegen lebenslange Haftstrafe

Iowa (USA) - Ein zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilter Mörder hat gegen den Vollzug seiner Strafe geklagt. Seine Begründung: Er war während seiner Haft kurzzeitig tot, wurde aber wiederbelebt.

Benjamin Schreiber wurde 1997 wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftsrafe verurteilt. Jetzt, im Jahr 2019, behauptet Schreiber, er habe seine Haftstrafe bereits um vier Jahre überschritten.

Im März 2015 wurde er wegen einer Blutvergiftung bewusstlos in ein Krankenhaus eingeliefert. Die Ärzte riefen seinen Bruder an, dem Schreiber eine Patientenverfügung ausgestellt hatte. Der Bruder wies die Ärzte an, ihm etwas zur Schmerzlinderung zu verabreichen, sollten ihn aber sterben lassen.

Die Ärzte verabreichten Schreiber eine Infusion, die ihm letztendlich das Leben rettete. Der verurteilte Mörder wurde anschließend operiert, er kam wieder ins Gefängnis.

Im April 2018 beantrage Schreiber eine Haftentlassung mit der Begründung, er habe durch seinen kurzzeitigen Tod im Jahr 2015  seine lebenslange Haftstrafe "abgesessen". Schließlich wurde er gegen seinen Willen wiederbelebt, so das Argument von Schreiber.

Sein Antrag wurde von einem Bezirksgericht abgelehnt mit der Begründung, dass seine Behauptung "nicht überzeugend und unbegründet" sei.

Ein Berufungsgericht bestätige jetzt die Entscheidung des Bezirksgerichts, wie newsweek.com berichtet. Rechtlich sei Schreiber erst tot, wenn dies ein Arzt bestätigen würde, so das Berufungsgericht.

Schreiber wurde verurteilt, weil er im Jahr 1996 einen Freund nach einem Trinkgelage mit einem Axtstiehl totgeschlagen hatte.

bcs

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

Kommentare