Österreich lockert Einreisebestimmungen

An der Grenze: Emotionales Wiedersehen von Monique (10) aus Ainring und ihrem Papa

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Österreich hat die Einreisebestimmungen für Familienmitglieder gelockert. Daher konnten sich am Montag, 20. April, Monique und ihr Vater endlich wieder sehen und in die Arme nehmen. Zuvor war der Grenzübertritt, wie hier in Laufen (rechts) nicht möglich. 

Salzburg/Ainring - Es sind herzzereißende Szenen, die sich Anfang der Woche, nahe der deutschen Grenze abspielten. Zwei Monate lang konnten sich Monique und ihr Vater nicht mehr treffen. Doch durch die Lockerung der Einreisebestimmungen war es am Montag endlich soweit: 

Vor einigen Tagen wurden die Einreisebestimmungen nach Österreich für Familienmitglieder und Paare, die eine Fernbeziehung führen, gelockert. Demnach ist die Einreise von Deutschen nach Österreich unter "besonders berücksichtigungswürdigen Gründen im familiären Kreis" möglich. 

So soll es ab sofort reichen, einen besonderen Grund zu nennen – zum Beispiel den Besuch von Familienangehörigen oder des Partners. "Die besonderen Gründe sind aber an der Grenze glaubhaft zu machen", so Hans Wolfgruber von der Polizei Salzburg, "also eine Kopie des Reisepasses und des Meldescheines und ein Schreiben oder Mail des zu besuchenden Partners genügen dafür". Umgekehrt bleibt die Ausreise für Lebenspartnerinnen bzw. Lebenspartner aus Österreich nach Deutschland weiterhin eingeschränkt.

Stiefvater: "Monique weinte nach jedem Videochat mit ihrem Papa"

Durch die Coronakrise wurden auch zahlreiche Eltern von ihren Kindern getrennt. Denn die geschlossenen Grenzen ermöglichten keine Besuche zwischen Familienmitgliedern. Durch die Lockerungen konnten sich aber nun wieder viele in die Arme schließen. Auch die zehnjährige Monique aus Ainring und ihr Vater, der in Eugendorf, einer kleinen Gemeinde in Salzburg, wohnt. Zwei Monate lang konnten sich die beiden nicht in die Arme nehmen. Für die Zehnjährige war das eine schlimme Zeit. 

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"Meine Frau und ich haben mit dem leiblichen Vater von Monique und seiner Lebensgefährtin ein spitzenmäßiges Verhältnis", so der Stiefvater Pascal Rouyer im Gespräch mit BGLand24.de. "Also haben wir überlegt, wie Tochter und Vater wieder zusammenkommen. Wir haben mit Ärzten und der Polizei aus beiden Ländern gesprochen, doch alles wurde immer verneint. Besonders schmerzhaft war es dann, zu sehen, wie Monique nach jedem Videochat mit ihrem Papa bitterlich weinte."

Emotionales Wiedersehen auf österreichischer Seite

Nach zwei Monaten konnten sich am Montag, 20. April, Monique und ihr Vater endlich wieder in die Arme nehmen. 

Am Montag, 20. April, hatte die Zehnjährige dann aber allen Grund zur Freude. "Nach erneuten Telefonaten mit der Bundespolizei und der Polizei in Österreich ist es uns endlich gelungen, ein Treffen zwischen Monique und ihrem Papa zu organisieren. Das Ganze fand kurz nach der Grenze, allerdings auf österreichischer Seite, statt", so Pascal Rouyer. Für das Treffen mussten sie vorab Unterlagen zum Sorgerecht und zur Vaterschaftsanerkennung sowie Kopien der Personalausweise vorzeigen. 

Herzzereißende Szenen im Video

Als ihr leiblicher Vater dann mit dem Auto ankam, brach die zehnjährige Schülerin in Tränen aus. Sofort lief sie zu dem Auto und fiel ihrem Papa in die Arme - das erste Mal nach zwei Monaten. Dieser emotionale Moment wurde auch auf Video festgehalten. 

"Wir möchten hiermit auch den Polizisten danken, die uns gegenüber sehr freundlich und zuvorkommend waren", so Pascal abschließend im Gespräch mit BGLand24.de. 

jg

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