Video des Tages: Schröder poltert in der Elefantenrunde

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Noch-Bundeskanzler Gerhard Schröder ( SPD ) machte die „Elefantenrunde“ nach der Bundestagswahl  2005 zur großen „Gerd Show“.

Berlin - Einer der legendären deutschen TV-Momente: Nach der Bundestagswahl 2005 beißt Noch-Kanzler Gerhard Schröder ( SPD ) in der „Elefantenrunde“ von ARD und ZDF gnadenlos um sich...

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Man schrieb Sonntag, den 18. September 2005. Deutschland rätselte gerade, wer eigentlich die Bundestagswahl gewonnen hatte. Für Schwarz-Gelb reichte es nicht - für eine Fortsetzung der Großen Koalition ebensowenig. Die Parteivorsitzenden fanden sich gerade im Berliner TV-Studio von ARD und ZDF ein. Es galt, die Wahl in der „Elefantenrunde“zu analysieren. Man ahnte, was kommt: Alle Parteichefs würden sich irgendwie zu Gewinnern erklären. Und man müsse nun schauen, welche Mehrheiten für welche Politik und so weiter und so fort...

Rrrrums! Auftritt Gerhard Schröder.

Der Noch-Bundeskanzler nahm mit einem Grinsen Platz, das vermuten ließ, die SPD habe gerade weit über 50 Prozent geholt. Waren zwar nur knapp über 34 Prozent - aber immer noch weit mehr, als die Umfragen vorhergesagt hatten. Gerd hatte außerdem ein Hühnchen mit der anwesenden Journaille zu rupfen. Im Wahlkampf hatte er noch gepoltert, die „Medienmacht“ des Landes wolle ihn aus dem Amt schreiben bzw. senden.

Die Gerd-Show: Schröders Stationen

Die Gerd-Show: Schröders Stationen

Und so begann die Gerd-Show...

Die erste verbale Watschen fing sich ZDF -Chefredakteur Nikolaus Brender ein:

Brender: „Herr Bundeskanzler...“

Schröder: (fällt ihm ins Wort) „Ist ja schön, dass Sie mich noch Kanzler nennen.“

Brender: „Sind sie denn jetzt schon zurückgetreten?“

Schröder: „Nein, überhaupt nicht, Herr Brender.“

Brender: „Ich wundere mich nur. Ich sage noch einmal: Herr Bundeskanzler , weil das bleiben sie ja noch...“

Schröder (fällt ihm ins Wort):„Das bleibe ich noch, Herr Brender , auch wenn Sie dagegen arbeiten.“

Brender: „Ob wir dagegen arbeiten?“

Schröder: „Ja.“

Brender: „Sie haben von Medienmacht und Medienkampagne geredet.“

Schröder (fällt ihm ins Wort): „Ja zu Recht. Zu Recht, wie ich finde.“

Brender: „Ich weise darauf hin, dass der ARD und dem ZDF dies nicht vorzuwerfen ist. Nicht alles, was Ihnen passt...“

Schröder (fällt ihm ins Wort): „Der eine sieht das so, der andere sieht das so.“

Als Nächsten knöpfte Schröder sich den ARD -Chefredakteur Hartmann von der Tann vor: „Ihr intellektuelles Problem in allen Ehren...“

Dann ging es der sichtlich verdatterten CDU -Vorsitzenden  Angela Merkel  an den Kragen:

„Glauben Sie im Ernst , dass meine Partei auf ein Gesprächsangebot von Frau Merkel bei dieser Sachlage einginge, in dem sagt, sie möchte Bundeskanzlerin werden? Also, ich meine, wir müssen die Kirche doch mal im Dorf lassen.“

Gerd legte nach:

„Aber sie wird keine Koalition unter ihrer Führung mit meiner sozialdemokratischen Partei hinkriegen. Das ist eindeutig. Machen sie sich da gar nichts vor.“

Da hat er sich - wie wir heute wissen - gewaltig getäuscht.

Übrigens: Schröder versicherte hinterher, er habe vor dem Auftritt nichts getrunken. Wieso auch immer...

Bleibt die Frage: Ob der staatstragende SPD -Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier am Abend der kommenden Bundestagswahl einen ähnlichen Auftritt hinlegt?

fro

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