Es wurden zu viele! Bettelverbot in Salzburg

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Salzburg - Knapp 200 Bettler treiben sich derzeit in Salzburg herum - zu viele, meint die Stadt und erhebt ein konsequentes Verbot. Wo ab kommender Woche Betteln verboten ist:

"Es sind mittlerweile so viele, dass sie auf andere Stadtteile ausweichen", so Salzburgs Zweiter Bürgermeister Harald Preuner gegenüber den "Salzburger Nachrichten" - es habe in manchen Vierteln bereits zu "gären" begonnen. Vielen in der Mozartstadt reicht es inzwischen: Man will dem Bettlerproblem irgendwie Herr werden. Über 180 Bettler wurden nun an den Wochenenden gezählt. Ab 2. Juni soll ein Verbot die Problematik eindämmen. Bei wiederholten Verstößen werden bis zu 500 Euro fällig.

Das Bettelverbot erhebt sich gilt nicht für die ganze Stadt, sondern nur in gewissen Teilen, zu gewissen Zeiten. Doch der "typische" Anblick von Bettlern soll zumindest in der Altstadt der Vergangenheit angehören:

Hier wird Betteln verboten

In der Linzergasse, am Platzl, in der Getreidegässen und ihren Durchgängen, im Sterngäßchen, am Rathausplatz, im Badergäßchen, der Judengasse, auf dem Kommunalfriedhof sowie auf Staatsbrücke und Makartsteg wird die Polizei ab kommender Woche verschärft kontrollieren. Das Verbot gilt dort für den Zeitraum zwischen 8 und 19 Uhr. Auch auf Märkten soll Schluss sein mit der Bettelei: Für die Schranne, den Grünmarkt, den Lehener Wochenmarkt, den Rupertikirtag und den Christkindlmarkt gilt das Verbot ebenfalls.

Unter Brücken werden momentan immer wieder sogenannte Bettlerlager entdeckt: Eingezwängt zwischen Rohre und Stahlträger wird dort gehaust. Außerdem wurde Anfang Mai ein rumänischer Bettler aufgegriffen, der wohl seine 13-jährige, "Frau" geschwängert hat. Die Armutsmigration habe in den letzten Jahren um rund 50 Prozent zugenommen. Mit dem Bettelverbot will Salzburg nun wieder in eine andere Richtung steuern und die Zahl der Armutsmigranten in der Stadt auf maximal 50 drücken. Ein ähnlich konsequentes Bettelverbot wie in der Mozartstadt gilt derzeit nur in der Steiermark.

Touristen, Passanten und Geschäftsleute fühlten sich durch das Betteln belästigt, so die Befürworter im Salzburger Stadtparlament und sprachen von einer "organisierten Bettelkriminalität" und "modernem Menschenhandel". Kritiker führen dagegen an, zumindest das "stille Betteln" sei vom Verfassungsgerichtshof als Grundrecht anerkannt worden - auch müsse eine Stadt wie Salzburg 150 solcher Leute schlicht aushalten.

xe

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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