Waldbrände: Ausnahmezustand an Atom-Anlage

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Wegen der Waldbrände in Russalnd wurde nahe einer Wiederaufbereitungsanlage für Atommüll der Notstand ausgerufen.

Moskau - In Russland wird die Lage rund um ein Atomforschungszentrum und eine Wiederaufbereitungsanlage immer ernster. Am Ural wurde der Ausnahmezustand ausgerufen.

Die russischen Behörden haben in der Umgebung der atomaren Wiederaufbereitungsanlage Majak bei Tscheljabinsk am Ural wegen der Waldbrände den Ausnahmezustand verhängt. Vorerst sei das Betreten der Wälder und Parkanlagen in der Gegend etwa 1500 Kilometer östlich von Moskau verboten, teilten die Behörden nach Angaben der Agentur Ria Nowosti am Montag mit. Das Zentrum samt Lagerstätte selbst war dem Vernehmen nach zunächst nicht betroffen. Für diesen Dienstag wurde in Majak eine Krisensitzung angesetzt.

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Auch in der Nähe der atomaren Forschungsanlage Sneschinsk - etwa 80 Kilometer nördlich von Tscheljabinsk - brannten die Wälder. Die Flammen waren nach Behördenangaben aber rund 15 bis 20 Kilometer von dem Zentrum entfernt, in dem Atomwaffen geplant und gewartet werden. Sicherheitshalber wurden aber zusätzliche Einsatzkräfte nach Sneschinsk abkommandiert. Ein näher gelegener Brand sei bereits gelöscht worden, sagte ein Sprecher des russischen Staatskonzerns Rosatom der Nachrichtenagentur dpa in Moskau.

Verheerende Waldbrände in Russland

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Am Wochenende hatten mehr als 2000 Rettungskräfte den tagelangen Kampf gegen die Flammen in der Nähe der atomaren Forschungsanlage Sarow etwa 400 Kilometer östlich von Moskau erfolgreich beendet. Zuvor hatten sie eine acht Kilometer langen und etwa 150 Meter breite Brandschneise um die Anlage geschlagen. Majak war am 29. September 1957 Schauplatz der größten Atomkatastrophe vor Tschernobyl in der heutigen Ukraine im Jahr 1986. Damals starben nach offiziellen Angaben 200 Menschen. Schätzungen zufolge kamen jedoch etwa 150 000 Menschen an den Folgen ums Leben. Die radioaktive Strahlung verseuchte ein Gebiet von etwa 100 Quadratkilometern.

dpa

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