Zieht er wieder nach Bayern?

Die wichtigsten Antworten zum Papst-Rücktritt

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Papst Benedikt XVI. ist am Montagvormittag überraschend zurückgertreten.

Rom - Nach der überraschenden Rücktritt von Papst Benedikt XVI. bleiben etliche Fragen: Kann ein Papst so einfach zurücktreten? Wann gibt es einen Nachfolger? Kehrt Benedikt nach Bayern zurück? Die wichtigsten Fragen und Antworten. 

Völlig überraschend hat Papst Benedikt XVI. seinen Rücktritt aus Altersgründen angekündigt. Er werde sein Pontifikat am 28. Februar abgeben, sagte der 85-jährige Joseph Ratzinger am Montag vor Kardinälen in Rom. Weltweit wurde die Entscheidung mit großer Überraschung, aber auch mit höchstem Respekt aufgenommen. Noch vor Ostern soll ein Nachfolger gewählt sein. Der deutsche Papst ist seit fast acht Jahren Oberhaupt von mehr als einer Milliarde Katholiken.

Pressestimmen zum angekündigten Papst-Rücktritt

Pressestimmen zum angekündigten Papst-Rücktritt

Wir beantworten die wichtigsten Fragen, die sich nach dem Rücktritt des Heiligen Vaters stellen.

Hier lesen Sie die Stimmen zum Papst-Rücktritt.

Hier lesen Sie die Rücktrittserklärung im Wortlaut.

Hier lesen Sie einen Augenzeugenbericht zum Rücktritt.

Wer wird der nächste Papst?

Welche Gründe müssen vorliegen, dass ein Papst zurücktreten kann?

Ein Papst wird auf Lebenszeit gewählt, doch ist nach dem Kirchenrecht auch ein Rücktritt möglich. Hierfür muss das Kirchenoberhaupt keine Gründe nennen, auch muss niemand den Rücktritt annehmen. Allerdings muss der Rückzug freiwillig erfolgen. In dem von Johannes Paul II. reformierten Kanonischen Recht (Can. 332 § 2) heißt es: „Falls der Papst auf sein Amt verzichten sollte, ist zur Gültigkeit verlangt, dass der Verzicht frei geschieht und hinreichend kundgemacht, nicht jedoch dass er von irgendwem angenommen wird.“

Ist Benedikt XVI. der erste Papst, der freiwillig zurücktritt?

Nein. Allerdings wurde in 2000 Jahren Kirchengeschichte nur ein einziger Rückzug aus freien Stücken bekannt. Papst Coelestin V. gab 1294 nach nur fünf Monaten freiwillig sein Amt auf. Kirchenhistoriker sprechen von einem überforderten Sonderling, der kaum Latein konnte. Die Kardinäle hätten ihn nur zum Papst gewählt, weil sie sich in fast zweijährigem Ringen nicht auf einen anderen Kandidaten einigen konnten. Coelestin zog sich nach seinem Rücktritt in ein Kloster zurück. Andere Historiker behaupten, sein Nachfolger Bonifaz VIII. habe Coelestin zum Abdanken gedrängt und in „Klosterhaft“ geschickt.

"Fragen an mich": Der Papst antwortet den Gläubigen

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Welche Rolle wird Papst Benedikt XVI. nach seinem Rücktritt in der katholischen Kirche spielen?

Unter Kirchenexperten herrscht Einigkeit, dass sich der Papst im Fall eines Rücktritts sofort und vollständig aus allen Ämtern und aus dem öffentlichen Leben der Kirche zurückziehen müsste. Nur so könne gewährt werden, dass der Zurückgetretene nicht die Wahl seines Nachfolgers beeinflusst. Papst Johannes Paul II. hatte einmal gesagt, er könne sich einen „emeritierten Papst“ nicht vorstellen. Generell gilt als Voraussetzung für einen katholischen Priester, dass er körperlich in der Lage sein muss, die Messe zu feiern.

Zieht Benedikt XVI. wieder nach Bayern?

Nein. Papst Benedikt XVI. wird nach dem Ende seiner Amtszeit in ein Kloster im Vatikan umziehen. Bevor Benedikt dort einziehen könne, müssten noch Umbauarbeiten abgeschlossen werde, sagte Vatikansprecher Federico Lombardi am Montag. Dort wolle Benedikt ein Leben in Gebet und Meditation führen. Für die Übergangszeit werde er in der päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo bei Rom wohnen. „Wenn die Sedisvakanz beginnt, wird der Papst zuerst nach Castel Gandalfo umziehen“, sagte er.

Papst Benedikt XVI. in Deutschland: Die besten Bilder

Papst Benedikt XVI. in Deutschland: Die besten Bilder

Wann gibt es einen Nachfolger für Benedikt XVI.?

Bis Ostern wird nach den Worten von Vatikansprecher Federico Lombardi ein neuer Papst gewählt sein. Dies sagte er am Montag in Rom. „Ostern sollten wir einen neuen Papst haben, das ist die Vorhersage, die wir jetzt machen können“, sagte Lombardi der Nachrichtenagentur Ansa zufolge. Mit dem Ende des Pontifikats von Papst Benedikt XVI. beginne am 28. Februar um 20 Uhr die Zeit der Sedisvakanz. Das Konklave, das den neuen Papst wählt, solle dann im März zusammengerufen werden.

Wie läuft die Papstwahl ab?

Die wichtigste Rolle spielt das Kardinalskollegium. Dieses ist das wichtigste Beratergremium des Papstes. Das Kardinalskollegium wählt Mitte März gemäß dem Kirchenrecht (Can. 349) einen neuen Papst. Am Konklave dürfen jedoch nur jene Kardinäle teilnehmen, die dann das 80. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Bis dahin erreichen jedoch noch mindestens zwei, womöglich drei Purpurträger diese Altersgrenze und verlieren somit ihr Wahlrecht.

Kardinal Lubomyr Husar, emeritierter ukrainisch-katholischer Großerzbischof von Kiew, wird am 26. Februar 80 Jahre alt, der deutsche Kurienkardinal und frühere vatikanische Ökumene-Minister Walter Kasper am 5. März. Knapp wird es für den Italiener Severino Poletto. Der frühere Erzbischof von Turin erreicht die Altersgrenze zum Einzug ins Konklave am 18. März. Laut den Bestimmungen muss die Papstwahl aber zwischen dem 14. und dem 19. März beginnen.

fro/dpa

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