Bisher Rückgang

Weltweite Spannungen lassen Rüstungsausgaben wieder steigen

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Die Spannungen im Gefolge der Ukrainekrise haben vor allem die Nachbarländer Russlands und der Ukraine zu Ankäufen von mehr Waffen und Ausrüstung motiviert. Foto: Friedemann Kohler/Archiv

Die Friedensdividende nach Ende des Kalten Krieges ist Geschichte. Zudem grassiert nicht nur im Nahen Osten islamistischer Terror. Da sitzt das Geld für Investitionen in die Sicherheit wieder lockerer.

Stockholm (dpa) - Nach vier Jahren des Rückgangs sind die weltweiten Ausgaben für Rüstungsgüter 2015 wieder um ein Prozent gestiegen. Wie das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri mitteilte, wurden 1676 Milliarden Dollar (1,5 Billionen Euro) in militärische Mittel investiert.

Vor allem Russland und China gaben mehr für Rüstung aus. Auch die Nachbarländer Russlands und der Ukraine orderten mehr Waffen. In Westeuropa hingehen gingen die Ausgaben leicht zurück. Die Forscher erwarten allerdings, dass die Investitionen angesichts der Spannungen des Westens mit Russland und der Bedrohung durch Terror steigen werden.

Saudi-Arabien gab im vergangenen Jahr mehr als doppelt so viel für die militärische Rüstung aus wie Deutschland und ließ damit sogar Russland klar hinter sich. Das sunnitische Königreich lag mit 87,2 Milliarden Dollar weltweit auf Platz drei vor Russland mit 66,4 und Großbritannien mit 55,5 Milliarden Dollar.

Unangefochten an der Spitze blieben die USA mit 596 Milliarden Dollar vor China mit 215 Milliarden.

Deutschland gab 2015 rund 39,4 Milliarden Dollar für Rüstung aus. Es wurde dabei von Japan, das 40,9 Milliarden investierte, vom 8. auf den 9. Platz verdrängt.

"Die Militärausgaben im Jahr 2015 zeigen gegensätzliche Trends", sagte Sam Perlo-Freeman, der Leiter des Sipri-Projektes. Auf der einen Seite spiegelten sie die eskalierenden Konflikte und Spannungen in vielen Teilen der Welt wider. Auf der anderen Seite sei klar zu erkennen, dass wegen des gesunkenen Ölpreises weniger "Ölgeld" in die Rüstung fließe. 

Die Spannungen im Gefolge der Ukrainekrise haben vor allem die Nachbarländer Russlands und der Ukraine zu Ankäufen von mehr Waffen und Ausrüstung motiviert. Polen (+22%), Litauen (+33%) und die Slowakei (+17%) sorgten für einen Gesamtanstieg um 13 Prozent in Mitteleuropa.

Sipri

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