15 Wölfe zum Jagd-Auftakt in Schweden getötet

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Wolfsjäger am Wochenende in Schweden.

Stockholm - Schwedische Jäger haben zum Auftakt der umstrittenen Wolfsjagd an einem einzigen Wochenende 15 von insgesamt 20 zum Abschuss freigegebenen Tieren getötet.

Im Bezirk Dalarna störten Tierschützer das Aufspüren von Wolfsrudeln durch das Zünden von Feuerwerkskörpern. Die Polizei erklärte, sie nehme die Sabotageakte sehr ernst. Mehrere Jäger hatten zuvor Morddrohungen erhalten.

Landesweit hatten sich 6 800 Schweden für die Jagd auf 20 der insgesamt 220 dort lebenden Wölfe angemeldet. Neben Tier- und Umweltschützern protestiert auch die EU-Kommission in Brüssel gegen die Entscheidung des staatlichen Naturschutzamtes, im zweiten Jahr in Folge grünes Licht für die Wolfsjagd zu geben.

Vorher waren die fast ausgerotteten Raubtiere in Schweden 45 Jahre lang geschützt. Ihr Bestand hat sich seit den 80er Jahren wieder langsam vermehrt. Im vergangenen Jahr töteten die Jäger innerhalb von wenigen Tagen 28 statt der 27 freigegebenen Tiere.

Was tun, wenn ich einem Wolf begegne?

Wie soll ich mich verhalten, wenn ich einem Wolf begegne? Je mehr sich die Tiere in Deutschland ausbreiten, umso wichtiger wird es, das richtige Verhalten in so einem Fall zu kennen. © dpa-tz
Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschft betont auf ihrer Homepage: "Mit dem Auftauchen von Wolf und Bär in Bayern muss jederzeit gerechnet werden. Dies gilt umso mehr, weil die Zahl der Wölfe in den Südalpen und Ostdeutschland stetig steigt (...)."  © dpa/dpaweb
Ratschläge für den richtigen Umgang mit einem Wolf gibt etwa die Wolfsregion Lausitz auf ihrer Homepage (http://www.wolfsregion-lausitz.de/faq). © dpa
Eine zufällige Begegnung von Mensch und Wolf, etwa beim Pilzesuchen im Wolfsgebiet, ist sehr selten, da Wölfe den Menschen meist zuerst bemerken und sich dann nicht zeigen. © dpa-mzv
Dennoch ist sie, beispielsweise bei ungünstigen Windverhältnissen, nicht gänzlich auszuschließen. © dpa
Deutlich wahrscheinlicher ist im Wolfsgebiet aber eine zufällige Beobachtung vom Auto aus, wenn ein Wolf nachts eine Straße überquert. © dpa
Grundsätzlich gilt: Wenn Sie einen Wolf sehen, verhalten Sie sich bitte ruhig. © dpa
Bleiben Sie stehen und halten Sie Abstand. © picture-alliance/ dpa
Sprechen Sie das Tier ruhig an, falls es noch nicht auf Sie aufmerksam geworden ist. © dpa
Bevor es (vermutlich rasch) verschwindet, versuchen Sie sich sein Aussehen gut einzuprägen und melden Sie die Sichtung. © picture-alliance/ dpa
Von einem gesunden wildlebenden Wolf geht in der Regel keine Gefahr aus, denn der Mensch zählt nicht zu seiner natürlichen Beute. © dpa
Wölfe meiden normalerweise Begegnungen mit Menschen. © picture alliance / dpa
Sie reagieren auf Menschen mit äußerster Vorsicht und in der Regel nicht aggressiv. © dpa
Berichte über Angriffe aus früheren Jahrhunderten, lassen sich zum größten Teil auf tollwütige Wölfe zurückführen. © dpa
Die instinktive Vorsicht, die gesunde Wölfe vor Menschen haben, kann verloren gehen, wenn die Tiere zum Beispiel über lange Zeit gezielt angefüttert werden. © dpa
Eine daraus resultierende Gewöhnung kann zu problematischen Verhalten führen. © picture alliance / dpa
Weiter heißt es auch: Wölfe können nicht zwischen wildlebenden und domestizierten Huftieren unterscheiden. © picture alliance / dpa
Treffen sie bei ihren Streifzügen auf unzureichend geschützte Nutztiere, zum Beispiel eine Schafherde, ergreifen sie meist ihre Chance auf diese ungewöhnlich leicht zu überwältigende Beute. © picture alliance / dpa

Jäger und Anwohner der betroffenen Regionen verlangen noch deutlich höhere Quoten. Sie argumentieren, dass Wölfe zunehmend Schafe, Kühe, Elche und Jagdhunde reißen. Nach amtlichen Schätzungen werden jährlich etwa 25 Wölfe von Wilderern erlegt.

Natur- und Umweltschützer in Schweden halten den seit den 80er Jahren langsam wieder angewachsenen Wolfsstamm für noch nicht ausreichend gesichert, um Jagdquoten wie in diesem und im letzten Jahr zu rechtfertigen. Die Jagdsaison dauert bis zum 15. Februar.

dpa

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