World Press Photo

Klimakrise, Konflikte, Kampf um Menschenrechte und Corona: Das sind die Nominierten für das Presse-Foto des Jahres

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4. August, Libanon, Beirut: Ein verletzter Mann steht nach einer Explosion auf dem zerstörten Geländes des Hafens. Die Verzweiflung ist ihm anzusehen. Das Foto ist für die Endauswahl für das „World Press Photo“ nominiert

Klimakrise, Konflikte, Kampf um Menschenrechte und Corona - diese Motive haben es in die Endauswahl für das „World Press Photo“ geschafft.

Amsterdam  - Sechs Fotografen aus fünf Ländern sind für den Hauptpreis nominiert. Die Bilder zeigten eine Vielfalt an Themen, wie die Jury des Wettbewerbs World Press Photo am Mittwoch in Amsterdam mitteilte.

Die Juroren zeigten sich beeindruckt von der erzählerischen Kraft der eingereichten Fotos. „Zu den Nominierten gehörten bemerkenswerte Geschichten von Hoffnung, Widerstandsfähigkeit und sozialen Wandel“, sagte die Direktorin der Stiftung World Press Photo, Joumana El Zein Khoury.

Die amerikanische Fotografin Evelyn Hockstein ist mit einem Foto zum Streit um eine Lincoln-Statue in den USA nominiert. Der russische Fotograf Valery Melnikov bildete eine armenische Flüchtlingsfamilie aus der Konfliktregion Nagorny-Karabach ab. Sein Landsmann Oleg Ponomarev kam mit dem Foto eines Transgenders in die Endauswahl.

Der dänische Fotograf Mads Nissen fotografierte eine alte Frau, die dank einem sterilen Plastikumhang erstmals seit Monaten wieder umarmt werden konnte. Der Spanier Luis Tato ist im Rennen mit einem Bild zur Heuschreckenplage in Ostafrika. Die verheerende Explosion im Hafen von Beirut ist Thema des nominierten Fotos des Italieners Lorenzo Tugnoli.

An dem Wettbewerb hatten sich mehr als 4300 Fotografen aus 130 Ländern mit mehr als 74.000 Fotos beteiligt. Deutsche Fotografen wurden nicht nominiert. Preise werden in acht Kategorien vergeben. Die Preisträger sollen am 15. April in Amsterdam bekanntgegeben werden.

Die Corona-Pandemie hat auch den Wettbewerb in finanzielle Bedrängnis gebracht, wie eine Sprecherin mitteilte. Da zahlreiche Ausstellungen mit den Siegerfotos aus dem vergangenen Jahr annulliert worden waren, gingen Einnahmen stark zurück. Als eine Folge wurde das Preis-Geld für den Sieger um die Hälfte auf 5000 Euro gesenkt, wie die Sprecherin sagte.

Das sind die Nominierten für den Hauptpreis:

Umarmung in Sao Paolo

Nominierte für das World Press Photo

5. August 2020, Brasilien, Sao Paulo: Die 85-jährige Rosa Luzia Lunardi, Bewohnerin eines Pflegeheims, wird von der Krankenschwester Adriana Silva da Costa Souza umarmt - die erste Umarmung, die sie seit fünf Monaten erhält. Dazu wurde ein „Umarmungsvorhang“ installiert.

Heuschreckenplage in Kenia

Nominierte für das World Press Photo

24. April 2020, Kenia, Archers Post: Herny Lenayasa, ein Samburu und Häuptling der Siedlung Archers Post, versucht einen massiven Heuschreckenschwarm zu verscheuchen. Kenia erlebte im August die schlimmste Heuschrecken-Plage seit 70 Jahren.

Explosion in Beirut

Nominierte für das World Press Photo

4. August 2020, Libanon, Beirut: Ein verletzter Mann steht nach einer Explosion auf dem zerstörten Geländes des Hafens. Die Verzweiflung ist ihm anzusehen.

Entfernung von Statuen in den USA

Nominierte für das World Press Photo

25. Juni 2020, USA, Washington: Anais (26), die sich bei einem Protest um die Entfernung der Lincoln-Statue einsetzt, streitet mit einem Mann, der für den Erhalt plädiert.

Bergkarabach-Konflikt

Nominierte für das World Press Photo

8. November 2020, Aserbaidschan, Lachin: Azat Gevorkyan und seine Frau Anaik vor dem Verlassen ihres Hauses. Die armenische Familie musste ihr Haus im Zuge des Bergkarabach-Konflikts verlassen, nachdem dort der bewaffnete Konflikt mit Aserbaidschan aufs Neue aufgeflammt war.

LGTBQ-Szene in Russland

Nominierte für das World Press Photo

23. April 2020, Russland: Das Bild „The Transition: Ignat“ des russischen Fotografen Oleg Ponomarev gehört zu den sechs nominierten für den Hauptpreis um das beste Pressefoto des Jahres. Gezeigt wird Ignat, ein Transmann mit seiner Freundin in Sankt Petersburg. Das Foto soll auf die schwierige Situation von LGTBQ-Personen in Russland aufmerksam machen.

dpa/fgr

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