Deutscher Astronaut im ESA-Team

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Alexander Gerst wird in Zukunft mit der ESA für Deutschland ins All fliegen.

Paris - Von Alexander Gerst wird in Zukunft öfter die Rede sein. Er ist nun Teil des ESA-Programms und fliegt für Deutschland ins All.

Ein neuer deutscher Astronaut: Der Physiker Alexander Gerst (33) ist von der Europäischen Weltraumorganisation ESA zusammen mit fünf anderen Europäern für künftige Reisen ins Weltall ausgesucht worden.

Gerst wurde in Künzelsau (Baden- Württemberg) geboren. Er studierte in Karlsruhe und Neuseeland und wohnt in Hamburg. “Ich bin stolz darauf, hier jetzt anzufangen“, sagte Gerst am Mittwoch in Paris. “Ich möchte mich bei den Leuten bedanken, meiner Familie, meinen Freunden, die mich dieses Jahr unterstützt haben, die mehr an mich geglaubt haben als ich selbst.“ Er habe schon als kleiner Junge von der Raumfahrt geträumt.

Neben Gerst wurden der Däne Andreas Mogensen, der Brite Timothy Peake, der Franzose Thomas Pesquet und die Italiener Samantha Cristoforetti und Luca Parmitano ausgewählt. Vier von ihnen sind nicht nur Wissenschaftler oder Techniker, sondern auch Piloten. Deutschland beteiligt sich in den kommenden Jahren mit 2,7 Milliarden Euro an den ESA-Programmen und ist damit der größte Geldgeber. Im zurzeit achtköpfigen Astronautenkorps gibt es derzeit mit Hans Schlegel nur einen Deutschen. Eine 1998 verabschiedete Resolution sieht ein Team von 16 Astronauten vor - darunter jeweils vier aus den großen Geberländern Deutschland, Frankreich und Italien.

Die ESA-Direktorin Simonetta di Pippo nannte die erste Auswahl europäischer Raumfahrer seit 1992 einen “sehr wichtigen Tag für die bemannte Raumfahrt in Europa“. “Wir sind an einem Wendepunkt der ESA-Raumfahrtaktivität“, sagte ESA-Generaldirektor Jean-Jacques Dordain. Mit der Internationalen Raumstation ISS und den Plänen zur Raumerkundung stehe die europäische Raumfahrt vor großen Herausforderungen. “Alle künftigen Astronauten wurden wegen ihrer Leistung ausgesucht. Sie haben trotz ihres jungen Alters alle bereits eine große internationale Erfahrung.“ Die künftigen Raumfahrer wurden in einem mehrstufigen Verfahren aus 8413 Kandidaten ausgesucht.

Die einzige Frau im Team, die 1977 in Mailand geborene Samantha Cristoforetti, ist sogar Kampfpilotin. Die Italienerin hat unter anderem an der TU München, am Luftfahrtstandort Toulouse und in Moskau Luftfahrttechnik studiert. Auch der britische Testpilot und Flugtechniker Timothy Peake hat früher für die britischen Streitkräfte Hubschrauber geflogen. Der Italiener Luca Parmitano wurde an der Akademie der italienischen Luftwaffe ausgebildet. Alle dankten der ESA. Der Franzose Thomas Pesquet betonte außerdem: “Raumfahrer ist nicht nur ein Traumberuf, sondern auch ein Beruf mit dem Ziel, wissenschaftliche Gewinne zu erzielen.“

dpa

Zurück zur Übersicht: Welt-News

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser