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Superteleskope erfolgreich ins All geschossen

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Mit einem Traumstart ist am Donnerstag das größte jemals gebaute Weltraumteleskop ins All geflogen.

Kourou - Mit einem Traumstart ist am Donnerstag das größte jemals gebaute Weltraumteleskop ins All geflogen.

Die Europäische Raumfahrtorganisation ESA brachte damit erfolgreich eine ihrer bislang teuersten und aufwendigsten Missionen zur Erforschung des Universums auf den Weg.

Eine Ariane-5-Rakete setzte das nach dem Astronomen Friedrich Wilhelm Herschel (1738-1822) benannte High-Tech- Instrument im All aus.

“Herschel“ soll viel tiefer und genauer ins Weltall blicken können als bisherige Beobachtungsstationen.

An der 1,1 Milliarden Euro teuren Mission arbeiten auch etliche deutsche Forscher und Unternehmen mit. Zugleich mit dem 7,5 Meter hohen “Herschel“-Teleskop brachte die Ariane-Rakete auch den Satelliten “Planck“ ins All, der das “Echo des Urknalls“ erforschen soll.

Auf dem europäischen Weltraumbahnhof Kourou im südamerikanischen Dschungel war den Technikern und Wissenschaftler die Anspannung bis zur letzten Sekunde ins Gesicht geschrieben. Erst als die beim Start 780 Tonnen schwere Ariane-5-Rakete die beiden Superteleskope erfolgreich ins All ausgesetzt hatte, lösten sich Stress und Anspannung in ersten Jubel auf.

Zwar hat es seit etlichen Jahren keinen Fehlstart einer Ariane-Rakete mehr gegeben - die Angst vor einer Explosion oder einer unkorrigierbaren Kursabweichung schwang aber dennoch mit. Allein in “Herschel“ stecken von der ersten Idee bis zum fertigen Teleskop mehr als 20 Jahre Entwicklungsarbeit.

““Herschel“ und “Planck“ sind die aufwendigsten wissenschaftlichen Satelliten, die jemals in Europa gebaut wurden“, sagte ein sichtlich erleichterter ESA-Generaldirektor Jean-Jacques Dordain kurz nach dem Start. “Die ESA ist auf dem Weg zurück zu den Ursprüngen unseres Universums. Nur ein umfassenderes Verständnis der Vergangenheit unseres Universums ermöglicht uns einen besseren Ausblick auf die Zukunft unseres Planeten Erde.“

Auch der deutsche ESA-Programmmanager Thomas Passvogel erwartet Bahnbrechendes von den Missionen. “Ich glaube, die Überraschung wird darin liegen, dass wir etwas sehen, was wir nicht erwartet haben.“

Läuft alles wie geplant, werden “Herschel“ und “Planck“ nach rund zwei Monaten Reise in verschiedenen Umlaufbahnen um einen virtuellen Punkt in 1,5 Millionen Kilometer Entfernung von der Erde kreisen. Dort wird “Herschel“ unter anderem nach Sonnen aus der Kinderzeit unseres Weltalls Ausschau halten, zuschauen, wie sich Planetensysteme bilden und die chemische Zusammensetzung von Molekülwolken, Sternen und Galaxien analysieren.

“Planck“ soll die aus der Frühzeit des Universums stammende kosmische Hintergrundstrahlung erforschen, die als das “Echo des Urknalls“ bezeichnet wird. Sie ist mehr als 13 Milliarden Jahre alt und entstand, als das junge, heiße Weltall erstmals durchsichtig wurde. Eingebrannt in die kosmische Hintergrundstrahlung ist die frühe Entstehungsgeschichte des Kosmos.

Ziel sind auch Erkenntnisse über die rätselhafte dunkle Materie, die sich nur durch ihre Schwerkraft im All bemerkbar macht. “Wir wissen, dass sie existiert, aber wir wissen nicht, was sie ist“, sagte der ESA-Wissenschaftler Alvaro Gimenez über die rund 700 Millionen Euro teure Mission, die nach dem deutschen Nobelpreisträger und Begründer der Quantenphysik Max Planck (1858-1947) benannt ist.

Vor allem bei der Entwicklung von “Herschel“ spielten deutsche Forscher und Ingenieure eine Schlüsselrolle. Beteiligt waren unter anderem das Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching bei München und Astrium Deutschland in Friedrichshafen. “Deutschland zahlt das meiste Geld für die wissenschaftlichen Programme der ESA“, sagte Rolf Densing vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) nach dem Start. In seinen Augen eine lohnende Investition: “Ich glaube, das ist ein Meilenstein der Weltraumforschung. Es ist, als ob wir ein neues Fenster ins Universum öffnen.“ 

dpa

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