Wien: Toter bei Schießerei in Sikh-Tempel

+
Bei dem in Wien getöteten Mann handelte es sich um einen Führer der Sekte, einen Guru.

Wien/Chandigarh - Eine tödliche Auseinandersetzung in einem Sikh-Tempel in der österreichischen Hauptstadt Wien hat im Norden Indiens heftigen Proteste ausgelöst.

Die Polizei verhängte am Montag in Jalandhar ein Ausgehverbot, Soldaten patrouillierten in den Straßen. Zuvor waren dort Autos in Brand gesetzt und Straßenblockaden errichtet worden.

Jalandhar ist eine Hochburg der Dera Sach Khand, einer Sikh-Sekte, der zumeist Menschen aus der Kaste der sogenannten Unberührbaren angehören.

Bei dem in Wien getöteten Mann handelte es sich um einen Führer der Sekte, einen Guru. Die Angreifer sollen Sihks aus einer höheren Kaste gewesen sein. Der 57-jährige Guru erlag in der Nacht zum Montag seinen Verletzungen, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA meldete. Bei dem Streit wurden zudem mindestens 15 weitere Menschen verletzt. Unter ihnen befand sich laut APA ein weiterer Guru, dessen Zustand sich nach einer Notoperation stabilisierte.

Nach Angaben der österreichischen Polizei attackierten am Sonntag mindestens sechs Angreifer die Predigt des aus Indien angereisten Gurus. Einer der Besucher des Tempels, Mohnder Ram, berichtete, bei den Angreifern habe es sich um Sikhs aus einem Tempel in einem anderen Wiener Bezirk gehandelt. Bei der Predigt seien rund 400 Menschen in dem Gebäude gewesen. Es gab sechs Festnahmen.

Nach Polizeiangaben wurden vier Angreifer bei der Auseinandersetzung mit den Gläubigen schwer verletzt. Offiziell gibt es in der Sikh-Religion keine Kasten. Das komplexe System, das Menschen nach ihrer Herkunft, ihrer Volkszugehörigkeit und anderem mehr in hunderte Gruppen einteilt, ist aber immer noch allgegenwärtig.

ap

Zurück zur Übersicht: Welt-News

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser