Experte: Kriminalität ist wetterfühlig!

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Hamburg - Hängen Wetterlage und Kriminalität zusammen? Ja, sagt der Leiter der Zentralen Verbrechensbekämpfung. Er legte jetzt in Hamburg beim 6. Extremwetterkongress verblüffende Erkenntnisse vor.

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Wetter und Kriminalität hängen mehr miteinander zusammen als bisher angenommen. Zu diesem Ergebnis kamen sowohl der Mediziner des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf, Dr. med. Sven Anders als auch Andreas Lohmeyer, Leiter der zentralen Verbrechensbekämpfung der Polizei Hamburg. Beide präsentierten auf dem 6. ExtremWetterKongress in ihren Vorträgen Fakten und Zusammenhänge zwischen Wetterereignissen und kriminellen Vorgängen.

So beantwortet Andreas Lohmeyer in seiner Präsentation „Wetter und Kriminalität - Gibt es Zusammenhänge?“ die Ausgangsfrage eindeutig mit einem Ja. „Zwischen Wetter und einigen Kriminalitätsbereichen gibt es statistisch erkennbare Zusammenhänge. So gibt es ‚wetterresistente‘ Kriminalität und ‚wetterfühlige Kriminalität‘“, stellt Lohmeyer als ein zentrales Ergebnis vor.

In seinem Vortrag macht er einen Querschnitt durch die polizeiliche Praxis und erörtert, wo es Überschneidungen in der täglichen Arbeit der Polizei mit dem Wetter gibt.

Regen, Schnee und Kälte, so der Leiter der ZD 60/Zentrale Verbrechensbekämpfung in Hamburg, seine zwar nicht immer beliebt, aber sie können manchmal durchaus zum Helfer für die Polizei werden. Lohmeyers Fazit: „Meine Anregung für eine neue Wissenschaft: Kriminalmeteorologie.“

Etwas wetterfühlig sind Diebstahlsdelikte, die bei kälterem Wetter oder Schnee seltener sind. Da allerdings Einbruchsdelikte bei längerer Dunkelheit in der kalten Jahreszeit häufiger sind, wird die Wetterfühligkeit wieder teilweise kompensiert.

Als besonders wetterfühlig erweisen sich, wen wundert es, Fahrraddiebstähle, die im Sommer etwa viermal so häufig sind wie im Winter. Dass auch Brandstiftung ein klassisches Sommerdelikt ist, erschließt sich allerdings nicht sofort, sondern erst, wenn man an die brennenden Abfallcontainer dank nicht gelöschter Grillkohle denkt.

Pressemitteilung ExtremWetterKongress/ Dipl.-Met. Christoph Hartmann, Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale

Rubriklistenbild: © dpa (SYMBOLBILD)

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