Früher Sex: Und wieder sind die Gene Schuld...

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Wenn der Vater fehlt, wenden sich junge Mädchen schneller einem Partner zu. Aber auch die Gene spielen eine Rolle.

Berlin - Im Schnitt werden Jugendliche immer früher sexuell aktiv. Eine neue US-Studie zeigt jetzt: Schuld sind nicht nur soziale Faktoren, sondern auch die Gene.

Immer wieder stießen Forscher auf die Tatsache, dass Jugendliche, die ohne Vater aufwachsen, eher Sex haben, als ihre Altersgenossen, die in der „klassischen“ Konstellation „Vater-Mutter-Kind“ aufwachsen. Bisher glaubte man, dass alleine soziale Umstände auf das Sexleben der Jugend Einfluß nehmen. So hatten die Autoren dieser Untersuchungen dafür vor allem physiologische und soziologische Erklärungen parat: Der Stress durch die zerbrochene Familie beschleunige den Reifungsprozess der Kinder. Wer erlebt, dass sich die Eltern mit neuen Partnern treffen, ginge selbst frühzeitig zum Rendezvous. Oder: Für Alleinerziehende sei es schwerer, ihren Nachwuchs und dessen Freundeskreis zu kontrollieren.

Vater weg - Partner her

Die aktuelle Studie, die im Fachmagazin „Child Development“ erschienen ist, kam nun zu dem Ergebnis, dass auch die Gene eine Rolle dabei spielen, wie früh man „frühreif“ wird. Jane Mendle von der Universität von Oregon, die die Studie leitete, erklärt: „Der Zusammenhang von väterlicher Abwesenheit und jugendlicher Sexualität lässt sich durch genetische Einflüsse viel besser erklären als durch Umweltfaktoren“.

Das Forscherteam untersuchte 1000 Jugendliche ab 14 Jahren. Es verglich dabei Kinder, die miteinander verwandt waren und die in verschiedenen Familiensituationen lebten. Die Studie analysierte das Erbgut der Probanden ebenso wie deren sozialen Status, Bildung und Religion. Ergebnis: Die genetische Ähnlichkeit von Jugendlichen korrespondierte viel häufiger mit dem Beginn ihres Sexuallebens als die An- oder Abwesenheit eines Vaters in der Familie.

Eltern bestimmen quasi das frühe Sexleben ihrer Kinder

Psychologin Jane Mendle beschwichtigt aber, es gebe kein „Abwesender-Vater-Gen“. „Es gibt aber vererbte Eigenschaften der Eltern, die die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass ein Kind schon früh seine Sexualität auslebt.“ Dazu gehören nach ihrer Erkenntnis Impulsivität, Streitbarkeit, Abenteuerlust und eine Neigung zu Drogenmissbrauch

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