Bei Schmerzen: Liebe wirkt wie Drogen oder Medizin

London - Leidenschaftliche Liebesgefühle lindern Schmerzen ebenso gut wie Medikamente oder Drogen. Bei frisch Verliebten sind jene Belohnungszentren des Gehirns besonders rege, die auch auf Opiate oder Kokain reagieren.

Das geht aus einer Studie hervor. “Diese leidenschaftliche Phase ändert die Stimmung der Menschen, was wiederum das Schmerzempfinden beeinflusst“, sagt der Mediziner Sean Mackey von der kalifornischen Universität Stanford. Zusammen mit dem Psychologen Arthur Aron von der Universität Stony Brook in New York untersuchte der Anästhesiologe 15 frisch verliebte Studenten. Die Männer und Frauen betrachteten Bilder ihrer Partner oder lösten Aufgaben, während ihre Handflächen schmerzhafter Hitze ausgesetzt wurden. Dabei beobachteten die Forscher die Hirnaktivität.

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Zwar linderte die geistige Ablenkung den Schmerz in ähnlichem Maße wie die Bilder des jeweiligen Partners - allerdings über einen völlig anderen Weg, wie die Forscher im Online-Journal “PLoS One“ schreiben. Beim Lösen intellektueller Aufgaben waren Teile der Großhirnrinde aktiv. Die Gedanken an die geliebte Person stimulierten dagegen die Belohnungszentren des Gehirns wie den Nucleus accumbens, der auch auf Schmerzmittel wie etwa Opiate reagiert. “Die durch intensive Liebe aktivierten Hirnareale sind die gleichen, über die Medikamente Schmerzen lindern“, erläutert Aron. “Wenn man an seine Lieben denkt, wird das Belohnungszentrum stark aktiviert, das auch auf Kokain oder den Gewinn von viel Geld reagiert. Das zeigt, dass man zur Schmerzlinderung nicht unbedingt auf Medikamente angewiesen ist.“

dapd

Rubriklistenbild: © dpa

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