Zu niedrige Impfquote

Gefährliche Masern-Krankheit in Niedersachsen: Impfquote ist zu gering 

Masern - Virus
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Fünf Masern-Fälle gab es im vergangenen Jahr in Stadt und Landkreis Göttingen. Hier eine Abbildung des Virus - erstellt mit Hilfe eines Transmissionselektronenmikroskops.

Fünf Fälle der gefährlichen Masern-Krankheit gab es 2019 in Stadt und Landkreis Göttingen. 

  • Allein 5 Fälle von Masern in Stadt und Kreis Göttingen in Südniedersachsen
  • Die Erkrankung ist sehr gefährlich
  • Impfquote ist zu niedrig 

Göttingen - Fünf Fälle der gefährlichen Masern gab es 2019 in Stadt und Landkreis Göttingen in Niedersachsen. Das meldet das Gesundheitsamt. 

Ein Grund: Die vom Robert-Koch-Institut empfohlene Impfquote von 95 Prozent, die für die Ausrottung der Krankheit nötig ist, wird nicht erreicht. Die bundesweit ab 2020 beschlossene Impflicht für Kinder, medizinisches Personal, Erzieher und Lehrer soll helfen.

Masern-Fälle in Niedersachsen: in Peine war sogar ein Baby erkrankt 

Erst Anfang Dezember wurden mehrere Masern-Fälle aus dem Landkreis Hildesheim gemeldet, in Peine war ein Säugling erkrankt. Anfang des Jahres waren in Hildesheim 17 Menschen betroffen, eine Frau starb an einer Lungenentzündung als Folgeerkrankung.

Aussagen zu den aktuellen Impfraten ließen sich in Stadt und Landkreis Göttingen nur für Kinder treffen, die bei der Schuleingangsuntersuchung, also im Alter von fünf bis sechs Jahren, untersucht werden, betont Stadt-Pressesprecher Dominik Kimyon.

Die dabei festgestellten Impfraten lagen im Jahr 2018 bei 94,2 Prozent, 2017 bei 94,1 Prozent. Für Erwachsene liegen für die Region zwischen Harz und Weser auf Landes- oder Bundesebene keine Daten vor. Zusätzlich zu den Impfberatungen bei der Schuleingangsuntersuchung gibt es Reihenuntersuchungen in den vierten Klassen durch das Gesundheitsamt. 

Masern in Niedersachsen: Impflücken sollen im Kreis Göttingen geschlossen werden

In den vergangenen Jahren hat die Einrichtung einmal jährlich eineImpfaktion in den sechsten Klassen der Schulen von Stadt und Landkreis Göttingen angeboten, um Impflücken zu schließen und so den Impfschutz der Kinder zu verbessern. Diese Aktionen waren laut Gesundheitsamt erfolgreich. Weiterhin bietet das Gesundheitsamt in der Hauptstelle am Göttinger Theaterplatz und in den Nebenstellen regelmäßig kostenlose Impfungen für Kinder und Jugendliche unter anderem gegen Masern an. Das Gesundheitsamt rät allen, den Impfschutz gegen Masern von einem Arzt überprüfen zu lassen.

Das Masernschutzgesetz sieht vor, dass Mädchen und Jungen ab dem ersten Lebenjahr beim Eintritt in die Schule, die Kita oder in eine Kindertagespflege die Masern-Impfungen vorweisen müssen. Bei Verstößen droht eine Geldbuße von bis zu 2500 Euro. 

Video: Masernimpfung wird Pflicht

Gleiches gilt auch für Personen, die in Gemeinschaftseinrichtungen tätig sind (soweit sie nach 1970 geboren sind). Die Krankenkassen zahlen die Impfungen. Weitere Informationen zu den Impfungen. . 

Masern: Verlauf kann tödlich enden

Europaweit wurden laut Bundes-Gesundheitsministerium im vorigen Jahr 12 352 Maserfälle gemeldet. 2019 wurden in Deutschland bis Mitte Oktober bereits 501 Fälle registriert. 

Im gesamten Jahr 2018 waren es 544 Fälle. In Deutschland muss eine Masernerkrankung gemeldet werden. 

Video: Alles, was Sie zu Masern wissen müssen 

Masern können zu gefährlichen Folgeerkrankungen führen

Masern, so das Ministerium, bringen häufig Komplikationen und Folgeerkrankungen mit sich. 

Dazu gehöre im schlimmsten Fall eine tödlich verlaufende Gehirnentzündung. Auch kann es durch eine Masernerkrankung zu einer nachhaltigen Beeinträchtigung des Immunsystems kommen.  

Von Bernd Schlegel und Axel Göddecke 

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