Absolutes Gehör macht noch kein Musikgenie

San Diego - Ein „absolutes Gehör“ muss weder etwas außergewöhnliches sein, noch einen zum begnadeten Musiker machen. Auch wenn Bach, Beethoven und Jimi Hendrix damit glänzten.

Vom absoluten Gehör spricht man, wenn Menschen die Höhe eines beliebigen Tones bestimmen und in ein Tonsystem richtig einordnen können, ohne dass sie einen Vergleichston brauchen. Welche Voraussetzungen ihr Gehirn dazu mitbringen muss, ist allerdings noch recht unerforscht. Was man weiß: Bei Menschen mit absolutem Gehör ist ein bestimmtes Hirngebiet, das Planum temporale, auf der linken Seite stark vergrößert. Hier werden Geräusche verarbeitet. Bei normalen Menschen und solchen mit Sprachdefiziten dagegen sind die Hirnhälften viel symmetrischer.

Die Musikpsychologin Diana Deutsch von der Universität San Diego in Kalifornien beschäftigt sich schon seit Jahren mit diesem Phänomen. Ihre These: Ein absolutes Gehör kann jeder haben. Er muss nur früh genug Mandarin oder Kantonesisch lernen. Denn diese Tonsprachen klingen nicht nur schön, sie erleichtern auch das perfekte Hören.

Etwa einer von 10.000 Menschen in Europa und Nordamerika besitzt ein solch perfektes Gehör. In Asien dagegen gibt es Regionen, in denen fast jeder Zweite ein perfektes Gehör hat. Musikgenies seien diese aber trotzdem nicht, sagt Deutsch. Denn ein absolutes Gehör sei weder ein Zeichen für ausgesprochene Musikbegabung, noch komme es wirklich selten vor. Die Forscherin, übrigens selbst mit einem absoluten Gehör ausgestattet, konnte dies in einer Studie mit Musikstudenten bestätigen.

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