Zauberhaftes „Astralrätsel“:

Die Himmelsscheibe von Nebra und ihre Deutung(en)

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Die Himmelsscheibe von Nebra (nicht restauriert), 1999 in Sachsen-Anhalt gefunden, auf 1600 v. Chr. datiert. Eine der ältesten bekannten Himmelsdarstellungen. (Foto: Rappenglück).

Rosenheim - Die "Himmelsscheibe von Nebra" hat seit ihrer Entdeckung große Aufmerksamkeit erregt. Die Sternwarte Rosenheim widmet sich ihr nun in einem Vortrag.

Die "Himmelsscheibe von Nebra" hat seit ihrer Entdeckung 1999 in Öffentlichkeit, Medien- und Fachwelt große Aufmerksamkeit erregt. Der bronzene Diskus mit einem Durchmesser von etwa 32 Zentimetern, dessen Herstellung zwischen 2100 und 1700 vor Christus datiert wird, zeigt Goldapplikationen, die höchstwahrscheinlich Himmelsobjekte und mythische Bilder darstellen. In seinem Vortrag „Zauberhaftes „Astralrätsel“: Die Himmelsscheibe von Nebra und ihre Deutung(en)“ spricht Dr. Michael Rappenglück, Vorsitzender der Gesellschaft für Archäoastronomie, über das rätselhafte Objekt und was sich nach heutigem Wissensstand dahinter verbergen könnte. Der Vortrag findet am Dienstag, 3. Juni 2014 um 19 Uhr an der Hochschule Rosenheim in Hörsaal B 0.23 statt.

Zeigt die Scheibe eine Darstellung von Sonne, Mond und Sterne in der Konstellation der Pleiaden? Ist darauf ein Himmelsschiff erkennbar? Für die Deutung der Himmelscheibe gibt es seit dem Fund in der Nähe der Kleinstadt Nebra in Sachsen-Anhalt viele Ansätze: Astronomische, arithmetische, geometrische und statistische Analysen, ikonografische Überlegungen oder ethnologische Vergleiche. Wissenschaftlich argumentative Begründungen und esoterische Schnellschüsse behaupten, die Nebrascheibe war Kalender, Peilgerät, Himmelskarte, Schildzier, Universalinstrument für spirituelle Zwecke und vieles mehr. Bei nur einem Unikat ist es schwierig, diese Hypothesen zu prüfen. Dennoch gibt es heute Überlegungen, die mit großer Wahrscheinlichkeit der Lösung des Rätsels auf die Spur kommen.

In seinem Vortrag an der Hochschule Rosenheim erläutert Rappenglück den aktuellen Wissensstand und die begründeten Vermutungen. Er zeigt grundsätzliche methodische Fragen und Probleme der Archäoastronomie auf und erläutert, warum die "Himmelscheibe“ nicht als ältester Beleg für den Ursprung der Himmelskunde gelten kann. Weitere Informationen unter www.fh-rosenheim.de/sternwarte.html.

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