Biathlon: Deutscher Staffelsieg dank Neuner

Magdalena Neuner feierte mit riesigem Bierglas
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Magdalena Neuner feierte mit riesigem Bierglas

Hochfilzen - Bei ihrer Rückkehr in die Biathlon-Staffel hat Magdalena Neuner den Grundstein zum ersten Weltcup-Sieg der deutschen Skijägerinnen im nacholympischen Winter gelegt.

Die Doppel- Olympiasiegerin nahm am Samstag in Hochfilzen auf ihrer Runde den Olympiasiegerinnen aus Russland über 40 Sekunden ab. Zusammen mit Kathrin Hitzer, Sabrina Buchholz und Andrea Henkel stürmte Neuner zum Sieg: Mit einem Vorsprung von 59,1 Sekunden gewann Deutschland vor der Ukraine und Norwegen.

So schön und so erfolgreich: Magdalena Neuner

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Magdalena Neuner wurde am 9. Februar 1987 in Garmisch-Partenkirchen geboren. Die Oberbayerin wuchs in Wallgau auf. © Jantz
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Sie ist bekennende Bairisch-Sprecherin ... © dpa
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... und pflegt die Tradition. © dpa
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Sie ist bei der Bundeszollverwaltung als Zollhauptwachtmeisterin angestellt. Bereits in Jugendwettbewerben holte Lena Trophäe um Trophäe. Im Jahr 2004 war die damals 17-jährige (2.v.r.) noch merklich schüchtern, als sie mit dem deutschen Zoll-Team vom damaligen Finanzminister Hans Eichel empfangen wurde. © dpa
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Ihren großen Durchbruch feierte sie in der Saison 2006/2007. © dpa
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Am 5. Januar 2007 holte sie in Oberhof ihren ersten Weltcupsieg. © dpa
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Bei den Weltmeisterschaften 2007 in Antholz (Italien) hatte sie dann ihren großen Auftritt und holte drei Goldmedaillen. © dpa
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Auch bei der WM 2008 in Östersund sammelte Lena dreimal Gold. © dpa
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... und obendrein in derselben Saison noch den Gesamtweltcup und zwei Einzelweltcups. © dpa
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Lena erklärte es bislang für ausgeschlossen, sich für den Playboy auszuziehen. © dpa
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Wieso auch? Sie ist angezogen ein größerer Blickfang als viele andere nackt. © dpa
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Zu ihren Hobbies zählt Stricken. © LANA GROSSA
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Ja, richtig gelesen: Stricken! © LANA GROSSA
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Außerdem hört sie gerne Musik. Mit hartem Rock bringt sich Lena auf Betriebstemperatur für Wettkämpfe. In einem Tagesspiegel-Interview gestand sie, sich früher mit der Metal-Band System Of A Down aufgeputscht zu haben. © dpa
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Auch Robbie Williams und Chris Martin schallen ihr des öfteren durch die Ohren. © LANA GROSSA
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Lena ist äußerst schlagfertig und kann so auch mal einen Thomas Gottschalk ins Stocken bringen. © dpa
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Die süße Oberbayerin kann aber auch mal schimpfen. Hobby-Lippenleser dürfen hier mal an einer einfachen Aufgabe üben. © dpa
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"Ich glaub, mich knutscht eine Lena" - Die Biathletin dreht bei diesem Elch das Spiel um. © dpa
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In ihrer Heimat Wallgau trägt man sie auf Händen. © dpa
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Und auch die WM-Maskottchen 2007 namens "Bumsi" ließen sie hoch leben. © dpa
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Lena mit Hund Rocky © dpa
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Miss Neuner mit ihrer "Sportlerin des Jahres 2007"-Trophäe. © dpa
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Sie muss eine große Vitrine haben. © dpa
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Auch beim harten Training hat sie immer ein Lächeln übrig. © dpa
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Lena (r.) posiert mit den Alpin-Skifahrerinnen Maria Riesch (v-l), Kathrin Hölzl und Monika Bergmann-Schmudere vor der Allianz Arena. © dpa
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Ist echt! Lena macht die Probe aufs Exempel. © dpa
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Im Dezember 2011 kündigte Neuner ihr Karriereende für Frühjahr 2012 an. Sie wolle sich neu orientieren und mal etwas anderes ausprobieren, erklärte die Biathletin. © dpa

“Die Vier haben ein tolles Rennen gemacht. Das war ein Superauftakt in die Staffelsaison“, sagte Bundestrainer Gerald Hönig. Mit dem vierten Staffel-Erfolg in Hochfilzen avancierten die deutschen Damen zu Rekordsiegerinnen im Pillerseetal.

“Ich habe gestern gesehen, dass es schon ganz gut geht. Ich habe mich gut gefühlt, vor allem am Schießstand“, sagte Neuner. “Ich hoffe, dass ich mich jetzt konstant mit einem guten Schießergebnis durch den Winter bringen kann.“

In der Verfolgung am Sonntag (14.15 Uhr/ZDF und Eurosport) startet Neuner als Siebte. Die 23-Jährige gehört nach ihrem krankheitsbedingten Fehlen beim Auftakt in Östersund schon zu den Favoritinnen. “Im besten Fall ist alles drin“, sagt sie selbst.

Nachdem Hitzer mit insgesamt drei Nachladern als Dritte mit 20 Sekunden Rückstand hinter Russland und der Slowakei an Neuner übergeben hatte, schaltete die Olympiasiegerin den Turbo ein. Ein fehlerfreies Liegendschießen, einmal Nachladen im Stehen (“Da war ich in Gedanken schon auf der Strecke“) - als die 23-Jährige an Sabrina Buchholz übergab, hatte sie einen Vorsprung von 23,1 Sekunden erkämpft.

“Ich habe es ganz gut hingekriegt“, sagte Buchholz, die den Abstand noch vergrößerte. Einen Tag nach ihrem 33. Geburtstag ging Henkel mit einer Führung von 53 Sekunden auf Frankreich in die Schlussrunde. Die zweimalige Olympiasiegerin spielte ihr ganze Routine aus - und brachte den Sieg mit der deutschen Fahne in der Hand ins Ziel. “Ich war etwas nervös, denn auch so einen Vorsprung kann man noch versemmeln“, sagte Andrea Henkel.

Bei den Olympischen Spielen in Kanada hatte die mit zweimal Gold dekorierte Magdalena Neuner auf Nachfrage von Bundestrainer Uwe Müssiggang zugunsten der mittlerweile zurückgetretenen Andrea Beck, Simone Hauswald und Kati Wilhelm auf den Staffeleinsatz verzichtet. Beim Abschieds-Rennen dieser großen Biathlon-Generation in Whistler holte Deutschland Bronze, Neuner wurde für ihre große Geste mit dem Fair-Play-Preis des deutschen Sports ausgezeichnet.

“Ich bin einfach nicht der Kannibale oder die Kannibalin, so wie es der Ole ist. Das bin ich einfach nicht“, sagte Neuner in Hochfilzen. “Ob ich zwei oder drei Goldmedaillen habe - ich bin einfach nicht so gierig.“

Der Norweger Ole Einar Björndalen, der mittlerweile 93 Weltcup- Siege auf seinem Konto hat, wurde am Samstag in der Männer-Verfolgung Siebter. Mit der besten Laufzeit war der dreimalige Olympiasieger Michael Greis von Platz 19 auf Rang acht gestürmt. Wie im Sprint gewann Tarjei Boe - es war der fünfte norwegische Herren-Sieg im fünften Rennen des Winters.

Michael Greis lag über die 12,5 Kilometer nach zwei Schießfehlern 50,9 Sekunden hinter Boe, der nur einmal nicht traf. “Ich bin ganz zufrieden. Der eine oder andere Fehler war ärgerlich. Aber angesichts der Ausgangsposition war das ein sehr gutes Ergebnis“, sagte Greis.

dpa

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