Biathlon-Staffel verpasst Heimsieg

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Magdalena Neuner am Schießstand.

Oberhof - Die deutschen Biathletinnen haben beim Heim-Weltcup in Oberhof nach einem Fehlerfestival am Schießstand den Sprung aufs Podium deutlich verpasst.

Das Quartett Kathrin Hitzer, Magdalena Neuner, Tina Bachmann und Andrea Henkel kam am Donnerstag vor 19 500 Zuschauern nach zusammen neun Strafrunden nur auf den sechsten Rang. Es gewann die Staffel aus Schweden vor Frankreich und Weißrussland. Schon nach Startläuferin Hitzer, die wie Neuner und Henkel zwei Extrarunden drehen musste, waren die deutschen Frauen ins Hintertreffen geraten. Bachmann musste sogar dreimal in die Strafrunde.


Olympia 2010: Tops und Flops

Olympia 2010: Die Tops und Flops
Magdalena Neuner - Gold und große Geste: Die Skijägerin aus Wallgau hat Enormes geleistet bei diesen Winterspielen. Die 23-jährige Debütantin gewann zweimal Gold und einmal Silber, sie hätte zur erfolgreichsten Athletin dieser Spiele werden können. © Getty
Doch die in Deutschland auch für ihr strahlendes Lächeln als Gold-Lena gefeierte Biathletin verzichtete zugunsten ihrer Teamkollegin Martina Beck auf einen Staffelstart und damit auf mögliches drittes Gold. © dpa
Olympia 2010: Die Tops und Flops
Für diese von olympischem Geist erfüllte Tat durfte Magdalena Neuner die deutsche Mannschaft bei der Abschlussfeier als Fahnenträgerin anführen. © Getty
Olympia 2010: Die Tops und Flops
Die meisten Medaillen gewann zwar die norwegische Langläuferin Marit Björgen (3 x Gold, 1 x Silber, 1 x Bronze), es waren aber auch die Neuner-Spiele. © Getty
Olympia 2010: Die Tops und Flops
Maria Riesch - Die Ski-Königin: Ihre zwei Goldmedaillen sprechen für sich. Zumal erwartet worden war, ihre Freundin Lindsey Vonn würde die alpinen Wettbewerbe in Whistler dominieren. © Getty
Olympia 2010: Die Tops und Flops
Von Vonn-Couver war schon die Rede. Doch als Ski-Königin dieser Spiele darf sich nun Maria Riesch, die blonde Oberbayerin mit den starken Nerven, fühlen. © Getty
Olympia 2010: Die Tops und Flops
Vor vier Jahren musste sie bei den Winterspielen in Turin wegen eines Kreuzbandrisses zuschauen. Eine bittere Erfahrung. © Getty
Olympia 2010: Die Tops und Flops
Doch Maria Riesch hat sich zurück gekämpft, ganz an die Spitze ihres Sports. Das Gold von Whistler glänzt damit umso mehr. © Getty
Olympia 2010: Die Tops und Flops
Serge Bilodeau - Bewegender Skitänzer: Der Freestyler aus Montreal bewegte die Kanadier nicht nur zutiefst, weil er das erste Gold überhaupt bei Olympischen Spielen auf kanadischem Boden holte. © Getty
Olympia 2010: Die Tops und Flops
Nach seinem Tanz über die Buckelpiste ging er als erstes zu seinem an zerebraler Kinderlähmung leidenden Bruder Frederic, der im Rollstuhl auf ihn wartete. © Getty
Olympia 2010: Die Tops und Flops
„Frederic hat mich so viel gelehrt, er ist meine Inspiration. Aus ihm habe ich soviel Kraft geschöpft“, sagte Alex Bilodeau und umarmte seinen behinderten Bruder. © Getty
Olympia 2010: Die Tops und Flops
Joannie Rochette - Die Heldin der Trauer: Kanada weinte mit der 24-jährigen Eiskunstläuferin. © Getty
Olympia 2010: Die Tops und Flops
Vier Tage vor Joannie Rochettes olympischen Kür war ihre Mutter, 55, an einem Herzinfarkt gestorben. © Getty
Olympia 2010: Die Tops und Flops
Die Sportlerin trat trotzdem an, ihr hochemotionaler Auftritt war hochemotionale Trauerarbeit, ein Aufbäumen gegen den seelischen Schmerz. © Getty
Olympia 2010: Die Tops und Flops
Am Ende stand sie als Bronze-Gewinnerin auf dem Podium. „Es war das Lebensprojekt von meiner Mutter und mir. Wir haben es geschafft“, sagte Joannie Rochette. © Getty
Olympia 2010: Die Tops und Flops
Der gefeierte rothaarige Akrobat (Spitzname: fliegende Tomate) ist der Liebling der flippigen Generation Snowboard, der König der Schneekinder. © Getty
Olympia 2010: Die Tops und Flops
Shaun White - König der Schneekinder: Der Snowboarder aus Kalifornien bestätigte seine Ruf als Superstar in der Halfpipe. Seine Kür krönte der 23-Jährige mit seinem halsbrecherischen Spezialtrick, dem McTwist 1260: einem Doppelsalto mit dreifacher Diagonalschraube. © Getty
Olympia 2010: Die Tops und Flops
Romy Logsch (links) - Die Unverwüstliche: Die Bob-Anschieberin wurde bei ihrem Furcht erregenden Sturz bei Tempo 146 km/h aus dem Schlitten auf die Eisbahn geschleudert. Schon wenige Minuten später gab sie die ersten Interviews. Ihr gehe es gut, sagte die frühere Diskuswerferin. © Getty
Olympia 2010: Die Tops und Flops
Später wurden bei ihr ein Knöchelbruch diagnostiziert, Verbrennungen und schwere Prellungen. Hart im Nehmen, die Bruchpilotin aus Riesa. © Getty
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Anja Pärson - Unerschrockene Skifliegerin: Obwohl das IOC den Skispringerinnen die Aufnahme ins Programm der Winterspiele verwehrte, wurde in Whistler dennoch ein olympische Rekord in dieser Disziplin aufgestellt. Und zwar unfreiwillig. © Getty
Olympia 2010: Die Tops und Flops
Im Zielschuss des Abfahrtslaufs flog die Schwedin Anja Pärson bei ihrem Sturz 65 Meter durch die Luft. Trotz dieses Crashs startete die Alpine im Super G und gewann Bronze. Unerschrockener geht es kaum. © Getty
Olympia 2010: Die Tops und Flops
Petra Majdic - Die eiserne Kämpferin: Die slowenische Skilangläuferin stürzte eine Böschung hinunter, riss sich das Lungenfell, rannte dennoch weiter und holte Bronze. Sie war die verbissenste Kämpferin der Spiele. © Getty
Olympia 2010: Die Tops und Flops
Viktoria Rebensburg - Die goldene Überraschung: Die Alpine aus Kreuth hatte noch nie ein Weltcup-Rennen gewonnen, bei Olympia aber fuhr die unbekümmerte Debütantin auf Anhieb zu Riesenslalom-Gold. © Getty
Olympia 2010: Die Tops und Flops
Nicht ganz so glücklich verliefen die Winterspiele ihrer Eltern. Weil der zweite Lauf um einen Tag verlegt werden musste, verpassten Dagmar und Wolfgang Rebensburg die Gold-Fahrt ihrer Tochter. © Getty
Olympia 2010: Die Tops und Flops
Ihr nicht mehr umzubuchender Rückflug ging eine Stunde, bevor Tochter Vicky auf der Piste war. Vom Olympiasieg erfuhren sie erst beim Zwischenstopp in Montreal. © Getty
Olympia 2010: Die Tops und Flops
Evi Sachenbacher-Stehle - Die passende Antwort: Die deutschen Langläuferinnen hatte zu Beginn dieser Spiele herbe Kritik ihres Cheftrainers einstecken müssen. Gar von Trainingsfaulheit war die Rede. © Getty
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Evi Sachenbacher-Stehle, die Behles Seitenhiebe schon seit Jahren duldsam einsteckt, fand die richtige Antwort. Zusammen mit Claudia Nystad holte sie Teamsprint völlig unverhofftes Gold und mit der Staffel zudem Silber. © Getty
Olympia 2010: Die Tops und Flops
Flops: Gerard Kemkers - Der Irrtum der Spiele: Dem niederländischen Eisschnelllauftrainer unterlief der peinlichste Fehler dieser Winterspiele: Er winkte seinen Athleten „Sven the Man“ Kramer im 10000-m-Rennen irrtümlicherweise auf die Innenbahn. © AP
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Der disqualifizierte Sportler hackte daraufhin wutentbrannt mit seinem Schlittschuh aufs Eis ein, der Fauxpas seines Coaches hatte ihm sicheres Gold gekostet. Kemkers sprach später vom „schlimmsten Moment meines Lebens“. © AP
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Österreichs Skifahrer - Land der Zwerge: Die Skination Österreich erlebte in Whistler demütigende Momente. Die Männer blieben ohne eine einzige Medaille, eine Schmach. Eine Tageszeitung in Österreich titelte in Anlehnung an die Nationalhymne (Land der Berge …): „Land der Zwerge“. © Getty
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Der Eiskanal - Tödlicher Speed: Als „schnellste Bahn der Welt“ wurde der Eiskanal von Whistler angepriesen. Die Gefahren der Hochgeschwindigkeit wurden dem georgischen Rodler Nodar Kamuratischwili zum Verhängnis. © Getty
Olympia 2010: Die Tops und Flops
Sein Tod warf einen Schatten über Olympia und die Frage auf, ob auf dieser Bahn mit dem Leben der Sportler gespielt wird. © Getty
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Das Wetter - Olympia im Regen: Das Klima war nur einige Sonnentage lang olympiawürdig. Schon in der ersten Woche bestätigten sich die Prognosen, dass an Kanadas Westküste auf das Wetter ungefähr so Verlass ist wie bei uns im April. © dpa
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Vor allem die nordischen Disziplinen, wo das Wachsen zur Lotterie wurde, wurden davon beeinträchtigt. Mitunter fühlte man sich wie bei Regenspielen. © Getty
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Frank Ullrich - Ein Jahr zuviel: Der Biathlon-Cheftrainer wurde einst als Medaillenschmied gefeiert. Bei Olympia in Turin 2006 hatten es seine Skijäger auf 4 x Gold und 1 x Silber gebracht. © Getty
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Die Bilanz dieser Spiele: 0 Medaillen. Ullrich, das stand schon vor diesem Winter fest, wird nach zehn Jahren seinen Posten räumen. Ein Jahr zu spät. © Getty
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Sandra Kiriasis - Die Eiszicke: Die Olympiasiegerin von 2006 zeigte sich von der eiskalten Seite, nachdem der Bob ihrer deutschen Rivalin Cathleen Martini im Eiskanal umgekippt und die Anschieberin Romy Logsch aufs Eis geknallt war. Mit versteinertem Gesicht und ohne den geringsten Anflug von Mitgefühl sagte sie zu der Schreckensszene nur: „Sie hat sich nicht festgehalten, ansonsten fliegt man nicht raus.“ © Getty
Olympia 2010: Die Tops und Flops
Romy Logsch saß von 2007 bis 2009 im Kiriasis-Bob, das Duo wurde zweimal Weltmeister. Nach einem Krach kam es zur Trennung. Seither zürnt Kiriasis (Foto) ihrer früheren Beifahrerin. In Whistler bestätigte sie ihren Ruf als Eiszicke. © Getty
Olympia 2010: Die Tops und Flops
Austrias Skispringer - Schlechte Verlierer: Österreichs erfolgsgewohnte Skispringer versuchten mit Mitteln der psychologischen Kriegsführung die Dominanz des Schweizers Simon Ammann zu brechen und zettelten einen unsinnigen Streit um seine Skibindung an. © Getty
Olympia 2010: Die Tops und Flops
Ammann blieb ungerührt, holte zweimal Gold, die Österreicher standen als schlechte Verlierer da. © Getty

dpa

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