Henkel und Neuner krönen Biathlon-Festspiele

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Die deutschen Biathlon-Heldinnen: Magdalena Neuner (l.) und Andrea Henkel

Antholz - Mit einer perfekten Olympia-Generalprobe haben die deutschen Skijägerinnen die Festtage im Südtiroler Biathlon-Mekka Antholz gekrönt.

Den beiden souveränen Siegen von Magdalena Neuner im Einzel und Sprint ließ Andrea Henkel am Sonntag mit sicherem Schießen einen ebenso überlegenen Erfolg im Verfolgungsrennen über 12,5 Kilometer vor Neuner folgen. “Mit jeder Schießeinlage wurde ich sicherer. Ich hatte sogar Zeit, die deutsche Fahne zu nehmen. Genau das Gefühl wollte ich aus Antholz mitnehmen“, sagte die kleine Großbreitenbacherin. Auch die zweitplatzierte bayerische “Gold-Lena“ war “total glücklich“ über ihren siebten Stockerlplatz hintereinander. “Es wäre superschön, wenn die Serie auch in Kanada halten würde“, wünschte sie sich.


So schön und so erfolgreich: Magdalena Neuner

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Magdalena Neuner wurde am 9. Februar 1987 in Garmisch-Partenkirchen geboren. Die Oberbayerin wuchs in Wallgau auf. © Jantz
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Sie ist bekennende Bairisch-Sprecherin ... © dpa
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... und pflegt die Tradition. © dpa
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Sie ist bei der Bundeszollverwaltung als Zollhauptwachtmeisterin angestellt. Bereits in Jugendwettbewerben holte Lena Trophäe um Trophäe. Im Jahr 2004 war die damals 17-jährige (2.v.r.) noch merklich schüchtern, als sie mit dem deutschen Zoll-Team vom damaligen Finanzminister Hans Eichel empfangen wurde. © dpa
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Ihren großen Durchbruch feierte sie in der Saison 2006/2007. © dpa
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Am 5. Januar 2007 holte sie in Oberhof ihren ersten Weltcupsieg. © dpa
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Bei den Weltmeisterschaften 2007 in Antholz (Italien) hatte sie dann ihren großen Auftritt und holte drei Goldmedaillen. © dpa
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Auch bei der WM 2008 in Östersund sammelte Lena dreimal Gold. © dpa
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... und obendrein in derselben Saison noch den Gesamtweltcup und zwei Einzelweltcups. © dpa
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Lena erklärte es bislang für ausgeschlossen, sich für den Playboy auszuziehen. © dpa
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Wieso auch? Sie ist angezogen ein größerer Blickfang als viele andere nackt. © dpa
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Zu ihren Hobbies zählt Stricken. © LANA GROSSA
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Ja, richtig gelesen: Stricken! © LANA GROSSA
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Außerdem hört sie gerne Musik. Mit hartem Rock bringt sich Lena auf Betriebstemperatur für Wettkämpfe. In einem Tagesspiegel-Interview gestand sie, sich früher mit der Metal-Band System Of A Down aufgeputscht zu haben. © dpa
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Auch Robbie Williams und Chris Martin schallen ihr des öfteren durch die Ohren. © LANA GROSSA
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Lena ist äußerst schlagfertig und kann so auch mal einen Thomas Gottschalk ins Stocken bringen. © dpa
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Die süße Oberbayerin kann aber auch mal schimpfen. Hobby-Lippenleser dürfen hier mal an einer einfachen Aufgabe üben. © dpa
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"Ich glaub, mich knutscht eine Lena" - Die Biathletin dreht bei diesem Elch das Spiel um. © dpa
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In ihrer Heimat Wallgau trägt man sie auf Händen. © dpa
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Und auch die WM-Maskottchen 2007 namens "Bumsi" ließen sie hoch leben. © dpa
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Lena mit Hund Rocky © dpa
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Miss Neuner mit ihrer "Sportlerin des Jahres 2007"-Trophäe. © dpa
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Sie muss eine große Vitrine haben. © dpa
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Auch beim harten Training hat sie immer ein Lächeln übrig. © dpa
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Lena (r.) posiert mit den Alpin-Skifahrerinnen Maria Riesch (v-l), Kathrin Hölzl und Monika Bergmann-Schmudere vor der Allianz Arena. © dpa
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Ist echt! Lena macht die Probe aufs Exempel. © dpa
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Im Dezember 2011 kündigte Neuner ihr Karriereende für Frühjahr 2012 an. Sie wolle sich neu orientieren und mal etwas anderes ausprobieren, erklärte die Biathletin. © dpa

“Die gelungene Olympia-Generalprobe mit drei Siegen in drei Rennen, dazu noch drei zweite und ein dritter Platz, und die alle mit prima Leistungen, geben Selbstvertrauen für Vancouver. Das müssen die hier fehlenden Schwedinnen erst Mal schaffen“, formulierte Bundestrainer Uwe Müssiggang eine Kampfansage an die bisher dominierenden Helena Jonsson und Anna Carin Olofsson-Zidek. “Das hat Spaß gemacht, auch wenn mir die Mädels die Vergabe der nur jeweils vier Startplätze in Vancouver nicht leichter gemacht haben. Doch das Luxusproblem mit der Qual der Wahl habe ich gern“, sagte Müssiggang.

Nachdem im Sprint vier seiner Damen unter den ersten sieben landeten, rundeten beim letzten vorolympischen Rennen 19 Tage vor der Eröffnung in Vancouver Simone Hauswald (Gosheim) als Vierte und Tina Bachmann (Schmiedeberg) auf dem zehnten Platz den Triumph vor knapp 20 000 Zuschauern ab.

Auch Andrea Henkel, die in Antholz als Dritte, Zweite und Erste von Rennen zu Rennen sicherer wurde, versprühte “Zuversicht für alles, was ich mir für Vancouver vorgenommen habe“. Nur beim ersten Schießen verfehlte sie eine Scheibe. “Geholfen hat mir aber auch, dass sich Lena fünf Strafrunden eingehandelt hat“, bemerkte Henkel. “Klar war das etwas schade, zweimal stehend der letzte Schuss. Die Scheibe hätte ich gern getroffen. Doch Andrea hat verdient gewonnen. Sie hat nicht nur super geschossen, sondern war auch sehr schnell in der Loipe“, verteilte Neuner ein Kompliment an die Tagessiegerin.

Mit dem überraschenden ersten Saisonsieg durch Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld) und Platz drei durch Christoph Stephan (Oberhof) hatten bereits am Samstag auch die deutschen Männer ihren Formanstieg unterstrichen und Bundestrainer Frank Ullrich ein vorfristiges Geburtstagsgeschenk bereitet. “Das war ein perfektes Rennen. Heute hat alles zusammen gepasst“, schätzte der wie immer sehr beherrscht auftretende Harzer den Sieger aus der Oberhofer Trainingsgruppe von Mark Kirchner ein. “Speziell für Olympia war es gut, dass wir zeigen konnten, was wir drauf haben. Das gibt weiteres Selbstvertrauen“, betonte Peiffer.

Der gesundheitlich leicht angeschlagene “Leitwolf“ Michael Greis war zuvor bereits abgereist und hatte schon am Freitag mit Waffentechniker Sandro Brieslinger in Oberhof seinen Gewehrschaft verändert, was ihm einen stabileren Stehend-Anschlag bringen soll. In der Woche nach Antholz werden alle deutschen Olympia-Starter in den heimischen Stützpunkten an der Form feilen, ehe sie vom 1. Februar an ihr Trainingsquartier in Vancouver Island beziehen.

dpa

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