Nordische Kombination

Frenzel sorgt für Freude - Sorge um Ackermann

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Felix Gottwald bejubelt seinen Sieg in Val di Fiemme.

Val di Fiemme - Eric Frenzel strahlte auf dem Siegerpodest, Ronny Ackermann zog schnell und gedankenverloren zum Auslaufen von dannen: Unterschiedlicher konnte die Gefühlslage bei den deutschen nordischen Kombinierern nach dem Weltcup in Val di Fiemme nicht sein.

Der Oberwiesenthaler Frenzel unterstrich beim ersten Sieg des Österreichers Felix Gottwald nach dessen Comeback als Dritter seine großen Fähigkeiten. Dagegen musste sich Ackermann mit Rang 36 begnügen. Er hechelt weiter der Olympia-Norm hinterher.


"Heute hatten wir die besten Ski seit Saisonbeginn unter den Füßen. Das waren richtige Raketen", meinte Frenzel. Als Neunter nach dem Springen war er mit einer großen Gruppe schnell zu den Führenden aufgelaufen und hatte dann Kräfte gespart. "Es war meine Taktik, etwas vorsichtiger anzugehen um am Ende etwas zum Zusetzen zu haben. Das hat richtig gute geklappt", sagte der Sachse und bekam von Bundestrainer Hermann Weinbuch ebenso wie der Fünftplatzierte Björn Kircheisen (Johanngeorgenstadt) ein Extra-Lob. "Die beiden sind sehr stabil in ihren Leistungen. Sowohl auf der Schanze als auch in der Loipe ist absolut Verlass auf sie", sagte der Coach.

Um Ackermann macht er sich dagegen Sorgen. "Ihm läuft die Zeit davon. Er ist nicht frisch, setzt sich jetzt selbst unter Druck", sagte Weinbuch, der mit dem 10-Kilometer-Lauf des Dermbachers aber zufrieden war. "Er ist konstant unterwegs gewesen, hat nicht wie zuletzt einen Einbruch in der zweiten Hälfte erlebt. Das Springen ging aber wieder in die Hose, obwohl er in der Probe Siebter war."


Abgeschrieben hat Weinbuch den Thüringer aber nicht. "Er muss jetzt versuchen, locker zu bleiben. Zwei Wochen braucht er wohl noch, um wieder in Form zu kommen. Das würde reichen", betonte der Bundestrainer. Vier Athleten muss er dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) bis zum 22. Januar melden, einen fünften kann er nach dem Weltcup in Schonach am 25. Januar benennen.

"Wir brauchen ihn und seine Erfahrung für das Team. In den vergangenen Jahren hat er uns immer die Erfolge beschert. Er gehört in die Mannschaft. Hoffentlich schafft er es noch", sagte Kircheisen. Ob Ackermann am Sonntag den Aufstieg zum Alpe Cermis in Angriff nimmt, ließ Weinbuch offen. Dagegen erhält der Zella-Mehliser Tino Edelmann eine Pause. "Er ist nicht mehr in der Form des Saisonstarts. Wie lange er pausieren wird, entscheiden wir noch", sagte der Coach.

Von Gerald Fritsche, dpa

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