Greis beendet Bann - Zweiter Platz in Oberhof

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Michael Greis, der Russe Evgeny Ustyugov und Carl-Johan Bergman aus Schweden (l-r) bei der Soegerehrung in Oberhof.

Oberhof - Der dreimalige Olympiasieger Michael Greis hat den ersten Saisonsieg für die deutschen Skijäger um 2,8 Sekunden verpasst, aber im vierten Rennen den vierten Podestplatz für die deutschen Biathleten in Oberhof und den ersten für die deutschen Männer in einem Einzelrennen im Olympia-Winter erkämpft.

Beim Weltcupsprint über 10 Kilometer in Oberhof musste sich der 33 Jahre alte Nesselwanger am Samstag mit zwei Strafrunden nur dem bei extremen Witterungsbedingungen eine fantastische Schlussrunde laufenden Jewgeni Ustjugow geschlagen geben. Der 24 Jahre alte Russe hatte sogar drei Scheiben verfehlt und übernahm mit seinem zweiten Weltcup-Tagessieg hintereinander auch erstmals in seiner Laufbahn das Gelbe Trikot des Spitzenreiters. Der Schwede Carl Johan Bergman, der als einziger alle zehn Scheiben traf, landete mit 8,2 Sekunden Rückstand auf dem dritten Platz.


Michael Greis am Schießstand.

“Heute hat schon etwas Glück dazu gehört. Durch die Kälte und die Sturmböen war es ja alles andere als Sportler- und Zuschauerwetter. Doch ich hatte einen Super-Ski. Das hat mich richtig motiviert“, lobte der Allgäuer die deutschen Skitechniker. Beim Liegendschießen hatte er sich viel Zeit genommen und alle fünf Scheiben getroffen. “Da habe ich mich extrem zusammengerissen. Angesichts der Böen waren die zwei Fehler beim Stehendanschlag auch okay. Da musste ich um jeden Treffer kämpfen. Zum Glück gab's auf der Schlussrunde einen Zweierzug. Da konnte ich mich gut reinhängen“, beschrieb Greis seinen Auftritt, für den er von Bundestrainer Frank Ullrich ein Extralob erntete.

“Das war ein hart erkämpfter Podiumsplatz bei den extremen Bedingungen. 'Michi' ist dafür belohnt worden, dass er in den letzten Tagen ganz akribisch gearbeitet hat. Ich hoffe, dass nun der Bann gebrochen ist und die ganze Mannschaft aus dem Ergebnis Motivation für die kommenden Aufgaben ziehen kann“, sagte der Bundestrainer nach der Wetterschlacht vor 23 000 Zuschauern. Zweitbester der sieben deutschen Starter, die insgesamt 34 Mal in die Strafrunde mussten, war der Harzer Arnd Peiffer aus Clausthal-Zellerfeld auf dem 38. Platz. Insgesamt verfehlten die 112 Starter 480 Mal die Scheiben.


Der Start hatte lange auf der Kippe gestanden. Erst eine Viertelstunde vor Wettkampfbeginn gab die Jury endgültig Grünes Licht. “Uns war schon klar, dass es ein Stück weit eine Lotterie wird. Doch wird sind nun mal eine Freiluft-Sportart und in den Regeln gibt es keine Windbestimmungen“, erläuterte das österreichische Jury- Mitglied Walter Gapp.

Als Lehrstunde empfand Arnd Peiffer den Wettkampf. “So extreme Bedingungen habe ich im Weltcup noch nie erlebt. Das war eine neue Erfahrung für mich. Beim dritten Mal den Birxstieg hoch ging es richtig zäh“, sagte er zu dem Härtetest.

Am Sonntag stehen ab 11.00 Uhr die Massenstarts der Frauen und Männer auf dem Programm.

Von Uwe Jentzsch, dpa

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