Hauswald: Aus dem Schatten ins Olympia-Licht?

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Simone Hauswald stand bislang im Schatten von Neuner und Wilhelm

Ruhpolding - Seit dem Sieg in Oberhof hat Deutschland eine neue Gold-Hoffnung - neben der dreimaligen Olympiasiegerin Kati Wilhelm und der sechsmaligen Weltmeisterin Magdalena Neuner

Simone Hauswald war es, die in der vergangenen Woche in Oberhof für den langersehnten ersten Saisonsieg der deutschen Biathletinnen in diesem Winter sorgte. Im Sprint raste sie der Konkurrenz davon und untermauerte damit ihre gute Form im Olympiawinter. “Vor eigenem Publikum zu gewinnen, war natürlich besonders schön“, sagt die 30- Jährige, die auch beim zweiten Heimweltcup der Saison in dieser Woche in Ruhpolding wieder ganz vorne dabei sein will.


Das Hauptaugenmerk des Winters liegt aber ganz klar auf Olympia, bei Hauswald noch mehr als bei den anderen deutschen Skijägerinnen. Schließlich sind die Winterspiele für sie bislang keine Erfolgsgeschichte. 2002 in Salt Lake City musste die Tochter eines Deutschen und einer Südkoreanerin wegen eines Wadenbeinbruches passen. Vier Jahre später war sie zwar Teil des Teams, kam in Turin aber nicht zum Einsatz und reiste vorzeitig ab. “Das war sicher einer der Tiefpunkte für mich. Ich musste lange Zeit zuschauen, wie andere aus der Mannschaft die Medaillen gewinnen“, sagt Hauswald.

Aus den Rückschlägen hat die Sportsoldatin aber auch Lehren gezogen. “Das hat mich stärker gemacht, obwohl es mitunter harte Zeiten gewesen sind und ich manches Mal die Flinte schon gern ins Korn geworfen hätte“, gesteht sie. Doch anstatt zu schmollen und sich zurückzuziehen, kämpfte die stets lebenslustige Athletin weiter. “Das Leben ist viel zu kurz, um ein langes Gesicht zu machen“, lautet eines ihrer Lebensmottos.


Allerdings musste Hauswald zwei weitere Jahre warten, ehe ihr Stern endlich aufging. Dann aber gewaltig. Gleich drei Weltcuprennen gewann sie in der vergangenen Saison. Hinzu kam eine Silbermedaille bei ihrer “Heim-WM“ in Südkorea. “In der Heimat meiner Mutter war das schon etwas ganz Besonderes“, sagt Hauswald.

Auch in diesem Winter knüpft sie bislang an ihre gute Form an. “Sie ist sehr fokussiert und konzentriert. Es gibt für sie im Moment wenig Ablenkungsplätze“, sagt Bundestrainer Uwe Müssiggang über Hauswald, die im April 2009 ihren Freund und Heimtrainer Steffen geheiratet hat.

Einen Start in Vancouver will Müssiggang ihr rund fünf Wochen vor dem Start der Winterspiele zwar noch nicht garantieren, sollte Hauswald von Verletzungen verschont bleiben, dürfte die dreifache Junioren-Weltmeisterin in den Bergen von Whistler aber erstmals Olympia-Luft schnuppern. “Bei Olympischen Spielen dabei zu sein und eine Medaille zu gewinnen, das ist ein Kindheitstraum von mir.“ Es sieht so aus, als sollte könnte er im dritten Anlauf wahr werden.

dpa 

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