Jenny Wolf will "Asien-Meisterschaft" verhindern

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Jenny Wolf.

Obihiro/Berlin - Anni Friesinger-Postma verzichtet, Jenny Wolf lockt der Titel. Die Berliner Eisschnellläuferin will eine Asien-Meisterschaft bei der 41. Sprint-WM im japanischen Obihiro verhindern.

Der WM-Triumph wäre für sie auf dem Weg zu Olympia ein Riesen-Ansporn: “Wer schon mal den Titel gewonnen hat und im Vorjahr Zweiter war, muss auch das Bestreben haben, wieder ganz vorn zu landen.“ Und doch droht die WM im Schatten der Vorbereitung auf Vancouver zum Rumpf-Wettkampf zu werden.


Über 55 Stunden im Flieger oder Bus nahm Jenny Wolf auf sich, um bei ihrer Olympia-Generalprobe auf ihrer Lieblings-Strecke über 500 Meter Schwung für Olympia zu holen. Der mögliche zweite Titel im Sprint-Mehrkampf nach 2008 - es wäre nach zwei 500-m-Titeln ihr insgesamt vierter - hat für die schnellste Frau der Welt auf dem Eis des erst im September eingeweihten Meiji Hokkaido Tokachi Oval trotz der Favoritenrolle hingegen keine Priorität. “Entscheidend ist, dass ich über 500 Meter zweimal ganz schnell bin“, sagte Wolf, die in dieser Saison ihren eigenen Weltrekord auf 37,00 Sekunden drückte und sechs der acht Weltcuprennen vor Wang gewann.

“Wenn die 500 Meter gut laufen, kann es für sie keine Blamage geben, auch wenn wir die WM aus vollem Training bestreiten“, meinte ihr Coach Thomas Schubert. Auch von Monique Angermüller, die nach Top-Platzierungen im Weltcup viel besser abschneiden dürfte als 2009 mit Platz 11, erwartet er viel.


Als Nebeneffekt möchte sich Jenny Wolf, deren Muskulatur-Probleme auskuriert scheinen, indes auch einen neuen Bahnrekord ans Revers heften. “Das dürfte nicht das große Problem sein“, meinte sie zur Bestmarke, die mit 38,83 Sekunden von der Chinesin Xing Aihua gehalten wird. Die Berlinerin besitzt inzwischen auf fast allen wichtigen Hallen-Bahnen der Welt den 500-m-Rekord. Als “Grauzone“ bezeichnete Schubert vor der ersten “Wolfsjagd“ die 1000 Meter, die sein Schützling in diesem Winter nur einmal, und dazu noch in mäßigen 1:16,52 Minuten absolvierte. “Das muss jetzt besser werden“, sagte die größte deutsche Gold-Hoffnung im olympischen Richmond Oval.

dpa

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