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Magdalena Neuner: Es gab Morddrohungen gegen mich

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Magdalena Neuner im März bei der Biathlon-WM in Ruhpolding.

Wallgau - Die zurückgetretene Ausnahme-Biathletin Magdalena Neuner hat bei der Heim-WM in Ruhpolding im März eine Morddrohung erhalten.

Das strahlende Lächeln wirkte stets locker und gelöst, doch in Wirklichkeit machte sich Magdalena Neuner ernsthafte Sorgen um ihr Leben: Die mittlerweile zurückgetretene Biathlon-Königin hat während der Heim-WM in Ruhpolding im März eine Morddrohung erhalten und musste daraufhin besonders geschützt werden. „Und da denkt man sich schon: Ist es das wert? Aber wahrscheinlich gehört das zum Berühmtsein“, sagte Neuner dem „Münchner Merkur“.

Gerüchte über mögliche Bedrohungen hielten sich während des letzten Highlights in der Karriere der Rekordweltmeisterin in Oberbayern vor fünf Wochen hartnäckig, bestätigt wurden sie durch Neuner selbst aber erst jetzt. Es sei nicht einfach gewesen, mit dem Gedanken im Kopf in die Loipe zu gehen: „Da ist vielleicht jemand, der einem was anhaben will“, sagte die 25-Jährige, betonte aber: „Ich konnte das ganz gut ausschalten.“

Lena macht Schluss! Die größten Erfolge von Biathletin Neuner

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13. Januar 2006: Erstes Weltcuprennen im Alter von 18 Jahren. Neuner belegt Platz 41 im Sprint in Ruhpolding. Update 30. März: Lena Neuner hat ihren Seppi Holzer geheiratet. Hier die Infos. © getty
5. Januar 2007: Erster Weltcupsieg. Beim Sprint in Oberhof gewinnt Neuner vor Andrea Henkel und Martina Glagow. © getty
3. Februar 2007: Erster WM-Titel im ersten WM-Rennen. Neuner gewinnt im Sprint im italienischen Antholz hauchdünn mit 2,3 Sekunden Vorsprung auf die Schwedin Anna Carin Olofsson die Goldmedaille. © getty
4. Februar 2007: Zweiter WM-Titel in der Verfolgung. © getty
11. Februar 2007: Zusammen mit Kati Wilhelm, Andrea Henkel und Martina Glagow die Staffel-Goldmedaille und wird zur erfolgreichsten Athletin der Titelkämpfe in Italien. © getty
22. Dezember 2007: Wahl zur Sportlerin des Jahres. © getty
12. Februar 2008: WM-Gold in der Mixedstaffel bei den Titelkämpfen im schwedischen Östersund an der Seite von Sabrina Buchholz, Andreas Birnbacher und Michael Greis. © getty
16. Februar 2008: Fünfter WM-Titel für Neuner mit dem Sieg im Massenstart. © getty
17. Februar 2008: Gold Nummer sechs in der Staffel zusammen mit Andrea Henkel, Martina Glagow und Kati Wilhelm. © getty
28. Februar 2008: Neuner feiert ihren 10. Weltcupsieg. Im südkoreanischen Pyeongchang gewinnt die Wallgauerin den Sprint. © getty
9. März 2008: Neuner gewinnt mit Platz zwei im russischen Chanty Mansijsk vorzeitig die Weltcup-Wertung im Massenstart und damit ihre erste kleine Kristallkugel. © getty
13. Marz 2008: Neuner sichert sich auch die kleine Kristallkugel im Sprint. © getty
15. März 2008: Mit Platz sieben in der Verfolgung übernimmt Neuner erstmals in ihrer Karriere das Gelbe Trikot der Gesamtweltcupführenden. © getty
16. März 2008: Neuner reicht Platz neun, um erstmals den Gesamtweltcup zu gewinnen. © getty
11. März 2009: Neuner sichert sich mit Platz vier die kleine Kristallkugel für den Gewinn der Einzel-Gesamwertung. © getty
13. Februar 2010: Neuner verpasst in ihrem ersten olympischen Rennen nur um 1,5 Sekunden die Goldmedaille. Hinter der Slowakin Anastasija Kuzmina gewinnt sie in Vancouver Silber im Sprint. © getty
16. Februar 2010: Erste Goldmedaille bei Olympia. Neuner gewinnt in Kanada das Verfolgungsrennen. © getty
21. Februar 2010: Olympisches Gold auch im Massenstart für Neuner. © getty
14. März 2010: Mit Platz zwei in Kontiolathi sichert sich Neuner den Verfolger-Weltcup und macht damit ihre Sammlung aller Kristallkugeln perfekt. © getty
27. März 2010: Neuner gewinnt den Massenstart in Chanty Mansijsk und holt sich als erste deutsche Biathletin zum zweiten Mal den Gesamtweltcup. © getty
28. März 2010: Zusammen mit Simone Hauswald, Simon Schempp und Arnd Peiffer gewinnt Neuner ihrer siebte WM-Goldmedaille in der in Sibirien ausgetragenen Mixed-Staffel. © getty
18. Dezember 2010: Mit dem Sieg im Sprint im slowenischen Pokljuka feiert Neuner ihren 20. Weltcupsieg. © getty
5. März 2011: Achter WM-Titel für Neuner. Sie gewinnt im russischen Chanty Mansijsk den Sprint. © getty
12. März 2011: Mit dem Sieg im Massenstart holte Neuner Nummer neun. © getty
13. März 2011: Als Schlussläuferin führte Neuner die deutsche Frauenstaffel mit Andrea Henkel, Miriam Gössner und Tina Bachmann zum WM-Sieg und krönt sich mit ihrer zehnten Goldmedaille (plus dreimal Silber) zur Rekordweltmeisterin. © getty
17. März 2011: Neuner gewinnt in Oslo den Sprint und holt sich die kleine Kristallkugel. © getty
3. Dezember 2011: Beim Saisonauftakt im schwedischen Östersund feiert Neuner mit dem Sieg im Sprint ihren 25. Weltcupsieg und legt den besten Saisonstart ihrer Karriere hin. © getty
6. Dezember 2011: Auf ihrer Homepage kündigt Magdalena Neuner ihren Rücktritt zum Ende der Saison an. © getty
18. Dezember 2011: Magdalena Neuner wird in Baden-Baden zum zweiten Mal nach 2007 zur Sportlerin des Jahres gewählt. © getty
1. März 2012: Mit der Mixed-Staffel zur Eröffnung der Biathlon-WM in Ruhpodling ergattert Neuner (2 v. li.) die Bronzemedaille. © dpa
3. März 2012: Mit einer fehlerfreien Leistung im Sprint sichert sich die Rekordweltmeisterin Gold-Medaille Nummer elf. © dpa
4. März 2012: Im Verfolgungsrennen reicht es "nur" zu Platz zwei. Ihre vierte Silbermedaille bei Weltmeisterschaften. © dpa
11. März 2012: Beim letzten Rennen der Heim-WM in Ruhpolding hat Neuner (2 v. li.) einen rabenschwarzen Tag erwischt. Die Staffelkolleginnen Tina Bachmann (l-r), Miriam Gössner und Andrea Henkel reißen die Kohlen aus dem Feuer und Neuner bekommt die zwölfte und letzte WM-Goldmedaille ihrer großen Karriere umgehängt. © dpa
16. März 2012: Beim Weltcup-Finale in Chanty-Mansijsk feiert Neuner ihren 10. Saisonsieg, den insgesamt 34. ihrer Laufbahn. Natürlich im Sprint. © dpa
17. März 2012: Neuner macht mit Platz vier im Verfolgungsrennen ihren dritten Gewinn des Gesamtweltcups vorzeitig perfekt. © dpa
18. März 2012: Der Massenstart ist ihr letztes Rennen, nach Platz sechs stieg die große Abschiedsparty. © dpa

Die Doppel-Olympiasiegerin wurde von der Drohung überrascht, unterschätze das große Risiko jedoch nicht. „Ich habe versucht, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren“, sagte Deutschlands Sportlerin des Jahres. Es seien in jedem Fall immer ausreichend Zivilpolizisten und andere Sicherheitskräfte im Einsatz gewesen, um Neuner vor einem möglichen Angriff zu schützen: „Ich habe mich sicher gefühlt. Aber klar, denkt man gelegentlich daran. Auch ab und zu beim Einschlafen.“

Neuner, die in Ruhpolding zwei WM-Titel sowie eine Silber- und eine Bronzemedaille gewonnen hatte, wurde nicht zum ersten Mal bedroht. Erst im Februar wurde ein Stalker vom Landgericht München zu drei Jahren auf Bewährung verurteilt, nachdem der 44-Jährige vor knapp zwei Jahren auf den Balkon von Neuners Haus in Wallgau geklettert war und ans Fenster geklopft hatte. Die zwölfmalige Weltmeisterin erlitt daraufhin einen Schock.

Der Stalker wurde zunächst mit einem Kontaktverbot belegt, hinterließ aber trotzdem mehrfach weitere Liebesbotschaften. Sollte der frühere Wirtschaftsinformatiker noch einmal Kontakt zur Ex-Biathletin suchen, wird er in eine geschlossene psychiatrische Klinik eingewiesen.

Über die Schattenseiten ihrer Berühmtheit und den Fluch des Hypes um ihre Person hatte sich „Gold-Lena“ in den Wochen vor ihrem Rücktritt mehrfach beklagt, arbeitete jedoch stets professionell. Da sie sportlich keine Ziele mehr hatte, beendete sie nach dem dritten Gewinn des Gesamtweltcups im März ihre glanzvolle Karriere - ohne es zu bereuen. „Es ist alles superschön. Mir ist nicht langweilig. Ich war noch an keinem Tag daheim, an dem ich mich gefragt hätte: 'Was mache ich jetzt?'“, sagte Neuner.

Vielmehr genieße sie nach einem kräftezehrenden Weltcup-Winter ihre Freiheit. Erst einmal sei sie Joggen gewesen, und das auch nur eine halbe Stunde lang. Die Sehnsucht nach dem Leistungssport hat die Ausnahmekönnerin noch nicht gepackt, stattdessen genießt sie die ruhigen Momente im idyllischen Oberbayern: „Das war überfällig, dass ich meinem Körper Ruhe gönne.“

Ganz aus dem Rampenlicht wird Neuner nicht verschwinden, und so gibt es den nächsten großen Auftritt nach der Abschiedsparty mit 5000 Fans am Freitag in Wallgau schon am 12. Mai im Berliner Olympiastadion. Im Rahmen des DFB-Pokalendspiels zwischen Fußball-Rekordmeister Bayern München und Bundesliga-Spitzenreiter Borussia Dortmund vor mehr als 75.000 Zuschauern wird sie die Trophäe ins Stadion tragen.

Unter diesem Link lesen Sie das Neuner-Interview beim "Münchner Merkur".

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