Sieg in Gelsenkirchen verpasst

Neuner nach Abschiedsrennen: "Mein Tag"

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Magdalena Neuner bei ihrem Abschiedsrennen

Gelsenkirchen - Magdalena Neuner hat mit einem emotionalen Abschiedsrennen die Biathlon-Bühne verlassen. Dass sie den Sieg verpasst hat, blieb zweitrangig.

Die 25-Jährige aus Wallgau feierte zusammen mit 50.000 Zuschauern im Rahmen der 11. World Team Challenge in Gelsenkirchen eine große Party, verpasste als Zweite den Sieg im Massenstart aber knapp.


Den Erfolg im mit 156.000 Euro dotierten Mixed-Staffelwettbewerb sicherten sich nach Massenstart und Verfolgung im Schalker Winterwunderland Jekaterina Jurlowa und Anton Schipulin. Das russische Duo verwies Marie Dorin Habert/Martin Fourcade (Frankreich) auf Platz zwei und sicherte sich die Siegprämie von 28. 000 Euro.

Als bestes deutsches Team landeten Andrea Henkel/Andreas Birnbacher (Großbreitenbach/Schleching) auf Platz vier hinter den Norwegern Fanny Welle-Strand Horn/Lars Helge Birkeland. Franziska Hildebrand (Clausthal-Zellerfeld) und der dreimalige Olympiasieger Michael Greis (Nesselwang), der sein Abschiedsrennen bestritt, wurden Sechste. Das deutsche Nachwuchsteam Laura Dahlmeier/Niklas Homberg (Partenkirchen/Berchtesgaden) belegte Rang neun unter den zehn Teilnehmern.


Doch der unumstrittene Star des Abends war Neuner. Zu den Klängen von Adeles Skyfall wurde die Biathlon-Rentnerin unter tosendem Applaus vom Dach der Arena für ihr Abschiedsrennen gegen langjährige Weggefährtinnen hinabgelassen. In diesem musste sich die zweimalige Olympiasiegerin mit Platz zwei hinter der Italienerin Dorothea Wierer begnügen.

Partystimmung bei Neuner-Abschiedsrennen

Bei einem emotionalen Abschiedsrennen in Gelsenkirchen hat sich Magdalena Neuner offiziell von der Biathlon-Bühne verabschiedet © dpa
Bei einem emotionalen Abschiedsrennen in Gelsenkirchen hat sich Magdalena Neuner offiziell von der Biathlon-Bühne verabschiedet © dpa
Bei einem emotionalen Abschiedsrennen in Gelsenkirchen hat sich Magdalena Neuner offiziell von der Biathlon-Bühne verabschiedet © dpa
Bei einem emotionalen Abschiedsrennen in Gelsenkirchen hat sich Magdalena Neuner offiziell von der Biathlon-Bühne verabschiedet © dpa
Bei einem emotionalen Abschiedsrennen in Gelsenkirchen hat sich Magdalena Neuner offiziell von der Biathlon-Bühne verabschiedet © dpa
Bei einem emotionalen Abschiedsrennen in Gelsenkirchen hat sich Magdalena Neuner offiziell von der Biathlon-Bühne verabschiedet © dpa
Bei einem emotionalen Abschiedsrennen in Gelsenkirchen hat sich Magdalena Neuner offiziell von der Biathlon-Bühne verabschiedet © dpa
Bei einem emotionalen Abschiedsrennen in Gelsenkirchen hat sich Magdalena Neuner offiziell von der Biathlon-Bühne verabschiedet © dpa
Bei einem emotionalen Abschiedsrennen in Gelsenkirchen hat sich Magdalena Neuner offiziell von der Biathlon-Bühne verabschiedet © dpa
Bei einem emotionalen Abschiedsrennen in Gelsenkirchen hat sich Magdalena Neuner offiziell von der Biathlon-Bühne verabschiedet © dpa
Bei einem emotionalen Abschiedsrennen in Gelsenkirchen hat sich Magdalena Neuner offiziell von der Biathlon-Bühne verabschiedet © dpa
Bei einem emotionalen Abschiedsrennen in Gelsenkirchen hat sich Magdalena Neuner offiziell von der Biathlon-Bühne verabschiedet © dpa
Bei einem emotionalen Abschiedsrennen in Gelsenkirchen hat sich Magdalena Neuner offiziell von der Biathlon-Bühne verabschiedet © dpa
Bei einem emotionalen Abschiedsrennen in Gelsenkirchen hat sich Magdalena Neuner offiziell von der Biathlon-Bühne verabschiedet © dpa

Neuner, die im März ihre einzigartige Karriere beendet hatte, leistete sich drei Schießfehler bei 25 Schüssen. Von den Fans wurde Deutschlands Sportlerin des Jahres trotz des verpassten Sieges auf jeder Runde frenetisch gefeiert. „Das war einfach toll. Das war mein Tag. Ich habe keinen Druck verspürt. Vielen Dank an alle, die im Stadion waren“, sagte die zwölfmalige Weltmeisterin: „Es ging nicht darum Erste oder Letzte zu werden. Wichtig war, dass wir alle dieses Rennen zusammen genießen.“

Neuner und Greis sind nach ihren letzten Biathlon-Rennen mit der höchsten Auszeichnung des Deutschen Skiverbandes ausgezeichnet worden. Die beiden Skijäger erhielten am Samstag im Schalker Fußball-Stadion von DSV-Präsident Alfons Hörmann und Generalsekretär Thomas Pfüller das „Sportehrenzeichen in Gold“, das nur ganz selten verliehen wird.

Auf einer Ehrenrunde nahm Neuner emotional Abschied von ihren Fans, bevor sie auf den Schultern der anderen Athletinnen „Tage wie diese“ der Toten Hosen sang. Durch die Schalker WM-Arena kreiste minutenlang La Ola.

Aus Neuners Heimat waren Familie und Freunde mit einem Sonderbus in den Ruhrpott gereist. Nach dem Rennen feierte Neuner mit ihnen eine große Abschiedsparty.

Die Fans hatten schon ab dem Mittag bei zweistelligen Temperaturen eine große Fete rund um die Arena gefeiert. Für die musikalische Stimmung sorgte unter anderem Schlagersänger Olaf Hennig. In der Arena sorgten 2400 Tannenbäume und 7000 Quadratmeter weißer Teppich für eine winterliche Atmosphäre. Die Apres-Ski-Party im Winterdorf rundete die Neuner-Abschiedsgala ab.

sid/dpa

Lena macht Schluss! Die größten Erfolge von Biathletin Neuner

13. Januar 2006: Erstes Weltcuprennen im Alter von 18 Jahren. Neuner belegt Platz 41 im Sprint in Ruhpolding. Update 30. März: Lena Neuner hat ihren Seppi Holzer geheiratet. Hier die Infos. © getty
5. Januar 2007: Erster Weltcupsieg. Beim Sprint in Oberhof gewinnt Neuner vor Andrea Henkel und Martina Glagow. © getty
3. Februar 2007: Erster WM-Titel im ersten WM-Rennen. Neuner gewinnt im Sprint im italienischen Antholz hauchdünn mit 2,3 Sekunden Vorsprung auf die Schwedin Anna Carin Olofsson die Goldmedaille. © getty
4. Februar 2007: Zweiter WM-Titel in der Verfolgung. © getty
11. Februar 2007: Zusammen mit Kati Wilhelm, Andrea Henkel und Martina Glagow die Staffel-Goldmedaille und wird zur erfolgreichsten Athletin der Titelkämpfe in Italien. © getty
22. Dezember 2007: Wahl zur Sportlerin des Jahres. © getty
12. Februar 2008: WM-Gold in der Mixedstaffel bei den Titelkämpfen im schwedischen Östersund an der Seite von Sabrina Buchholz, Andreas Birnbacher und Michael Greis. © getty
16. Februar 2008: Fünfter WM-Titel für Neuner mit dem Sieg im Massenstart. © getty
17. Februar 2008: Gold Nummer sechs in der Staffel zusammen mit Andrea Henkel, Martina Glagow und Kati Wilhelm. © getty
28. Februar 2008: Neuner feiert ihren 10. Weltcupsieg. Im südkoreanischen Pyeongchang gewinnt die Wallgauerin den Sprint. © getty
9. März 2008: Neuner gewinnt mit Platz zwei im russischen Chanty Mansijsk vorzeitig die Weltcup-Wertung im Massenstart und damit ihre erste kleine Kristallkugel. © getty
13. Marz 2008: Neuner sichert sich auch die kleine Kristallkugel im Sprint. © getty
15. März 2008: Mit Platz sieben in der Verfolgung übernimmt Neuner erstmals in ihrer Karriere das Gelbe Trikot der Gesamtweltcupführenden. © getty
16. März 2008: Neuner reicht Platz neun, um erstmals den Gesamtweltcup zu gewinnen. © getty
11. März 2009: Neuner sichert sich mit Platz vier die kleine Kristallkugel für den Gewinn der Einzel-Gesamwertung. © getty
13. Februar 2010: Neuner verpasst in ihrem ersten olympischen Rennen nur um 1,5 Sekunden die Goldmedaille. Hinter der Slowakin Anastasija Kuzmina gewinnt sie in Vancouver Silber im Sprint. © getty
16. Februar 2010: Erste Goldmedaille bei Olympia. Neuner gewinnt in Kanada das Verfolgungsrennen. © getty
21. Februar 2010: Olympisches Gold auch im Massenstart für Neuner. © getty
14. März 2010: Mit Platz zwei in Kontiolathi sichert sich Neuner den Verfolger-Weltcup und macht damit ihre Sammlung aller Kristallkugeln perfekt. © getty
27. März 2010: Neuner gewinnt den Massenstart in Chanty Mansijsk und holt sich als erste deutsche Biathletin zum zweiten Mal den Gesamtweltcup. © getty
28. März 2010: Zusammen mit Simone Hauswald, Simon Schempp und Arnd Peiffer gewinnt Neuner ihrer siebte WM-Goldmedaille in der in Sibirien ausgetragenen Mixed-Staffel. © getty
18. Dezember 2010: Mit dem Sieg im Sprint im slowenischen Pokljuka feiert Neuner ihren 20. Weltcupsieg. © getty
5. März 2011: Achter WM-Titel für Neuner. Sie gewinnt im russischen Chanty Mansijsk den Sprint. © getty
12. März 2011: Mit dem Sieg im Massenstart holte Neuner Nummer neun. © getty
13. März 2011: Als Schlussläuferin führte Neuner die deutsche Frauenstaffel mit Andrea Henkel, Miriam Gössner und Tina Bachmann zum WM-Sieg und krönt sich mit ihrer zehnten Goldmedaille (plus dreimal Silber) zur Rekordweltmeisterin. © getty
17. März 2011: Neuner gewinnt in Oslo den Sprint und holt sich die kleine Kristallkugel. © getty
3. Dezember 2011: Beim Saisonauftakt im schwedischen Östersund feiert Neuner mit dem Sieg im Sprint ihren 25. Weltcupsieg und legt den besten Saisonstart ihrer Karriere hin. © getty
6. Dezember 2011: Auf ihrer Homepage kündigt Magdalena Neuner ihren Rücktritt zum Ende der Saison an. © getty
18. Dezember 2011: Magdalena Neuner wird in Baden-Baden zum zweiten Mal nach 2007 zur Sportlerin des Jahres gewählt. © getty
1. März 2012: Mit der Mixed-Staffel zur Eröffnung der Biathlon-WM in Ruhpodling ergattert Neuner (2 v. li.) die Bronzemedaille. © dpa
3. März 2012: Mit einer fehlerfreien Leistung im Sprint sichert sich die Rekordweltmeisterin Gold-Medaille Nummer elf. © dpa
4. März 2012: Im Verfolgungsrennen reicht es "nur" zu Platz zwei. Ihre vierte Silbermedaille bei Weltmeisterschaften. © dpa
11. März 2012: Beim letzten Rennen der Heim-WM in Ruhpolding hat Neuner (2 v. li.) einen rabenschwarzen Tag erwischt. Die Staffelkolleginnen Tina Bachmann (l-r), Miriam Gössner und Andrea Henkel reißen die Kohlen aus dem Feuer und Neuner bekommt die zwölfte und letzte WM-Goldmedaille ihrer großen Karriere umgehängt.   © dpa
16. März 2012: Beim Weltcup-Finale in Chanty-Mansijsk feiert Neuner ihren 10. Saisonsieg, den insgesamt 34. ihrer Laufbahn. Natürlich im Sprint. © dpa
17. März 2012: Neuner macht mit Platz vier im Verfolgungsrennen ihren dritten Gewinn des Gesamtweltcups vorzeitig perfekt. © dpa
18. März 2012: Der Massenstart ist ihr letztes Rennen, nach Platz sechs stieg die große Abschiedsparty. © dpa

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