Neuner siegt im Biathlon-Sprint vor Henkel

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Magdalena Neuner gewann beim Sprint in Antholz trotz Schießfehlers

Antholz - Magdalena Neuner und Andrea Henkel haben beim Weltcup-Sprint in Antholz einen Zweifacherfolg für die deutschen Biathletinnen geschafft. Dabei blieb Neuner nicht fehlerfrei. 

Magdalena Neuner ist heiß auf ihre Olympia- Premiere. Zwei Tage nach dem Sieg im Einzelrennen hat die sechsmalige Weltmeisterin beim Biathlon-Weltcup in Antholz am Freitag auch den halb so langen Sprint in souveräner Manier gewonnen. Dabei konnten auch eine Strafrunde und ein Patronenklemmer den Sturmlauf der allen Kontrahentinnen läuferisch eine Klasse überlegenen Wallgauerin nicht bremsen. “Ich freue mich auf Vancouver, will dort Olympiasiegerin werden, aber auch die Spiele genießen. Ich bin locker drauf, fühle mich bestens“, sagte die große deutsche Olympia-Hoffnung nach ihrem 15. Weltcupsieg.


Das deutsche Traumergebnis bei Traumwetter am Fuß der Riesenfernergruppe machte zwei Tage nach dem Dreifacherfolg im Einzelrennen die fehlerfrei schießende Andrea Henkel aus Großbreitenbach als Zweite perfekt. Im Ziel lag sie 13,3 Sekunden hinter der ihren 15. Weltcupsieg feiernden blonden bayerischen Frohnatur. Auf Platz drei kam die Französin Sandrine Bailly mit 28,6 Sekunden Rückstand ins Ziel. Ein tolles Rennen lieferte auch die potenzielle Olympia-Ersatzfrau Tina Bachmann (Schmiedeberg) als Fünfte ab. Sie lag lange auf Podestkurs, verfehlte dann aber die letzten beiden Scheiben. Simone Hauswald (Gosheim) komplettierte auf Rang sieben das erneut erstklassige mannschaftliche Resultat.

Vor knapp drei Jahren hatte Neuners tolle Karriere in Antholz begonnen. “Hier taugt's mir einfach, das schöne Wetter, die schöne Landschaft und die tolle Stimmung“, lobte sie das Südtiroler Biathlon-Mekka. “Hier macht es einfach Spaß“, ergänzte sie und lies sich dafür von den 13 000 begeisterten Zuschauern feiern. “Ich weiß, dass ich läuferisch wieder an der Spitze bin und dass ich auch treffen kann. Das bringt ein richtig zufriedenes Gesamtgefühl und die nötige Lockerheit“, erklärte sie ihren Formanstieg.


Bundestrainer Uwe Müssiggang hatte schon vor dem Start Neuners Sieg vorhergesagt. “Sie hat derzeit eine fantastische Laufform und hat dadurch auch genügend Selbstvertrauen, um beim Schießen nicht nervös zu werden, sondern so wie im Training zügig und locker zu arbeiten“, hatte er seine Prognose begründet. “Sie ist in Olympia- Form“, stellte er zufrieden fest. Doch auch seine anderen Damen sorgen für Zuversicht beim Bundestrainer. “Sie sind alle hochmotiviert, wissen, dass es hier auch um die Startplätze in Whistler geht. Es war auf jeden Fall eine schöne Olympia- Generalprobe“, beschrieb er die Situation. Der Olympia-Form nähert sich auch Andrea Henkel. “Heute hat's beim Schießen den erhofften Klick gemacht. Das Einzelrennen habe ich am Schießstand verloren. Heute habe ich mich schön konzentriert, endlich zügig und präzise geschossen. Das gibt Selbstvertrauen für Vancouver. Ich bin guter Dinge, dass die Formkurve noch weiter ansteigt“, bemerkte Henkel.

In Kanada will sie zweimal aufs Podest, eine Einzel- und eine Staffelmedaille gewinnen. “Und dafür sind die Voraussetzungen besser, wenn man das vorher im Winter schon geschafft hat. Wenn man im Weltcup nicht 'bei der Musik' ist, klappt das fast immer dann auch beim Saisonhöhepunkt nicht“, sagte die nur 1,58 Meter große Thüringerin. Nicht ganz mithalten konnten dagegen Kati Wilhelm (Zella-Mehlis) als 18., Martina Beck (Mittenwald) einen Platz dahinter und Juliane Döll (Oberhof), die für Rang 29 aber noch Weltcuppunkte sammelte und wie alle anderen deutschen Damen am Sonntag beim Verfolgungsrennen starten darf.

dpa

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